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Gefahrstoffeinheiten des Landkreises üben gemeinsam in Bad Rappenau

Bad Rappenauvon Nicole Theuer, HSt

Kon­zen­triert absol­vierten die Gefahr­stoff­ein­heiten des Land­kreises Heil­bronn aus der Kur­stadt, aus Weins­berg, Lauffen und Neckar­sulm ihre zweite gemein­same Übung. Neben dem Anlegen der Che­mi­ka­li­en­schutzanzüge wurde das Auf­fangen des aus­tre­tenden Gefahr­stoffs und die Abdich­tung des Lecks mit den Che­mi­ka­li­en­schutzanzügen ebenso geübt wie die Dekon­ta­mi­na­tion nach dem Ein­satz und die Erkun­dung, Rückmel­dung und Daten­er­fas­sung. Abge­rundet wurde die Übung, die unter den Augen von Kreis­brand­meister Uwe Vogel statt­fand, durch Erläute­rungen von Fach­be­rater Stefan Sen­del­bach. „Unseren Gefahr­stoff­ein­heiten kommt im Land­kreis allergrößte Bedeu­tung zu“, erklärte Vogel. „Das Kon­zept der Ein­heiten hat sich außeror­dent­lich gut bewährt.“ Mit Blick auf die Übung, die die Rap­pen­auer Flo­ri­ansjünger vor­be­reitet hatten, erläuterte Vogel, „es läuft fach­lich sehr fun­diert ab, dafür gebührt Rap­penau mein Dank. Ich bin sehr stolz auf die Leis­tungen.“

„Wir kommen immer dann zum Ein­satz, wenn gefährliche Stoffe aus­treten“, erzählte Conrad Wagen­bach von der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr Bad Rap­penau. Die gefährli­chen Stoffe können sowohl eine größere Menge Kraft­stoff, als auch Che­mi­ka­lien wie Chlor in den Schwimmbädern, Ammo­niak für Kühlan­lagen oder Brom an Schulen sein. „Wir wurden in Bad Fried­richs­hall zu einem Ein­satz gerufen, nachdem an einer Schule fest­ge­stellt worden ist, dass im Che­mie­raum ein Behältnis beschädigt war“, so Wagen­bach, der zum Führungs­stab gehört. Ein wei­teres Ein­satz­ge­biet: Unfälle mit Gefahr­gut­trans­porten auf der Straße. So wie beim jüngsten Ein­satz des 50 Mann umfas­senden Gefahr­stoff­zuges. „Bei einer Ver­kehrs­kon­trolle stellte die Polizei fest, dass bei einem Last­wagen aus dem Tank eine Flüssig­keit ausläuft. Wir wurden gerufen, um das Leck abzu­dichten, denn unsere Auf­gabe als Feu­er­wehr vor Ort ist es, die eine Aus­brei­tung zu stoppen“, so Wagen­bach. Auf drei bis vier Einsätze pro Jahr kommt die Son­der­ein­heit, die sich alle zwei Monate zu einem Übungs­dienst trifft. „Bei einem Ein­satz rücken wir mit einem Rüstwagen, einem Löschfahr­zeug, dem Gerätewagen Gefahrgut sowie einem Führungs­fahr­zeug aus. Ins­ge­samt sind das 17 Mann“, so Wagen­bach. Den Dienst beim Gefahr­stoffzug leisten die Flo­ri­ansjünger zusätzlich zu ihrem eigent­li­chen Feu­er­wehr­dienst. „Mit­glied dieser Son­der­ein­heit kann nur werden, wer Atem­schutzgeräteträger ist. Zur Aus­bil­dung gehört ein Lehr­gang für den ABC-Ein­satz an der Lan­des­feu­er­wehr­schule in Bruchsal.“

Gerätewagen Gefahrgut gibt es bei den Frei­wil­ligen Feu­er­wehren schon seit Anfang der 90er Jahre, aber vor drei Jahren ent­schloss man sich auf Kreis­ebene, die Kom­pe­tenzen der ein­zelnen Wehren bei diesen beiden Gefahr­stoffzügen zusam­men­zu­fassen. „Zu einem Ein­satz rückt neben dem Gefahr­stoffzug auch jeweils ein Gerätewagen Mess­technik aus. Wir haben den Land­kreis auf­ge­teilt, den west­li­chen Bereich decken wir ab, den östli­chen Bereich die Feu­er­wehr Weins­berg. Dazu kommt, je nach Ein­satzort, der Mess­wagen aus Lauffen oder Neckar­sulm“, so Wagen­bach.

Finan­ziert wird der Gefahr­stoffzug Großteils vom Land­kreis. „Bei der Anschaf­fung der Fahr­zeuge gibt es einen Zuschuss vom Kreis, aber die Per­sonal- und Mate­ri­al­kosten bei­spiels­weise für die Che­mi­ka­li­en­schutzanzüge trägt die jewei­lige Kom­mune“, erklärte Kom­man­dant Felix Mann.

Bild: Nach dem Ein­satz mit Gefahr­stoffen werden die Ein­satzkräfte der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr dekon­ta­mi­niert. Kürzlich trafen sich Land­kreis-Ein­heiten in Bad Rap­penau, um gemeinsam zu üben. (Foto: Theuer)