QR-Code zur Seite

Gabelstapler "brennt"

Obersulmvon Gustav Döttling, HSt

Mit Blau­licht und Mar­tins­horn eilen zwei Löschfahr­zeuge und die Dreh­leiter der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr Ober­sulm in die Dim­ba­cher Straße in Wills­bach, bremsen vor dem großen Lagergebäude der Firma Orsy mobil Fahr­zeug­ein­rich­tungen. 54 Flo­ri­ansjünger proben bei der Hauptübung den Ernst­fall.

Ein Fahr­zeug biegt in den Hof der Würth-Toch­ter­firma ein. Grup­penführer Holger Herdeg springt aus dem Wagen, läuft zur Rauch­meldesäule mit dem roten Blink­licht. Dort erwarten ihn Lager- und Ver­sand­leiter Ludwig Born­mann und sein Stell­ver­treter Werner Kress. Aus dem Lager dringt ein an- und abschwel­lender Piepton. „Ein Gabel­stapler hat beim Bat­te­rie­laden Feuer gefangen, wir ver­missen fünf unserer 30 Mit­ar­beiter, das Gebäude ist stark ver­raucht", infor­miert Born­mann.

Spe­zi­al­schlüssel

Der Grup­penführer holt sich mit seinem Spe­zi­al­schlüssel aus dem Feu­er­wehr­schlüssel­depot den Gene­ral­schlüssel für die Lagerräume. „Absitzen", kom­man­diert Herdeg seine Truppe. Er infor­miert über die Lage, lässt Schläuche aus­rollen und schickt Atem­schutzträger ins Innere auf die Suche nach Ver­missten.

Dann das erste Pro­blem: Die Tür kann nicht mit dem Gene­ral­schlüssel geöffnet werden, weil ein Metallplättchen das Schloss von außen sichert. Im Ein­satz­leit­wagen hat das Führungs­team mit Kom­man­dant Michael Schep­perle, Stell­ver­treter Hardy Hil­kert und Haupt­brand­meister Rein­hold Gall ein Sze­nario erstellt.

Der Kom­man­dant schickt die Dreh­leiter und ein Tanklöschfahr­zeug zu ihrem Ein­satzort 190 Meter weiter. Per Funk for­dert Hil­kert wei­tere Löschfahr­zeuge aus Eschenau, Sülzbach und Eichel­berg an. Hinter dem Lagergebäude gegenüber dem Bahnhof beziehen die Abtei­lungen Sülzbach und Eichel­berg Stel­lung. Die Sülzba­cher Wehr erstellt durch die Bahn­un­terführung mit Schläuchen eine Was­ser­ver­sor­gung. Ihre Eichel­berger Kame­raden richten mit ihren Strahl­rohren eine Rie­gel­stel­lung ein, um den benach­barten Zim­me­rei­be­trieb vor einem Überg­reifen der Flammen zu bewahren.

Auf einem Grünstreifen in der Dim­ba­cher Straße haben 15 Orsy-mobil-Mit­ar­beiter als Erst­helfer eine Auf­fang­sta­tion für „Ver­letzte" ein­ge­richtet. Diana Heere und ihre Kol­legen ver­sorgen die Leute, die Atem­schutzträger aus dem Gebäude bergen, legen Kopf­verbände an, schienen Beine und bringen die Geret­teten in die sta­bile Sei­ten­lage.

Fazit

„Abbre­chen", gibt Kom­man­dant Schep­perle nach 40 Minuten das Zei­chen zum Ende. Die Wehr hatte im 7000 Qua­drat­meter großen Lager- und Indus­trie­be­trieb auch die neue Brand­mel­de­an­lage getestet. „Was uns gut gefallen hat, wir waren schnell, die Moti­va­tion hat gestimmt, die Koor­di­na­tion auf der großen unüber­sicht­li­chen Ein­satz­stelle hat gut funk­tio­niert", lobt Schep­perle bei der Manöver­kritik. Gut geklappt habe die Zusam­men­ar­beit mit den Erst­hel­fern. „Sehr rou­ti­niert, wir haben nun die Sicher­heit, dass wir uns im Ernst­fall auf die Ober­sulmer Feu­er­wehr ver­lassen können", zog auch Lager­leiter Ludwig Born­mann ein posi­tives Fazit.

Bild: Die Erst­helfer ver­sorgen die „Ver­letzten" bei der Jah­res­hauptübung der Feu­er­wehr Ober­sulm im Indus­trie­ge­biet in der Dim­ba­cher Straße. (Foto: Gustav Döttling)