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Freiwillige Feuerwehr und DLRG-Ortsgruppe absolvieren gemeinsame Prüfung für amtlichen Sportbootführerschein

Bad Rappenauvon Ulrike Plapp-Schirmer, HSt

„Mann“ sicher aus dem Wasser geborgen

Das Wetter hätte nicht besser sein, die gemein­same Prüfung von DLRG und Frei­wil­liger Feu­er­wehr Bad Rap­penau nicht besser ver­laufen können: Alle 16 Teil­nehmer haben bestanden.

Sie haben früh mor­gens in 40 Minuten 30 Fragen beant­wortet. Sie haben am Boots­an­leger in Heins­heim die Kno­tenprüfung und die Praxis weit­ge­hend feh­ler­frei absol­viert. „Wir hatten eine gute Vor­be­rei­tung sei­tens der DLRG“, sagt Feu­er­wehr­mann Martin Gram­lich.

Ver­trauen Theorie, Kno­tenprüfung und Praxis auf dem Wasser: Diese Sta­tionen muss erfolg­reich absol­vieren, wer den amt­li­chen Sport­bootführer­schein für Bin­nengewässer bekommen will. Die Bad Rap­pen­auer Orts­gruppe der DLRG hat zwei Boote, die sie im Ernst­fall ein­setzen kann. „Aber auch die Feu­er­wehr hat Ein­satz­boote“, so Pres­se­spre­cher Flo­rian Sommer: „Daher brau­chen auch einige Kame­raden dort den Bootsführer­schein.“

Gemein­same Übungen und die Vor­be­rei­tung auf die Prüfung bauten schon im Vor­feld Ver­trauen auf: „Man kennt sich.“ Und kann im Not­fall besser zusammen arbeiten.

Während die ersten Prüflinge im Wasser zugange sind, stehen immer zwei junge Leute neben­ein­ander an einem Seil, um dort unter­schied­liche Knoten zu befes­tigen: Manche sollen sich fest­ziehen, manche nicht. In wel­cher Situa­tion wel­cher Knoten gebraucht wird, müssen Ein­satzkräfte wissen. Von Prüfern des württem­ber­gi­schen Was­ser­sport­ver­bandes werden die jungen Leute abge­fragt und beob­achtet: Meh­rere Wochen lang haben sie auf der Bad Rap­penau I gelernt, kor­rekt an- und abzu­legen, Kom­mandos richtig umzu­setzen, Wen­demanöver und einen fest­ge­legten Kurs sicher zu fahren und einen „Mann“ aus dem Wasser zu ziehen, der zuvor über Bord gegangen war. Dieser „Mann“ ist am Sams­tag­vor­mittag eine oran­ge­far­bene Boje.

Auf­gaben „Bei der Prüfung müssen sie zeigen, dass sie mit der Situa­tion sicher umgehen können“, erklärt der Sie­gels­ba­cher Flo­rian Krug­mann, Leiter „Ein­satz“ bei der DLRG in Bad Rap­penau. Zusammen mit seinem Bruder Felix und dem stell­ver­tre­tenden Leiter der DLRG-Orts­gruppe, dem Heins­heimer Daniel Holl, beob­achtet Flo­rian Krug­mann die Prüfung von der Bad Rap­penau II aus. Die Besat­zung dieses größeren Bootes hat über den Sport­bootführer­schein hinaus eine tiefer gehende Aus­bil­dung, in der ret­tungs­spe­zi­fi­sche Themen eine noch größere Rolle spielen. „Für die DLRG-Mit­glieder ist das heute die erste Stufe“, erklärt Flo­rian Krug­mann: „Die Feu­er­wehr braucht das nicht. Wenn bei Ret­tungs­einsätzen Wasser im Spiel ist, kommt auto­ma­tisch die DLRG dazu.“

Die Bad Rap­pen­auer Orts­gruppe ist in die Ret­tungs­pla­nung des Bezirks Heil­bronn ein­ge­bunden, mit Einsätzen am Brei­ten­auer See, beim Bad Rap­pen­auer Lich­ter­fest oder beim Römersee-Fes­tival. Die Truppe selbst ist mit einem Alters­durch­schnitt von unter 30 Jahren jung, mit einem sehr hohen Anteil an Aktiven: „Bei uns ist die Kame­rad­schaft genau so wichtig wie bei der Feu­er­wehr“, sagt Flo­rian Krug­mann.

Bade­auf­sicht Die DLRG-Orts­gruppe Bad Rap­penau hat im April einen Schwimm­kurs für zehn Flücht­lings­kinder durchgeführt. Alle zehn haben die Prüfung bestanden. Drei erwach­sene Flücht­linge wurden zwi­schen­zeit­lich von der DLRG zu Ret­tungs­schwim­mern aus­ge­bildet. Sie können nun im Freibad Rapp­sodie als Bade­auf­sicht ein­ge­setzt werden. „Die hatten richtig Spaß an der Aus­bil­dung“, sagt Felix Krug­mann.