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Frau stirbt bei Feuer in Wohnung

Eberstadtvon Nelli Nickel, HSt

Am Tag danach ist es still in der Gell­mers­ba­cher­straße in Eber­stadt. Bedrückt belädt eine Familie einen kleinen Trans­porter. Sie haben direkt unter der Woh­nung gelebt, die in der Nacht zum Samstag kom­plett aus­brannte. Kurz vor ein Uhr ging der Alarm bei der Feu­er­wehr ein. Fast alle Haus­be­wohner konnten sich noch recht­zeitig in Sicher­heit bringen. Nur für eine 48-jährige Frau, die das Ober­ge­schoss alleine bewohnte, kam jede Hilfe zu spät. Die Feu­er­wehrmänner fanden ihre Leiche in der Küche.

Mehr als 60 Mann waren im Ein­satz. Die Eberstädter Feu­er­wehr wurde von Ein­satz­truppen aus Weins­berg unterstützt. Die Berufs­feu­er­wehr Heil­bronn war mit der Wärme­bild­ka­mera vor Ort. „Das Feuer hatten wir inner­halb einer halben Stunde unter Kon­trolle", sagt Ein­satz­leiter und Eberstädter Kom­man­dant Dietmar Lörcher. Er ver­mutet, dass die Frau beim Ein­treffen der Hilfs­trupps schon tot war. „Der Dach­stuhl war schon durch­ge­brannt, und Funken flogen nach außen", erklärt er. Ver­mut­lich habe es schon längere Zeit in der Woh­nung geschmort. Ein Aus­breiten des Feuers auf die Nach­bargebäude konnte die Wehr ver­hin­dern.

Gebäude­schaden Den Schaden an dem rund 80 Jahre alten Gebäude schätzt die Polizei auf 150 000 Euro. Ein Sach­verständiger unter­suchte am Sams­tag­morgen die Unglücks­stelle. „Die Brand­ur­sache ist noch unklar", sagt der Fach­mann. Er schätzt, dass das Feuer im Wohn­zimmer aus­ge­bro­chen ist. Hier hat es am stärksten gebrannt. Die Möbel sind völlig ver­kohlt. Der Dach­stuhl über dem Wohn­raum ist ein­gestürzt.

Eine 25-jährige Frau, die mit ihrer Tochter im Unter­ge­schoss wohnt, ist gerade an diesem Wochen­ende in Urlaub gefahren. Jetzt räumen ihre Eltern die Woh­nung aus. „Der Schaden an den Möbeln ist nicht so hoch", erklärt das Ehe­paar Vogt. Sie kannten die Frau, die im Dach­ge­schoss lebte, gut und sind ent­setzt über das Unglück.

Ob das Haus noch bewohnbar ist, ist offen. Das Löschwasser tropft durch die Decke. Die Tapeten haben sich gelöst und hängen her­unter. Auf dem Boden liegt gelbe Plas­tik­folie, damit das Wasser nicht weiter in den Beton dringt. In der mitt­leren Woh­nung kann die Plas­tik­schicht nicht mehr viel bewirken. Der Boden ist völlig durchnässt. Auch die Ein­rich­tung hat gelitten. Das wenige Hab und Gut, das noch zu gebrau­chen ist, tragen die Bewohner raus. Sie können es in der Pfarr­scheune unter­bringen. Wo sie jetzt hin­gehen sollen, weiß die Frau, die mit ihrem erwach­senen Sohn zusam­men­lebte, nicht. „Zwei Tage können wir bei unseren Ver­wandten schlafen", sagt die Russ­land­deut­sche. „Aber dann…?"

„Die Hilfs­be­reit­schaft der Nach­barn ist groß", erzählt Bürger­meister Timo Frey. „Viele haben ihre Unterstützung ange­boten." Der Gemein­de­chef war schon in der Nacht vor Ort. „Tra­gisch, wie das geendet hat", sagt er nach­denk­lich.

Foto: HSt