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Frau bei Brand schwer verletzt

Ilsfeldvon Adrian Hoffmann, HSt

Bei einem Woh­nungs­brand ist am Mitt­woch­nach­mittag eine 86-jährige Frau schwer ver­letzt worden. Roland Mattes, der zufällig am Haus in der Bahn­hofstraße vor­bei­fuhr, bemerkte dicke Rauch­schwaden, die unter den Zie­geln her­vor­quollen. Er drehte um und ret­tete die Frau aus dem Feuer. Sie wurde mit einem Hub­schrauber in eine Klinik geflogen. Trotz des beherzten Ein­grei­fens von Mattes schwebt sie aber nach Infor­ma­tionen der Polizei noch immer in Lebens­ge­fahr.

Als Mattes, 62, die Haustür auf­gedrückt hatte, konnte er zunächst nichts mehr sehen. Es sei alles voller Qualm gewesen. Auf dem Boden lagen Glas­splitter. Er habe gerufen, ob jemand in der Woh­nung sei, aber nie­mand habe geant­wortet. Nachdem der Qualm lichter geworden war, habe er die Frau ent­deckt, sagt Mattes. Sie sei völlig apa­thisch im Flur gestanden, unter einem bren­nenden Balken, und habe eine Kehr­schaufel in der Hand gehabt. „Ich habe sie mir geschnappt und bin mit ihr raus gelaufen." Vor dem Haus habe er sie stehen lassen, um sein Handy aus dem Auto zu holen und die Feu­er­wehr anzu­rufen. Dort rief auch ein Nachbar an, als er den Woh­nungs­brand fest­ge­stellt hatte.

Stich­flamme? Nach den bis­he­rigen Ermitt­lungen wurde der Brand beim Ver­such ausgelöst, Holz in einem Zim­mer­ofen zu entzünden. In der Folge kam es offenbar zu einer Stich­flamme. Im Flur ist alles ver­kohlt. Der Sach­schaden wird auf ungefähr 50 000 Euro geschätzt. Die Feu­er­wehr habe sehr gut gear­beitet, sagt der Schwie­ger­sohn der 86-jährigen Frau, der zunächst davon aus­ge­gangen war, dass das Haus durch die Löschar­beiten teil­weise unter Wasser steht. Außerdem hatte sich der Brand auf das untere Stock­werk begrenzt. Die Frei­wil­lige Feu­er­wehr Ils­feld war mit drei Fahr­zeugen und 17 Mann im Ein­satz. Die Familie ist jetzt vorüber­ge­hend bei Bekannten unter­ge­kommen.

Roland Mattes, der die Frau aus dem Brand holte, ärgert sich über die man­gelnde Hilfs­be­reit­schaft ein­zelner Auto­fahrer. Er sei am Straßenrand gestanden und habe gewunken. Min­des­tens drei Fahrer hätten darauf aber nicht reagiert. Mögli­cher­weise hätte mit wei­teren Hel­fern ver­hin­dert werden können, dass die Frau zurück in den bren­nenden Flur läuft - denn das habe sie getan, als Mattes gegen 16.45 Uhr mit der Feu­er­wehr tele­fo­nierte.

Mattes holte sie also ein zweites Mal aus dem Haus. Bei seiner Ret­tungs­ak­tion hat er leichte Brand­ver­let­zungen an der Hand davon­ge­tragen. In sol­chen Situa­tionen sei man ein­fach über­for­dert, sagt Mattes, der beim DRK in Beil­stein Sanitätshelfer ist. Dum­mer­weise habe er die Feu­er­wehr nicht sofort erreicht, son­dern sich erst die Ansage angehört, dass er seine Han­dy­karte demnächst wieder auf­laden müsse. „Es ist irgendwie alles gegen einen."

Zum Zeit­punkt des Woh­nungs­brandes war die Frau allein im Haus. Sie kam zuvor aus der Tages­pflege zurück. Ihre Angehörigen stehen noch immer unter Schock, wissen aber das Ein­greifen der Helfer und der Feu­er­wehr zu schätzen.

Bild: Der Flur ist völlig ver­kohlt. Retter Roland Mattes bemerkte zufällig, dass Rauch­schwaden unter den Dach­zie­geln her­vor­quollen. (Foto: Adrian Hoff­mann)