Kreisfeuerwehrverband Heilbronn

Suchergebnis löschen

Floriansjünger mit Schauspieltalent

Zaberfeldvon Werner Stuber, HSt

\"Minka komm, Minka komm\" verzweifelt fuchtelt Oma Marie (Tobias Aldinger) aus dem Fenster ihrer Dachwohnung mit dem Stock nach ihrer Katze. Mal bittend, mal resolut. Doch das liebe Kätzchen denkt nicht ans Reinkommen. Es sitzt in der Dachrinne fest und droht gar abzustürzen, befürchtet die Oma. Verzweifelt ruft sie um Hilfe. Und endlich hört\"s der Nachbar (Wolfgang Keller) und alarmiert die Feuerwehr.

Mehr Gaudi als Schauübung gab es beim Feuerwehrfest in Ochsenburg. \"Alles für\"d Katz eine Tierret-tung, wie sie sich vielleicht in früherer Zeit einmal abgespielt haben könnte\", kündigte Abteilungskommandant Holger Häusser an und betonte, dass es bei der Feuerwehr Ochsenburg \"nicht immer nur mit dem gebotenen Ernst zur Sache geht, sondern manchmal auch mit Spaß\". Und den bekamen die zahlreichen Festbesucher geboten.

Rufe

Kaum hatte Wolfgang Keller die verzweifelten Hilferufe seiner Nachbarin gehört, holte er schnell die alte Handsirene hervor, drehte kräftig an der Kurbel und alarmierte mit ohrenbetäubendem Sirenengeheul seine Feuerwehrtruppe. Im Laufschritt kamen die dann auch gleich in uralter Einsatzkleidung und mit schwarzem Helm auf dem Kopf um die Ecke: die alte Hand-pumpe von 1871 im Schlepp, Schlauch, Strahlrohr und Leitern im Arm. Sebastian Schüle eilte sogar noch mit dem eigens für die Übung konstruierten Rettungswagen hinterher. Ein kleiner Handwagen, ausgestattet mit allerlei praktischen Rettungsutensilien. Bevor man jedoch der in Not geratenen Katze zu Hilfe eilte, hatte Feuerwehrhauptmann Keller erst noch wichtige Formalitäten zu klären: Wem gehört die Katze? Und, ist sie auch krankenversichert? Als Oma Marie auch noch bestätigte, dass ihre Katze privat versichert und damit die Bezahlung der Rechnung gesichert sei, machten sich die Mannen mit Übereifer ans Werk.

List

Die alte Pumpe wurde in Stellung gebracht, doch es half auch nichts. Die Katze (ein Stofftier) wurde zwar nass gespritzt, ging aber weder vorwärts noch rückwärts. Nächster Versuch mit List: Sebastian Schüle holte eine Angel aus seinem Rettungswagen und band eine Wurst an den Haken. Auch dieser Versuch blieb erfolglos. Jetzt half nur noch der Einsatz über die Leiter. Doch Minka wehrte sich gegen ihre Retter, kratzte und biss.

Schließlich brachte ein beherzter Feuerwehrmann die Minka doch noch nach unten. Auf einer Trage wurde das bewusstlose Tier wiederbelebt. Schließlich kam Oma Marie dazu, sah das arme Kätzchen und stellte zum Schrecken der Floriansjünger fest: \"Des isch net mei Minka die g\"hört mir net, on die will i net!\" War also am Ende womöglich doch \"alles für\"d Katz?\"