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Feuerwehrübung auf Schloss Liebenstein

Neckarwestheimvon Martin Gross, Feuerwehr Neckarwestheim

Am Mon­tag­abend, den 27. November, ergab sich eine günstige Gele­gen­heit zu einer großange­legten Feu­er­wehrübung auf Schloss Lie­ben­stein. Der Hotel- und Restau­rant­be­trieb ruhte infolge der Reno­vie­rungs­ar­beiten und der Über­nahme durch den neuen Pächter.

Ange­nommen war ein Brand in der Küche. Der Rauch brei­tete sich durch die nicht geschlos­senen Brand­schutztüren über das Trep­pen­haus in die oben gele­genen Stock­werke aus. Die Hotelgäste konnten ihre Zimmer nicht mehr ver­lassen. Sie machten sich auf dem Balkon und an den Dach­fens­tern bemerkbar.

Um die Übung rea­lis­tisch dar­zu­stellen, wurde das Hotel mit 2 Nebel­ge­ne­ra­toren, wie man sie aus Diskos kennt, ver­ne­belt. Die Brand­mel­de­an­lage löste aus und alar­mierte die Feu­er­wehren aus Neckar­west­heim und Lauffen. Als erstes Löschfahr­zeug kommt das HLF 20 aus Neckar­west­heim an der Ein­satz­stelle an. Vom Balkon rufen „Hotelgäste“ um Hilfe. Sie sind auf dem Balkon nicht in Gefahr, aber es ist kalt und reg­ne­risch. Ein Feu­er­wehr­angehöriger beru­higt die Gäste von unten. Während­dessen ver­schafft sich ein Trupp unter Atem­schutz Zugang zum Trep­pen­haus. Ein wei­terer Trupp geht zur Brand­mel­de­an­lage und sucht den Rauch­melder, der den Alarm ausgelöst hat.

Ein Feu­er­wehr­mann steigt über die auf­ge­stellte Schieb­leiter zur Betreuung der Per­sonen auf den Balkon hoch. Sie bleiben auf dem Balkon bis das Trep­pen­haus wieder rauch­frei ist.

In der Zwi­schen­zeit ist auch die Feu­er­wehr Lauffen ein­ge­troffen. Sie über­nimmt den Ein­satz­ab­schnitt im Innenhof. Die Dreh­leiter wird auf­ge­stellt und beginnt mit der Per­so­nen­ret­tung von den Dach­gauben. Wei­tere Trupps gehen unter Atem­schutz zur Brandbekämpfung ins Gebäude vor. Eine Person wird mit einer Flucht­haube nach draußen gebracht.

Um den Ein­satz zu koor­di­nieren wird eine Ein­satz­lei­tung etwas außerhalb im Ein­satz­leit­wagen ELW 1 auf­ge­baut. Hier werden alle Funksprüche doku­men­tiert, Lage­bilder gezeichnet und für Nach­schub gesorgt. Das Löschwasser aus der Was­ser­lei­tung reicht für den Ein­satz nicht aus, des­halb wird von zwei nahe gele­genen Löschwas­serbehältern eine Schlauch­lei­tung gelegt.

Schon nach kurzer Zeit konnte „Feuer schwarz“ gemeldet werden. Große Teile des Schlossgebäudes waren aber noch voll mit Rauch. Dieser wurde mit Druckbelüftern aus dem Gebäude geblasen. Nass und durch­ge­froren konnten jetzt die Hotelgäste vom Balkon das Gebäude über das Trep­pen­haus ver­lassen.

In der anschließenden Abschluss­be­spre­chung in der Zehnt­scheuer bedankte sich Kom­man­dant Wei­nert bei den rund 70 Feu­er­wehr­leuten aus Neckar­west­heim und Lauffen. Vor allem die jungen Feu­er­wehr­angehörigen waren noch nie im Schlossgebäude. Bei der Übung konnten sie einen Ein­druck über die ver­win­kelten Wege im his­to­ri­sche Gebäude erhalten. Auch Bürger­meister Winkler, der die Übung beob­ach­tete, bedankte sich bei den Ein­satzkräften und lud im Anschluss zu einem kleinen Vesper ein.