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Feuerwehrleute evakuieren Klinik-Station

Löwensteinvon Gustav Döttling, HSt

Mit Blau­licht und Mar­tins­horn rauscht das Löschfahr­zeug in den Hof der Klinik Löwen­stein. Es hält direkt vor dem rotweißen Hydranten. Die Männer der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr Löwen­stein springen aus ihrem Fahr­zeug, holen Schläuche, Atem­schutzgeräte und andere Ausrüstungs­ge­genstände aus dem Fahr­zeug­aufbau. Sie schließen die Schläuche an den Hydranten an und warten auf wei­tere Anwei­sungen.

Von einem Balkon im dritten Sock der Klinik quillt dichter Rauch. Zwei Atem­schutzträger stürmen mit Schläuchen das Flucht­trep­pen­haus hinauf. Zwi­schen dem zweiten und dritten Stock stoßen sie auf einen bewusst­losen Hand­werker, den sie gemeinsam die Treppe hin­unter tragen. Im Hof nehmen Sanitäter des Deut­schen Roten Kreuzes und Not­arzt Dr. Klaus Halm den Ver­letzten in Emp­fang.

Sze­nario Was sich wie ein Hor­ror­sze­nario anhört, ist Teil einer Übung, mit der die Wehren aus Löwen­stein, Wüstenrot und Ober­sulm zusammen mit dem DRK und dem Kli­nik­per­sonal die Eva­ku­ie­rung einer Sta­tion im Brand­fall testen.

Als Günther Stiefel, tech­ni­scher Leiter und Brand­schutz­be­auf­tragter der Klinik Löwen­stein, am Sams­tag­nach­mittag um 15.15 Uhr mit einem Rauchröhrchen den Rauch­melder im Flur der Sta­tion P1 im dritten Stock der Klinik auslöst, schließen sich auto­ma­tisch die Brand­schutztüren, alle Aufzüge fahren ins Erd­ge­schoss und blo­ckieren.

Nur ein Aufzug steht der Feu­er­wehr zur Verfügung. Keine 15 Sekunden später klin­gelt sein haus­in­ternes Mobil­te­lefon. „Ich komme, Herr Dempski", teilt er dem Pförtner mit, der ihn über den Feu­er­alarm infor­miert. Wieder nur Sekunden später klin­gelt das Handy von Betriebs­leiter Erhard Schmidt. „Wir haben einen Alar­mie­rungs­plan, der genau fest­legt, in wel­cher Rei­hen­folge wer zu benach­rich­tigen ist", erklärt der Betriebs­leiter.

Nur fünf Minuten nach der Alar­mie­rung ist das erste Mar­tins­horn zu hören und das Klein­ein­satz­fahr­zeug der Wehr aus Löwen­stein ist vor Ort. Bis das erste Löschfahr­zeug ein­trifft, dauert es knapp 15 Minuten.

Zim­mer­brand Nach dem Übungs­sze­nario von Löwen­steins Feu­er­wehr­kom­man­dant Man­fred Kurz, hat ein rau­chender Patient im dritten Stock der Klinik einen Zim­mer­brand ausgelöst. Die Sta­tion mit neun Zim­mern ist ver­raucht. 16 Pati­enten, gespielt von Mit­glie­dern der Jugend­feu­er­wehr und des Jugend­rot­kreuzes, müssen eva­ku­iert werden. „Ich habe jetzt nach­alar­miert", sagt Heinz Schock, der im Klein­ein­satz­fahr­zeug den Funk bedient. Aus Wüstenrot rücken die Abtei­lungen Wüstenrot und Neu­lau­tern an. Ober­sulms Kom­man­dant Michael Schep­perle kommt mit Ein­satz­leit­wagen, einem Löschfahr­zeug und der Dreh­leiter.

Am Ende sind 50 Feu­er­wehrmänner, neun Feu­er­wehr- und drei DRK- Fahr­zeuge im Ein­satz. Zusammen mit den Bürger­meis­tern Klaus Schif­ferer und Heinz Nägele ver­folgen Pati­enten und Besu­cher im Hof auf­merksam die Übung. Nur klei­nere Pro­bleme habe es gegeben, zieht Kli­nik­geschäftsführer Dieter Bopp ein posi­tives Fazit.

Bild: Mit Atem­schutzgeräten übten die Feu­er­wehren die Eva­ku­ie­rung einer Kran­ken­haus­sta­tion in der Klinik Löwen­stein. (Foto: Gustav Döttling)