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Feuerwehren spüren Wespenplage

Heilbronnvon Carsten Friese, HSt

Wespen am Grill­platz, auf der Gar­ten­ter­rasse, rund um die Eis­diele, am Badesee: Was viele Bürger der­zeit kräftig nervt, bekommen auch die Feu­er­wehren zu spüren. Anfragen, gegen Nester vor­zu­gehen, häufen sich.

"Zwei bis dreimal in der Woche geht es der­zeit um Wes­pen­nester", stellt Möckmühls Kom­man­dant Uwe Thoma fest. Nicht jedes Mal greift die Feu­er­wehr ein, nur bei akuter Gefahr für Men­schen. "Die Feu­er­wehren sehen dies sehr restriktiv", ver­weist Kreis­brand­meister Uwe Vogel auf den Schutz wild­le­bender Tiere. Wenn es aber ein Nest am Ein­gang zu einem Kin­der­garten gebe, "ist das eine Ein­zel­fall­ent­schei­dung".

In Möckmühl hat die Feu­er­wehr schon ein Wes­pen­nest besei­tigt, das in den Roll­la­den­kasten einer Familie gebaut war. "Die Tiere haben sich durch­ge­fressen und kamen in die Woh­nung", beschreibt Uwe Thoma das heikle Sze­nario. Da griff er ein, ließ den Wes­penbau mit Spray bekämpfen. Bei einem Nest, das auf einem nur ab und zu auf­ge­suchten Gar­ten­haus­grundstück hing, lehnte er den Chemie-Ein­satz dagegen ab.

Ökolo­gi­scher Wert

Es ist ein über­durch­schnitt­li­ches Wes­pen­jahr, weil das milde, warme Frühjahr die Ent­wick­lung beschleu­nigt hat. Bei den Pro­blem-Arten der deut­schen und gemeinen Wespe, die auf Ess­bares auf gedeckten Tischen fliegen (siehe Hin­ter­grund), sieht Experte Bodo Peter der­zeit durchaus eine Plage. "Das ist schon heftig", sagt der Chef des Bezirks­im­ker­ver­eins Heil­bronn. Doch auch er betont, dass ein Abtöten oder Umsie­deln im Ein­zel­fall ent­schieden werden müsse. Peter ver­weist auf den ökolo­gi­schen Wert der Tiere, weil sie wie­derum Schad­in­sekten wie Stechmücken oder nicht gesunde Insekten fressen. Und: "Die meisten Wes­pen­arten und auch Hor­nissen wollen vom Men­schen gar nichts."

Wes­pen­nester sind "deut­lich größer" als sonst, hat Marc Pac­zoch von der Schädlingsbekämpfung "A bis Z" fest­ge­stellt. Vor Beginn der Ferien waren fünf bis sechs Nesteinsätze am Tag normal, sagt er. Jetzt hätten Anfragen etwas nach­ge­lassen.

"Lästig sind sie. Man sollte sich aber ruhig ver­halten und nicht panisch reagieren", rät Mat­thias Jur­govsky, Natur­schutz­fach­kraft im Land­ratsamt Heil­bronn. Von einer Plage will er nicht spre­chen. Es gebe in der Natur immer wieder stärkere und schwächere Jahre. In der Behörde kommen der­zeit pro Tag 40 bis 50 Anfragen zu Wespen an (Info-Telefon 994-308). "Die meisten Bürger zeigen sich ein­sichtig", betont Jur­govsky, dass nicht immer die che­mi­sche Keule die Lösung sei. Zumal Wes­penvölker beim ersten Frost absterben meist im Oktober.