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Feuerwehr und DRK Lauffen meistern gemeinsame Übung

Lauffen a.N.von Rolf Würz, HSt

Am Bürofenster im zweiten Ober­ge­schoss der Firma Johann Vögele KG stehen Men­schen und rufen um Hilfe. Gleich­zeitig kommt es im Hof der Firma in Folge einer Ver­puf­fung zu einem Unfall mit einem Gabel­stapler. Ein Gefahr­stoffbehälter ist umge­kippt und läuft aus. Ein bedroh­li­ches Sze­nario wird in der Lauf­fener Bahn­hofstraße insze­niert - es ist nur eine Übung.

Die Brand­mel­de­an­lage hat ausgelöst. Laute Hupen sind das Signal für die Mit­ar­beiter, das Gebäude sofort zu ver­lassen. Gleich­zeitig wird die Feu­er­wehr alar­miert.

Schau­lus­tige erwünscht Zur öffent­li­chen Jah­res­hauptübung der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr Lauffen sind viele inter­es­sierte Bürger gekommen, Schau­lus­tige sind ausdrücklich erwünscht. Dar­unter auch Kom­man­danten der Nach­bar­ge­meinden aus Neckar­west­heim, Tal­heim und Nord­heim. In einem abge­si­cherten Bereich können sie die Aktionen hautnah mit­er­leben. Zugführer René Irion kom­men­tiert die Übung und ver­mit­telt dabei auch sehr kom­pe­tent und verständlich die Hin­tergründe.

Geord­neter Ablauf Das Mar­tins­horn ist bereits zu hören, Ein­satz­leiter Reiner Frisch ist als Erster am Gelände und infor­miert sich an der Brand­mel­de­an­lage, wel­cher Melder ausgelöst hat. Lauf­karten weisen den Weg dorthin. Vor dem Werksgelände stehen bereits wei­tere Fahr­zeuge. Damit alles geordnet abläuft, weist er seinen Grup­penführern die Fahr­zeug­po­si­tionen zu. Mode­rator René Irion erklärt: „Die Per­so­nen­ret­tung hat absolut Vor­rang“.

Platz für die Dreh­leiter Die Atem­schutzträger haben bereits auf der Fahrt zum Ein­satz ihre Geräte ange­legt. Jetzt geht alles ganz schnell. Die Dreh­leiter wird auf­ge­baut, der Stand­platz ist per­fekt, der Unter­grund für die Stützen des schweren Fahr­zeuges tragfähig. Nebenbei lobt der Kom­men­tator die Firma für ihren vor­bild­li­chen bau­li­chen Brand­schutz. Ein Hil­fe­leis­tungslöschfahr­zeug (HLF) mit 2000 Litern Wasser posi­tio­niert sich auf dem Gelände.

Aufbau der Rie­gel­stel­lung Um das Gebäude abzu­si­chern, bauen zwei Feu­er­wehr­leute eine Rie­gel­stel­lung auf. Ein Tanklöschfahr­zeug kommt zum Ein­satz. Eine Person hat sich auf das Hal­len­dach gerettet. Der Ver­letzte muss lie­gend auf einer Trage gerettet werden, die auf der Dreh­leiter mon­tiert ist. Am Boden nehmen ihn sofort die Kol­legen vom DRK Lauffen in Emp­fang. Die Erst­ver­sor­gung ist pro­fes­sio­nell, hier koor­di­niert Trup­penführer Sieg­fried Rein den Ein­satz.

Aus­lau­fende Flüssig­keit Mode­rator Irion lenkt jetzt den Fokus auf den Gefahr­stoffbehälter. In Schutzanzügen und mit Atem­schutz kümmern sich die Spe­zia­listen um die aus­lau­fende Flüssig­keit. Dabei können sie auf einen neuen Gerätewagen Mess­technik (GW-Mess) zurückgreifen. Er wurde vom Land­kreis neu beschafft und ist in Lauffen sta­tio­niert. Die Lauf­fener Wehr leistet auch Über­land­hilfe. „Ein wei­terer Mosa­ik­stein im Gesamt­kon­zept der Feu­er­wehr“ erklärt später der stell­ver­tre­tende Kreis­brand­meister Uwe Thoma. Noch ist die Flüssig­keit unklar, Chemie-Fach­be­ra­terin Sigrid Aßfalg wird hin­zu­ge­zogen. Mes­sungen werden durchgeführt.

Gute Noten Am Ende sind die Per­sonen gerettet, die Flüssig­keit ist abge­pumpt. Geschäftsführer Bertram Vögele ist von der Leis­tung der Feu­er­wehr­leute beein­druckt. „Es ist ein gutes Gefühl in Lauffen zu wohnen,“ sagt er. Seine Worte finden bei den vielen Zuschauern Zustim­mung, es gibt herz­li­chen Applaus dafür.