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Feuerwehr rüstet sich für neue Herausforderungen

Bad Rappenauvon Steffan Maurhoff, HSt

Wovon Neckar, Elsenz und Schwarz­bach der­zeit zu viel haben, hat die Feu­er­wehr Bad Rap­penau manchmal zu wenig: Wasser. Zwar halten die Regenfälle der ver­gan­genen Tage auch die Wehr­leute der Kur­stadt in Atem, doch sie rüsten sich vor­aus­schauend auch für den Fall, dass Mangel am nassen Ele­ment herrscht.

Des­halb hat Felix Mann in seinem ersten Jahr als haupt­amt­li­cher Leiter der Bad Rap­pen­auer Gesamt­wehr unter anderem einen soge­nannten Was­serförde­rungszug gebildet: ein Team mit zwei Löschfahr­zeugen und einem Schlauch­wagen aus Ober­gim­pern und Grom­bach.

Bewährt

"Das dient auch der Moti­va­ti­ons­stei­ge­rung der Leute aus den Orts­teil-Wehren", erklärt Mann. Die vom Kernort ver­la­gerte Auf­gabe fördert die Ein­satz­be­reit­schaft in den Orts­teilen und ent­lastet zugleich die Wehr in Rap­penau von einer Son­der­auf­gabe. Manns Ziel: "Wir wollen die Tages­alarm-Verfügbar­keit auf eine brei­tere Basis stellen." Eine Bewährungs­probe hatte der Was­serförde­rungszug erst­mals Mitte Dezember, als es bei der Firma Bauer Kom­post in Zim­merhof einen größeren Brand gab.

Doch mit dem neuen Zug allein ist es nicht getan. Auch Ein­satzpläne dafür mussten her. Darüber hat sich der stell­ver­tre­tende Abtei­lungs­kom­man­dant aus Wol­len­berg, Philip Kern, den Kopf zer­bro­chen. Eine Auf­gabe, die es in sich hat, denn Bad Rap­penau mit einer Gemar­kung von 75 Qua­drat­ki­lo­me­tern hat nicht nur neun Stadt­teile, son­dern auch mehr als 30 ent­le­gene Höfe mit mehr oder weniger aus­rei­chender Löschwas­ser­ver­sor­gung. Wie die Lei­tungen und Pumpen im Ernst­fall optimal auf­ge­baut werden, ist bei­spiels­weise für Wagen­ba­cherhof oder Unter­bie­gelhof eine Her­aus­for­de­rung weil es hüben keinen Löschwas­ser­teich gibt oder drüben die 1000 Meter Schlauch der Rap­pen­auer Wehr nicht aus­rei­chen. "Wir müssen trotzdem unsere Pflicht­auf­gabe erfüllen", betont der 25-jährige Chef der Gesamt­wehr.

Auch die Gerätewar­tung der Abtei­lungs­wehren haben Felix Mann und sein Stell­ver­treter Axel Klum­bach zum Thema gemacht. "Es war die kom­plette Inven­ta­ri­sie­rung aller neun Abtei­lungen in Bad Rap­penau not­wendig", so Mann. "Dabei waren über 3000 Gerätschaften zu erfassen." Hin­ter­grund ist die immer wieder erfor­der­liche Überprüfung der Geräte. "Da steckt ein enormer Kosten- und Arbeits­auf­wand dahinter."

Auch einige lang­fris­tige Ziele hat sich die Lei­tung der Gesamt­wehr gesetzt. So wird der­zeit ein Feu­er­wehr­be­darfs­plan für die größeren Anschaf­fungen erstellt. "Wir möchten, dass die Feu­er­wehr für die Ent­schei­dungsträger gläsern ist", sagt Felix Mann, der um die hohen Kosten für Fahr­zeuge, Maga­zine und Gerätschaften weiß, aber des­halb betont: "Das ist keine Wunsch­liste. Wir müssen unsere Pflicht­auf­gaben erfüllen können."

Auch den vor­beu­genden Brand­schutz hat sich der junge Ver­ant­wor­tungsträger vor­ge­nommen. Was tun, wenn es bei Firmen mit gefährli­chen Stoffen brennt? Wie sieht der Feu­er­wehr­ein­satz in den Bad Rap­pen­auer Kli­niken und Alten­heimen aus? Die zu erstel­lenden Ein­satzpläne sollen sogar regeln, wie die Pati­enten im Not­fall unter­ge­bracht oder ver­pflegt werden.

Wert­voll

Als eines der Nah­ziele kümmert sich Manns Stell­ver­treter Axel Klum­bach um Öffent­lich­keits­ar­beit. Sie soll den Infor­ma­ti­ons­aus­tausch unter den 270 Mit­glie­dern der Rap­pen­auer Wehren ver­bes­sern und auch dem Image dienen. Klum­bach: "Für einen Arbeit­geber, dessen Mit­ar­beiter zu einem Ein­satz muss, ist dieser Mann ja gerade des­halb auch wert­voll: Er ist ver­ant­wor­tungs­be­wusst, hat eine hohe Sozi­al­kom­pe­tenz und weiß im Not­fall, wie er reagieren muss." Für Felix Mann ist es wichtig, dass die Arbeit seines Teams auch in der Bevölke­rung aner­kannt wird: "Es soll etwas gelten, bei der Feu­er­wehr zu sein. Wir wollen als kom­pe­tenter Dienst­leister wahr­ge­nommen werden."

Erste Bewährungs­probe

Der Was­serförde­rungszug war erst­mals am 16. Dezember im Ein­satz, als es bei der Firma Bauer-Kom­post brannte. Dieser Tag hatte es auch sonst in sich: Es gab Alarm wegen des hef­tigen Schnee­falls, außerdem war nach einem Unfall eine ein­ge­klemmte Person zu befreien.