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Feuerwehr probt in der Salinenklinik den Ernstfall - Vermisste schnell gefunden

Bad Rappenauvon Nicole Theuer, HSt

Dichter Rauch quoll aus den Fens­tern im obersten Stock­werk der Sali­nen­klinik. Bewohner hatten Zuflucht auf dem Balkon gesucht und riefen um Hilfe. In Win­des­eile bauten die Wehrmänner ein Sprung­polster auf, in das sich ein Patient fallen ließ. Glückli­cher­weise war dieses Sze­nario nur gestellt. Gemeinsam mit der Abtei­lung Bon­feld probten die Flo­ri­ansjünger der Kern­stadt, unterstützt von Kol­legen aus Heins­heim, die mit dem Ein­satz­leit­wagen angerückt waren, den Ernst­fall.

Dieser hatte es in sich. Es galt nicht nur, die Gefährdeten über die Dreh­leiter in Sicher­heit zu bringen, die sich vor dem Qualm auf den Balkon geflüchtet hatten, son­dern auch einige Ver­misste im Gebäude­inneren zu loka­li­sieren und zu retten.

Sen­si­bi­li­sie­rung Die Übung beob­ach­teten der Geschäftsführer der Kur- und Kli­nik­ver­wal­tung, Olaf Werner, und OB-Stell­ver­tre­terin Gundi Störner. „Wir unterstützen das Enga­ge­ment der Feu­er­wehr“, betonte Werner. „Solche Übungen helfen uns, unser Per­sonal für Gefah­ren­si­tua­tionen zu sen­si­bi­li­sieren. Auch die Mit­ar­beiter müssten trai­nieren. Schließlich beher­berge die Klinik 250 Pati­enten.

Als “sehr inter­es­sant„ bezeich­nete Gundi Störner das Erlebte und bekannte: “Es hat mich fas­zi­niert, wie die Fäden zuein­an­der­laufen.„ Zwar hofft die Stadträtin, dass die Übung nie zum Ernst­fall wird. Wenn es aber so weit komme, wisse die Bevölke­rung, dass sie mit der Wehr gut ver­sorgt sei. “Die Leis­tung war toll„, lobte Störner.

Das sah Kom­man­dant Felix Mann genauso. “Wir haben das Übungs­ziel erreicht. Die Führungskräfte waren gefor­dert, die ver­missten Per­sonen wurden schnell gefunden„, lau­tete sein Fazit.

Hin­ter­grund sei gewesen, die Leis­tungsfähig­keit der Abtei­lungen Bad Rap­penau und Bon­feld sowie der Führungs­gruppe Heins­heim zu überprüfen. Der Rap­pen­auer Kom­man­dant sprach von einer “Ein­satzübung unter realen Bedin­gungen für die Atem­schutzgeräteträger„. Es sei darum gegangen, die psy­chi­schen wie phy­si­schen Belas­tungen der vor­ge­henden Trupps und Führungskräfte unter Stress rou­ti­nierter abzu­han­deln. Daneben sollte die Übung dem Ausbau der Objekt­kennt­nisse aller Betei­ligten dienen.

Neue Wege beschreitet die Frei­wil­lige Feu­er­wehr der Kur­stadt auch in Sachen Real­brand­aus­bil­dung. Die Möglich­keit, diese in einem Brand­con­tainer eines Ener­gie­ver­sor­gers abzu­halten, fiel weg, nachdem die Strom­kon­zes­sion ander­weitig ver­geben worden ist.

Trai­nings­zen­trum “Danach gab es bei uns ver­schie­dene Über­le­gungen„, erklärte Axel Klum­bach, zweiter stell­ver­tre­tender Kom­man­dant, Dazu zählte die Option, selbst einen mit Holz befeu­erten Con­tainer zu bauen und so für reale Bedin­gungen zu sorgen. Diese Idee wurde ver­worfen. Viel­mehr ent­schloss man sich, in einem gewerb­li­chen Trai­nings­zen­trum in Külsheim Plätze zu buchen.

“Wir haben sechs Kame­raden zu einem mehrtägigen Lehr­gang dorthin geschickt. Sie haben dort eine Aus­bil­dung gemacht und können zukünftig als Aus­bilder fun­gieren„, so Klum­bach.

Seit 2012 sind rund 30 neue Atem­schutzgeräteträger dazu­ge­kommen, die nun ebenso wie die alten künftig in dieser Anlage geschult werden. “Dadurch, dass wir nun selbst Aus­bilder haben, können wir die Kosten mini­mieren, da wir nur die Anlage mieten, ohne das Per­sonal„, erläuterte Klum­bach.

Wehr in Zahlen:

Die Frei­wil­lige Feu­er­wehr Bad Rap­penau besteht aus neun Abtei­lungen, in denen 477 Mit­glieder ehren­amt­lich ihren Dienst tun. Die Ein­satz­ab­tei­lung umfasst 278 Aktive, der Alters­ab­tei­lung gehören 74 Mit­glieder an, während in der Jugend­feu­er­wehr 109 Mädchen und Jungen mit den Auf­gaben ver­traut gemacht werden. 16 Mit­glieder hat die Feu­er­wehr­ka­pelle im Stadt­teil Heins­heim. Im Schnitt der ver­gan­genen drei Jahren rückten die Rap­pen­auer Flo­ri­ansjünger jeweils zu 146 Einsätzen aus. nit

Bild:

Keine leichten Übungs­be­din­gungen: In dem ver­rauchten Gebäude der Sali­nen­klinik mussten sich die Feu­er­wehr­leute erst zurecht­finden. Foto: Franz Theuer