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Feuerwehr Degmarn feiert die Gründung vor 125 Jahren

Oedheimvon Heinz Schmierer, Feuerwehr Oedheim

Eine Mel­de­liste des Ober­amts Neckar­sulm beweist die Tat­sache, dass 1886 in Degmarn ein Pflicht­feu­er­wehr mit vier Zügen und einer Mann­schafts­zahl von 60 Mann gegründet wurde, auf könig­li­chen Erlass und mit Nach­druck. Die Frei­wil­lige Feu­er­wehr Oed­heim, Abtei­lung Degmarn, fei­erte nun diese 125 jahre mit einer sehr schönen Jubiläums­ver­an­stal­tung in der Mehr­zweck­halle in Degmarn. Wei­tere Gründe für die Feier waren der 40. Jah­restag des Zusam­men­schlusses mit der Feu­er­wehr Oed­heim im Rahmen der Gemein­de­re­form 1971 und die Indien­stel­lung des Trag­kraft­sprit­zen­fahr­zeug TSF vor 25 Jahren.

Im Außenbe­reich der Halle emp­fingen die bis­he­rigen Fahr­zeuge der Abtei­lung Degmarn, der hand­ge­zo­gene Ein­satz­karren, der schlep­per­ge­zo­gene Trag­kraft­sprit­zenanhänger TSA und das der­zei­tige TSF sowie das erste moto­ri­sierte Oed­heimer Löschgrup­pen­fahr­zeug LF 8 aus dem Jahre 1961 und das künftige Degmarner LF 8 die sehr zahl­reich erschie­nenen Besu­cher und Gäste.

Kom­man­dant Franz Schuster konnte neben den Feu­er­wehr­ka­me­ra­dInnen und den fast vollzählig anwe­senden Gemeinderäte unserer Gemeinde Bürger­meister Ulrich Ruoff, Altbürger­meister Man­fred Ley und Pfarrer Georg Remm­linger beson­ders begrüßen. Ebenso Feu­er­wehr­ab­ord­nungen aus Bad Fried­richs­hall, Neu­en­stadt und Offenau. Neben der Gra­tu­la­tion zum 125-jährigen Bestehen der Abtei­lung Degmarn mit ihren 16 Feu­er­wehr­leuten um Abtei­lungs­kom­man­dant Uli Mann ging er beson­ders auf die Zukunft der Abtei­lung ein, die auf­grund der Feu­er­wehr­kon­zep­tion auf jeden Fall selbständig bleibt und mit dem LF 8 aus Oed­heim aus­ge­stattet wird, wenn das neue Hil­fe­leis­tungs­fahr­zeug HLF in Dienst gestellt werden kann. Dafür sollte die Abtei­lung Degmarn aller­dings min­des­tens 200 % der Besat­zung, also 18 Feu­er­wehr­leute, stark sein.

Bürger­meister Ulrich Ruoff wies auf den ganz beson­deren Geburtstag hin, auf 125 Jahre gelebten Gemein­sinn der Feu­er­wehr­ka­me­raden. Die Feu­er­wehr war die früheste und mutigste Bürger­ini­ta­tive und er dankte allen Feu­er­wehr­leuten für die geleis­tete Arbeit und die immerwährende Ein­satz­be­reit­schaft unter dem Motto "Einer für alle, alle für einen". Die Gründung der Feu­er­wehr, das zen­trale Ereignis für Degmarn im Jahre 1886, ist eine uni­ver­selle Task force, die pau­senlos ein­satz­be­reit ist. Er unter­strich, dass Feu­er­wehr­leute von Natur aus ein­satz­willig sind und des­halb für jede Gemeinde unver­zichtbar sind. Er wünscht sich wei­terhin eine gedeih­liche Zusam­men­ar­beit, für die eine sehr gute Kame­rad­schaft inner­halb der Feu­er­wehr unab­dingabr ist. Zur Stärkung dieser Kame­rad­schaft über­reicht er der Abtei­lung Degmarn als Geschenk der Gemeinde einen Gut­schein für eine Bier­gar­nitur.

Rolf Weiss, der langjährige Abtei­lungs­kom­man­dant und jet­zige Zugführer der Alters­ab­tei­lung, ging auf die Geschichte der Abtei­lung ein, die Gründung, bei der jeder zur Feu­er­wehr mußte, der fähig war, immerhin 60 Männer bei einer Gesamtbevölke­rung von 300 Per­sonen. Auch die sehr spärliche Ausrüstung, denn erst ab 1890 gab es Hand­pump­spritzen und ab 1920 motor­gestütze Pumpen. Die Alar­mie­rung erfolgte über die Kir­chen­glo­cken. Weiter berich­tete er vom zu 80 % zerstörten Degmarn, bei dem in den letzten Kriegs­tagen auch das Rat­haus aus­brannte und alle Unter­lagen ver­nich­tete. Seinen Vorgängern als Kom­man­dant und ab 1971 als Abtei­lungs­kom­man­dant und nun nach ihm seinem Nach­folger Uli Mann bestätigte er eine gute Ver­bin­dung zur Gemeinde unter Bürger­meister August Horch, Karl Hehn, Man­fred Ley und heute Ulrich Ruoff.

Franz Schuster dankte Rolf Weiss für dessen Vor­trag und auch für dessen sehr gute Arbeit mit den Worten "Rolf ohne Feu­er­wehr ist wie Feu­er­wehr Degmarn ohne Rolf Weiss". Für die Feu­er­wehren der umlie­genden Gemeinden sprach Kdt. Kurt Semen aus Bad Fried­richs­hall noch­mals die beacht­liche Größe der dama­ligen gemischten Feu­er­wehren an. In Degmarn in vier Zügen mit 60 Männern und in Oed­heim eben­falls in vier Zügen mit 186 Mann bei der Gründung 1866 hatten in den aus Pflicht­feu­er­wehr und frei­wil­liger Feu­er­wehr bestehenden Wehren das Leben und das Hab und gut der Mitbürger zu schützen. Er gra­tu­lierte Uli Mann und der Abtei­lung Degmarn und über­reichte ihm für das Feu­er­wehr­haus in Degmarn einen Wand­teller.

Am Nach­mittag konnte dann die Jugend­feu­er­wehr unserer Wehr unter der Lei­tung von Jugend­wart Stefan Deckert und der Moto­ra­tion von Marco Mann, dem stv. Abtei­lungs­kom­man­dant, einen simu­lierten Con­tai­ner­brand bekämpfen. Vor der beacht­li­chen Kulisse von sehr vielen inter­es­sierten Zuschauern konnte unsere Jugend­feu­er­wehr ihren guten Aus­bil­dungs­stand unter Beweis stellen. Wir hoffen nun, dass diese gelun­gene Übung viele Jugend­liche über­zeugt hat, sich bei der Jugend­feu­er­wehr zu enga­gieren und freuen uns auf viele Anmel­dungen. Dadurch kann gewährleistet

werden, dass die Abtei­lung Degmarn auch in der Zukunft wei­tere Jubiläen feiern kann.

An dieser Stelle danken wir noch­mals allen sehr herz­lich, die zum sehr guten Gelingen dieser relativ kurz­fristig durchgeführten Jubiläums­ver­an­stal­tung bei­getragen haben