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Feuerwehr Bad Rappenau zur Heißausbildung auf der Schwäbischen Alb

Bad Rappenauvon Thomas Wachno, Feuerwehr Bad Rappenau

Samstag früh, kurz vor 6.00 Uhr. Hek­ti­sches treiben im Feu­er­wehr­haus von Bad Rap­penau. Aber nein, dieses mal kein Ein­satz.
Die Reise ging dieses mal auf die Schwäbische Alb in die Nähe von Münsingen auf einen alten Truppenübungs­platz. Dort hat sich die Firma ErHaTec seit Herbst 2005 ein­quar­tiert und bildet Feu­er­wehr­leute in Sachen Brandbekämpfung aus.
3500 Teil­nehmer aus ganz Europa wurden hier schon aus­ge­bildet, vom „kleinen Feu­er­wehr­mann“ bis hin zum Kreis­brand­meister.

Teil­nehmer bei deisem Lehr­gang waren fünf Kame­raden aus Bad Rap­penau, sowie drei Kame­raden einer Werks­feu­er­wehr.
Nach der Sicher­heits­ein­wei­sung im „kalten“ Con­tainer ging es dann los.

Durch­gang 1 - Den Brand­ver­lauf beob­achten sowie Wärmegewöhnung.
Im „offenen System“ trennt keine Tür den Brand­raum vom Beob­ach­tungs­raum, der Brand­ver­lauf kann vom kleinen Ent­ste­hungs­brand bis hin zum Flash-Over beob­achtet werden. Schon jetzt wurde vom Trai­ner­team der rich­tige Ein­satz des Strahl­rohres ver­mit­telt. Wann wird ein 45°Sprühwinkel, wann ein 30° Sprühwinkel und wann und wie wird Voll­strahl ein­ge­setzt. Dieser Durch­gang dau­erte in etwa 30 min. Die anschließende Kaf­fee­pause hatten wir uns red­lich ver­dient.

Durch­gang 2 - Rauch­durchzündungen
In der der RDA (Rauch Durchzündungs Anlage) konnten wir erneut den Brand­ver­lauf beob­achten, der aber nun viel rasanter ablief, da der Brand­raum als sol­ches viel kleiner war und sich ent­spre­chend die Wärme staute. Alle konnten nun sehen und fühlen, das in der Rauch­schicht zunächst viel Was­ser­dampf vor­handen war, was sich dann aber schlag­artig änderte. Als nun vom Con­tainer beide Flügeltüren geschlossen wurden senkte sich auch die Rauch­schicht bis auf 50cm zum Boden ab. Sowie aber die Rauch­schicht fiel, stieg aber die Tem­pe­ratur. Die drei Druck­zonen - Unter­druck­zone am Boden, Neu­trale Zone an der Rauch­schicht­grenze sowie die Über­druck­zone als aus­tre­tender Rauch - waren ein­wand­frei zu erkennen. Mit dem Öffnen der Rauch­kappe und der Flügeltüren war dann aber bald wieder klare Sicht.
Inzwi­schen stand der Brand­raum im Voll­brand und das Feuer wech­selte vom Brenn­stoff-kon­trol­lierten Zustand in den Sau­er­stoff-kon­trol­lierten Zustand.
Gut zu sehen war, daß beim kurz­zei­tigen Schließen der Brand­raumtür, das Feuer bei­nahe „in sich zusammen fiel“.
Jetzt war es dann Zeit für Rauch­durchzündungen, die äußerst impo­sant waren und erahnen liesen, was bei einem „rich­tigen Feuer“ auf die ein­ge­setzten Atem­schutzgeräteträger zukommen kann.

In der Mit­tags­pause konnten sich Teil­nehmer und Trainer für die bevor­ste­henden Trai­nigs­ein­heiten stärken.

Strahl­rohr­trai­ning

Noch­mals genau erklärt wurde die Hand­ha­bung eines Hohl­strahl­rohres beim Strahl­rohr­trai­ning und wel­chen Sinn die ver­schie­denen Sprühwinkel machen.
Danach gings zum weiter zum

Durch­gang 3 - Rauch­durchzündungen blo­cken
Wenn es zu einer Durchzündung kommt, ist es sicher­lich nicht sinn­voll dabei zu zusehen, son­dern wir müssen „arbeiten“. Genau dieses wurde im dritten Durch­gang ver­mit­telt.
Außerdem durfte man spüren, was es bedeutet zuviel Wasser zu benutzen, denn Was­ser­dampf „schlägt“ fast unge­hin­dert durch die Schutz­klei­dung durch.

Durch­gang 4 - Angriffsübung
Vom Ver­bin­dungs­con­tainer aus wurde eine Angriffsübung ins Offene System gefahren. Hier mussten die ein­zelnen Trupps zweimal die Türpro­zedur anwenden und konnten dann Ihre erlernten Fähig­keiten am Strahl­rohr anwenden.

Alle Teil­nehmer waren sich anschließend einig, daß so ein Aus­bil­dungstag eigent­lich „Atem­schutz Grund­aus­bil­dung“ ist.
Gegen 17.00 Uhr waren wir dann wieder Zuhause und abends auf der Weih­nachts­feier gab es viel zu erzählen…
Wei­tere Infor­ma­tionen gibt es bei www.erhatec.de oder bei Thomas Wachno - Feu­er­wehr Bad Rap­penau

Bild 1: Durch­gang 1 - Brand­ver­lauf beob­achten
Bild 2: Strahl­roh­trai­ning
Bild 3: Grup­pen­foto: [hinten: Sebas­tian Heisig (links), Michael Allaut (3. von links), Klaus Schneider (ganz rechts); vorne (von links nach rechts): Michael Gabel, Chris­tian Böhrer (Trainer), Conrad Wagen­bach, Jürgen Ernst (Trainer), Thomas Wachno (Trainer)]