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Feuerwehr Bad Rappenau übt Wasserrettung

Bad Rappenauvon Nicole Theuer, HSt

Hilflos trieb eine Person in der Mitte des Neckars beim Boots­an­leger Heins­heim. Während der Ver­un­fallte langsam mit der Strömung in Rich­tung Gun­dels­heim trieb, ließen die Mit­glieder der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr Heins­heim mit rou­ti­nierten Hand­griffen ihr Boot zu Wasser und machten sich fertig, um zu Hilfe zu eilen. Während­dessen lösten die Flo­ri­ansjünger aus Bad Rap­penau, die eben­falls alar­miert worden sind, ihr Schlauch­boot vom Rüstwagen, um eben­falls zu Hilfe zu eilen. Der­weil brachte Jürgen Seel, Abtei­lungs­kom­man­dant der Abtei­lung Rap­penau die Dreh­leiter in Posi­tion, um die angehängte Trage zum scho­nenden Trans­port des Ver­unglückten ein Stück in Rich­tung des Flusses zu hieven.

Beob­achtet wurde die Sze­nerie von Heins­heims Abtei­lungs­kom­man­dant Mat­thias Kampp. In aller Ruhe, denn am Mon­tag­abend übten die Retter den Ernst­fall und der Ver­unglückte war ledig­lich ein ins Wasser gewor­fener Ret­tungs­ring. „Es ist wichtig, dass die Kame­raden ein Gefühl für das Boot bekommen“, erzählte Kampp, während die zehn Flo­ri­ansjünger aus der Kern­stadt sich bereit machten, ausgerüstet mit Schwimm­westen mit dem Heins­heimer Boot und ihrem Schlauch­boot auf den Fluss hin­aus­zu­fahren. „Das Schlauch­boot ist für den ersten Angriff geeignet, denn es ist schneller zu Wasser gelassen als unser Boot“, erklärte Kampp, Des­halb ging es bei der Übung nicht nur darum, die Ret­tung aus dem Fluss zu üben, son­dern auch ein Gefühl für das Heins­heimer Motor­boot zu bekommen. Geduldig erklärte der Bootsführer, von denen die Wehr einige hat, die Hand­ha­bung des Motor­boots. „Im Ernst­fall würde immer das Bad Rap­pen­auer DLRG gemeinsam mit uns alar­miert“, erzählte Kampp weiter, während sich die Frau und die Männer auf dem Boot bereit machten, abwech­selnd den aus­ge­wor­fenen Ring aus dem Wasser zu ziehen. „Gerettet wird immer strom­aufwärts. Stromabwärts ist das schwerer, da das Boot sonst abge­trieben werden würde. Des­halb wird die Unfall­stelle ange­fahren und dann muss der Bootsführer ent­scheiden, auf wel­cher Seite die Person gerettet wird“, gab Kampp den Kol­legen vor dem Ablegen mit auf den Weg.

Nachdem diese Übung zur Zufrie­den­heit der Ver­ant­wort­li­chen gelungen war, galt es im nächsten Übungs­schritt, den Geret­teten auf die Trage zu betten. Gar nicht so ein­fach, schließlich gab es keinen sta­bilen Unter­grund, son­dern sich ständig bewe­gendes Wasser. Um im Ernst­fall den Ver­letzten so sanft wie möglich an Land zu bringen, hatte Jürgen Seel die Dreh­leiter auf maximal Länge waag­recht in Rich­tung Fluss aus­ge­fahren. Mit geübten Hand­griffen wurde eine Frei­wil­lige auf der Trage fixiert und an Land gezogen. Doch damit nicht genug, in einem nächsten Schritt musste die Person schon auf dem Boot auf der Trage fixiert werden. Auch das klappt rei­bungslos, so dass sich die Ver­ant­wort­li­chen mit der Übung am Ende zufrieden zeigten.

Glückli­cher­weise müssen die Flo­ri­ansjünger äußerst selten zu Was­ser­ret­tung ausrücken. „Der letzte Ernst­fall war vor einigen Jahren, als eine Person an der Schleuse in Gun­dels­heim ver­misst worden ist. Da haben wir bei der Suche geholfen“, erzählte Kampp. Doch nicht nur die Ret­tung von Per­sonen aus dem Wasser gehört zu den Auf­gaben. „Wir können bei einer Havarie in der Schiffs­brandbekämpfung ebenso ein­ge­setzt werden wie beim Abpumpen von Wasser aus dem Lade­raum oder dem Aus­legen von Ölsperren auf dem Fluss.“

Quel­len­an­gabe: Nicole Theuer / HST