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Feuerwehr Bad Rappenau erweitert Ausbildungskompetenz

Viel hat sich in den letzten Jahren bei der Feu­er­wehr in punkto Schutz­be­klei­dung und Lösch­technik getan. Dieser Ent­wick­lung gilt es Schritt zu halten, zusätzlich muss einigen gesetz­li­chen Anfor­de­rungen in der Aus­bil­dung Rech­nung getragen werden.Gründe genug also, sich mit dem Thema der soge­nannten Heiss- oder Real­brand­aus­bil­dung zu beschäftigen. Bei der Feu­er­wehr Bad Rap­penau macht dies seit 2012 ein Team von Aus­bil­dern, die aus ver­schie­denen Abtei­lungen der Wehr stammen.Zunächst stand für die Aus­bil­dung ein mobiler Gas­be­feu­erter Con­tainer der EnBW zur Verfügung. Diesen Con­tainer haben in 2013 ein Großteil der ca. 160 Atem­schutzgeräteträger in Bad Rap­penau durch­laufen und dabei eini­gens an Lern­ef­fekten erzielt. Nach einer Neu­ver­gabe der Strom­kon­zes­sionen durch den Gemein­derat, steht diese Anlage seit Ende 2013 aller­dings nicht mehr zur Verfügung. Es musste also etwas Neues her. Das Aus­bil­der­team wurde damit betraut, eine Lösung zu erar­beiten. Zunächst stand die Idee im Raum, eigenständig einen soge­nannten Fest­stoff­be­feu­erten Con­tainer (in sol­chen Anlagen wird unbe­han­deltes Holz ver­brannt) zu bauen und zu betreiben. Holz­be­feu­erte Anlagen haben gegenüber Gas­be­feu­erten den Vor­teil, daß Sie neben einer Wärmegewöhnung auch das Bekämpfen von ver­schie­denen Phänomen trai­nieren, die in Ver­bin­dung mit Rauchgas ent­stehen. Dies ist so in einer Gas­be­feu­erten Anlage nicht möglich. Her­aus­for­de­rungen einer Holz­be­feu­erten Anlage sind dagegen der Betrieb, der mit ent­spre­chenden Rau­ch­emis­sionen ver­bunden ist und die Sicher­heit in einer sol­chen Anlage. Ein Holz­feuer kennt, anders als ein Gas­feuer, keinen NOT-AUS-Knopf.

Aus ver­schie­denen Gründen wurde der Bau einer eigenen Anlage ver­worfen und ein teil­kom­mer­zi­eller Ansatz gewählt. Das Aus­bil­der­team, das der­zeit aus sechs Kame­raden besteht, absol­vierte somit auf dem Gelände der Firma IFRT den Lehr­gang zum Aus­bilder für Real­brand­trai­ning. Die Firma IFRT (Inter­na­tional Fire and Rescue Trai­ning) mit Sitz in Külsheim bietet auf komm­mer­zi­eller Basis Aus­bil­dungen zum Thema Real­brand­aus­bil­dung an. Die Übungs­an­lagen der Firma IFRT liegen auf dem Gelände des ehe­ma­ligen Pan­zer­wasch­platzes der Prinz-Eugen-Kaserne in Külsheim. In vie­lerlei Hin­sicht also ein idealer Ort für der­ar­tige Übungen. Der mehrtätige Aus­bil­dungs­lehr­gang war für das gesamte Team eine tolle Erfah­rung und auch Her­aus­for­de­rung. Bedingt durch den hohen Pra­xis­an­teil ging es inner­halb der Aus­bil­dung täglich mehr­fach „ins Feuer“, hier konnte das Team nicht nur die Fähig­keiten der eigenen Schutz­klei­dung ken­nen­lernen, son­dern erlebte auch die Grenzen der eigenen körper­li­chen Belas­tungsfähig­keit. Dies alles unter Anlei­tung der Trainer von IFRT - im Haupt­beruf alles Feu­er­wehrmänner von ver­schie­denen Berufs­feu­er­wehren. Ein­hel­liges Fazit der Gruppe nach Ende des Lehr­ganges war dann auch, daß für die Feu­er­wehr Bad Rap­penau auf der Anlage zukünftig eine gutes und fun­diertes Trai­ning möglich sein wird. Neben allen Lern­ef­fekten wird dabei der Haupt­fokus auf der sicheren Brandbekämpfung liegen. Das größte Anliegen der Aus­bilder ist es doch, daß alle Kame­raden immer wohl­be­halten von den Einsätzen zurückkehren. Diesem Ziel wird mit der zukünftigen Art der Aus­bil­dung Rech­nung getragen. Auch Kom­man­dant Felix Mann, der zu einem Kurz­be­such hin­zustieß, zeigte sich über­zeugt von dem ein­ge­schla­genen Weg: „Die Möglich­keit, auf der IFRT-Anlage mit unseren eigenen Aus­bil­dern Trai­nings durchzuführen eröffnet neue Möglich­keiten der Aus­bil­dung, die wir so am Standort nicht leisten könnten.“

Der Plan des Aus­bil­der­teams sieht nun­mehr vor, daß nach Abschluss der Aus­bil­dung - hier sind noch einige Pra­xis­durchgänge vonnöten - die Aus­bilder auf der Anlage der Firma IFRT die eigenen Kame­raden schulen werden. Dies hat den Vor­teil, daß ein spe­zi­fisch auf die Belange der Feu­er­wehr Bad Rap­penau ent­wi­ckeltes Trai­ning durchgeführt werden kann. Start dieser Trai­nings wird vor­aus­sicht­lich im Frühjahr 2016 sein.

Bild 1: Felix Mann beim Besuch des Lehr­gangs mit dem Aus­bil­der­team. Von links nach rechts: Felix Mann, Ilja Woita­schek, Michael Mohr, Axel Strauch. Knieend: Ste­phan Wegner, Felix Hocher. Nicht auf dem Bild aber auch im Team: Jan Link.

Bild 2: Ein Teil der Anlage der Firma IFRT

Bild 3: Debrie­fing in der Gruppe nach erfolgtem Durch­gang.