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Erdbeben erschüttert die Region Heilbronn-Franken

Den ehren­amt­li­chen Hel­fern von THW, Ret­tungs­dienst und Feu­er­wehr bot sich am 25. März 2017 ein umfang­rei­ches Übungs­sze­nario. Gegen 4 Uhr wurden die Helfer zur Ein­satz­stelle „EDEKA Ell­hofen“ alar­miert. Da das Erd­beben auf der Rich­ter­skala die Stufe 6 erreichte, mussten diese mit leichten bis mit­tel­starken Schäden am Gebäude rechnen.

Als die ersten Helfer ein­trafen, stellten diese eine aus­rei­chende Beleuch­tung des Außenbe­rei­ches sicher. Zeit­gleich wurde ein Trupp zur Erkun­dung in das Gebäude geschickt. Da im oberen Teil des Gebäudes noch Per­sonen ver­mutet wurden, suchte dieser Trupp zugleich nach einer geeig­neten Stelle, um diese zu retten. Da das Trep­pen­haus ein­gestürzt war, mussten sich Helfer den Weg durch den Kühlbe­reich in das 1. Ober­ge­schoss bahnen. Dazu wurden der Weg und der Arbeits­be­reich mit Hilfe von Strah­lern aus­ge­leuchtet.

Anschließend wurde mit dem Ein­satz-Gerüst-System (EGS) eine Arbeits­platt­form gebaut, um den erfor­der­li­chen Wand­durch­bruch durchzuführen. Mit Hilfe von einem Trenn­schleifer, eines Bohr­ham­mers und Mus­kel­kraft wurde die Öffnung erfolg­reich her­ge­stellt.

Kurz nach der Wandöffnung wurde eine ver­letzte Person gefunden. Diese wurde bis zum Ein­treffen des Ret­tungs­dienstes von einem THW-Helfer erst­ver­sorgt, betreut und kurz befragt, ob Sie wisse, wie viele Per­sonen sich noch im Gebäude befinden. Unter­dessen wurde ein wei­terer Trupp zur Erkun­dung des 1. Ober­ge­schoss los­ge­schickt. Da sich viele Türen im 1. Ober­ge­schoss nicht mehr öffnen ließen, mussten diese zum Teil mit Brech­eisen oder Vor­schlaghämmern auf­ge­bro­chen werden. Im Laufe der Übung wurden ins­ge­samt 14 Ver­letze gefunden. Diese wurden mit­tels eines Fla­schen­zugs aus dem Ober­ge­schoss gerettet und dem Ret­tungs­dienst Überg­eben.

Zur selben Zeit wurde durch den THW Orts­ver­band Wid­dern, mit Unterstützung des Orts­ver­bandes Pfedel­bach und der Feu­er­wehr Weins­berg, die andere Gebäude­seite abgestützt. Dazu kam das soge­nannte Abstützsystem Holz (ASH) zum Ein­satz, das im OV Wid­dern sta­tio­niert ist. Auf­ge­baut wurde der soge­nannte Stützbock, der bis zu 15 Meter in die Höhe rei­chen kann. Er besteht aus Boh­len­treibladen, also Balken, die auf dem Boden liegen. Auf ihnen werden senk­recht ste­hende Streich­balken befes­tigt, es ent­steht ein rechter Winkel. Um die Kon­struk­tion zu sta­bi­li­sieren, befes­tigen die Hel­fe­rinnen und Helfer dia­gonal, zwi­schen Boh­len­treibladen und Streich­balken, soge­nannte Strebstützen, was dem Ganzen das Aus­sehen eines Drei­ecks ver­leiht.

Um die Gefahr der ein­ge­setzten Helfer zu ver­rin­gern, wurde das Ein­satz­stellen-Siche­rungs-System (ESS) zur Über­wa­chung ein­sturzgefährdeter Objekte oder Gebäude zum Ein­satz gebracht. Mit ihm lassen sich Bewe­gungen in beschädigten Gebäuden Über­wa­chen und so Gefahren für Ret­tungs-, Ber­gungs- oder Räumkräfte frühzeitig erkennen. Durch ver­schie­dene Betriebs­modi ist das ESS fle­xibel in ver­schie­densten Ein­satz­sze­na­rien und unter­schied­li­chen Gefährdungs­lagen ein­setzbar.

Nach dem alle Auf­gaben erfolg­reich beendet wurden, wurde das ver­wen­dete Mate­rial zurückge­baut, auf den Fahr­zeugen ver­lastet und die Übung beendet.

Im Übungs­ein­satz waren vom THW 53 Helfer aus den Orts­verbänden:

  • THW Laden­burg
  • THW Schwäbisch Hall
  • THW Weins­berg
  • THW Wid­dern
  • THW Pfedel­bach
  • THW Wert­heim

Zur Unterstützung waren die Feu­er­wehr Weins­berg sowie das DRK Weins­berg, DRK Wüstenrot und DRK Möckmühl an der Übung betei­ligt.