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Einst trommelte der Amtsbote Alarm

Beilsteinvon Barbara Barth, HSt

Schmid­hausen gibt es als Abtei­lung 2 der Beil­steiner Wehr bald nicht mehr. Die Fusion steht bevor. Schließlich wird in Kürze ein neues, zen­trales Feu­er­wehr­haus auf der Harthöhe bezogen. Doch im Jubiläumsjahr geht der Blick auch zurück zu den Anfängen.

Wenig Geld In der kleinen, zwar selbstständigen, aber auch finanz­schwa­chen Gemeinde Schmid­hausen mit ihren sieben, weit ver­streuten Wei­lern war nicht überall geeig­netes Gerät für den Brand­fall vorrätig. Auch man­gelte es an Per­sonal. Zwar war gere­gelt, wer im Ernst­fall Butten und Eimer mit­zu­bringen hatte und dass der Amts­diener man­gels Glocke "mit der Trommel Feuer-Lärm machen" musste, doch sollte der Feu­er­schutz besser orga­ni­siert werden. Da beschloss der Gemein­derat 1886, eine "Pflicht­feu­er­wehr aus den feu­er­wehr­pflich­tigen Männern aus sämtli­chen Par­zellen" einzuführen. Das war die Geburts­stunde die Feu­er­wehr Schmid­hausen.

Schon 1888 wurde die erste vierrädrige Saug­fe­der­spritze für 1360 Mark ange­schafft. Wo sie stehen sollte, wurde heiß dis­ku­tiert. Jeder Weiler wollte sie haben. Schließlich einigte man sich auf Unter­jet­ten­bach. An die kleine, 1730 erbaute Dorf­kelter wurde eine 32 Qua­drat­meter große "Sprit­zen­re­mise" ange­baut, das erste Feu­er­wehr­ma­gazin. Die Löschwas­ser­ver­sor­gung in den Wei­lern wurde in dem Maße besser, als Was­ser­lei­tungen gebaut wurden.

Um 1900 bestand die Schmidhäuser Wehr aus 85 Feu­er­wehrmännern, ein­ge­teilt in vier Züge: Stei­gerzug, Sprit­zen­mann­schaft, Ablösung und But­tenträgerab­tei­lung. Der Kom­man­dant verfügte über einen Melder und einen Hor­nisten.

Im Laufe der Jahre wurde dieser Aufbau mehr und mehr als unzweckmäßig emp­funden. Auch ließ die Ein­satz­freude der Feu­er­wehr­pflich­tigen zu wünschen übrig. In der Fest­schrift zum 100. Bestehen 1986 schreibt Autor Dietmar Rupp zum Bei­spiel: "In man­chen Jahren wurde nicht eine ein­zige Übung abge­halten."

Umwand­lung 1929 wurde aus der Pflicht- eine Frei­wil­lige Feu­er­wehr, die in den 30er Jahren als hoch­mo­dern galt. Im Oberamt Mar­bach gab es zu jener Zeit nur drei Motor­spritzen. Eine besaß Schmid­hausen.

1971 stand die Ein­ge­mein­dung der kleinen Kom­mune nach Beil­stein an, und damit verlor auch die Feu­er­wehr Schmid­hausen ihre Eigenständig­keit. Doch auch als Abtei­lung 2 der Beil­steiner Wehr orga­ni­sierten die Schmidhäuser ihren Übungs­be­trieb und die Kame­rad­schafts­pflege wei­terhin selbst. 1983 bezogen sie schließlich ihr neues Feu­er­wehr­ma­gazin, einen umge­bauten ehe­ma­ligen Geräteschuppen der Spar- und Dar­le­hens­kasse in Schmid­hausen.

Bild: Die 1730 erbaute Dorf­kelter von Jet­ten­bach wird heute privat genutzt. Im Anbau stand Schmid­hau­sens erste Feu­er­wehr­spritze. (Foto: Bar­bara Barth)