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Drehbuch setzt auf Realitätsnähe

Güglingenvon Roland Baumann, HSt

Die Hauptübung 2011 ging bei der Güglinger Feu­er­wehr am ver­gan­genen Samstag realitätsnah über die Bühne. Waren in den ver­gan­genen Jahren der engste Kreis der Führungskräfte ins "Dreh­buch" ein­ge­bunden, hatte es diesmal der neu ins Amt gewählte stell­ver­tre­tende Feu­er­wehr­kom­man­dant Andreas Conz anders gewollt: Erst beim Ausrücken erfuhren die 45 zur Übung angerückten Feu­er­wehr­leute das Sze­nario. Ledig­lich der Kreuz­band geschädigte Kom­man­dant Bernd Neu­bauer war ein­ge­weiht und in Zivil als Übungs­be­ob­achter vor Ort.

Das Betriebsgelände von Weber-Hydraulik war für die Hauptübung zur Verfügung gestellt worden. Über die seit zehn Jahren instal­lierte Brand­mel­de­an­lage (BMA) wurde alar­miert, der Notruf über die Ret­tungs­leit­stelle Heil­bronn an die Güglinger Wehr geleitet und die Ein­satzkräfte per Funk sowie über die Sirenen zum Ein­satzort gerufen. Die Werk­tore öffneten sich nach der Alar­mie­rung auto­ma­tisch. An der BMA konnten die Wehrmänner den Brand­herd erkennen. Mit dem dort abge­legten Gene­ral­schlüssel ver­schafften sie sich Zugang zum ange­nom­menen Ein­satzort.

Helfer Sechs Minuten nach dem Notruf waren die ersten Fahr­zeuge vor Ort. Die Helfer vom DRK Bra­cken­heim waren 14 Minuten nach der Alar­mie­rung mit zwei Ein­satz­fahr­zeugen an der Übungs­stelle. Grup­penführer wiesen die zum Schnell­an­griff ein­ge­teilten Wehrmänner in den ange­nom­menen Ernst­fall ein. Alles wirkte pro­fes­sio­nell. Hektik war nicht ange­sagt.

Die Aus­gangs­lage und die Auf­ga­ben­stel­lung lau­teten: In der Gal­vanik-Abtei­lung entzündeten sich große Rollen Ver­pa­ckungs­pa­pier. Zwei Mit­ar­beiter, die den Brand bemerkt hatten, schei­terten bei ihren Löschver­su­chen, seien durch den Rauch bewusstlos geworden und müssen im Gebäude gesucht und geborgen werden. Men­schen­ret­tung stand an erster Stelle, danach die Siche­rung der Gal­vanik-Bäder und der Werk­halle, um zu ver­hin­dern, dass sich der Brand weiter aus­breitet.

Ver­sor­gung Atem­schutz­trupps rückten in die Werk­halle ein, fanden die Ver­letzten schnell, ret­teten sie und überg­aben sie den DRK-Hel­fern zur wei­teren Ver­sor­gung. Sechs Fahr­zeuge mit ihren Besat­zungen sorgten für das not­wen­dige Löschwasser und bauten zusätzlich eine Schlauch­lei­tung zur nahe gele­genen Zaber auf.

Beson­dere Beach­tung musste bei diesem Übungs­ein­satz der Tat­sache eingeräumt werden, dass man es in der Gal­vanik-Abtei­lung mit Gefahrgut zu tun hat. Werk­seitig hatte sich Weber-Hydraulik darauf ein­ge­stellt und mit stählernen Schotten dafür gesorgt, dass bei even­tu­ellen Scha­densfällen Flüssig­keiten bis zu 230 Kubik­meter in der Halle gestaut und geson­dert ent­sorgt werden können.

Bild: Eine recht anspruchs­volle Übung haben die Feu­er­wehrkräfte aus Güglingen, Frau­en­zim­mern und Eibens­bach am Wochen­ende absol­viert. (Foto: Roland Bau­mann)