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Direkter Draht zur Feuerwehr ist die Ausnahme

Die Feu­er­walze, die das Kin­der­frei­zeit­land Tram­po­line in Böckingen am Montag in Schutt und Asche legte, ist in den Feu­er­wehren aktu­elles Thema. Auch Kreis­brand­meister Uwe Vogel macht sich Gedanken, weil es in der­ar­tigen Indoor-Spiel­parks durch große Mengen Kunst­stoff und Papier "eine wahn­sinnig hohe Brenn­last" gebe. "Das ist ein Pro­blem", sagte er.

Pflicht

Hätte es geholfen, wenn die Brand­mel­de­an­lage des Tram­po­line direkt mit der Feu­er­wehr ver­bunden gewesen wäre? Vom Gesetz her gibt es keine Vor­schrift, dass der­ar­tige Kin­der­frei­zeit­parks mit der Leit­stelle ver­taktet sein müssen, erklärt Vogel. Ver­pflich­tend sei dies bei großen Kaufhäusern, Kran­kenhäusern, Alten­pfle­ge­heimen, großen Ver­samm­lungsstätten wie Thea­tern oder Indus­trie­be­trieben bestimmter Größe. "Hilf­reich" nennt Vogel eine solche Direkt­ver­bin­dung auch für Indoor-Spielplätze. Es sei aber immer eine Ein­zel­fall­ent­schei­dung, zumal eine Nachrüstung bau­recht­lich "recht schwierig" sei.

Das Fami­li­en­spiel­pa­ra­dies Sim­sa­labim in Erlen­bach ist, genauso wie das Heil­bronner Tram­po­line, in einer ehe­ma­ligen Ten­nis­halle ent­standen. Auch hier ist das Brand­schutz­mel­de­system nicht direkt mit der Leit­zen­trale der Feu­er­wehr ver­bunden. Das Land­ratsamt hatte dem Betreiber vor der Eröffnung die­selben Brand­schutz­auf­lagen gestellt, die auch das Tram­po­line zu erfüllen hatte (wir berich­teten).

Regelmäßig ver­an­staltet die Kreisbehörde Brand­verhütungs­schauen, um den Brand­schutz in Gebäuden zu überprüfen. Im Jahr 2012 wäre das Sim­sa­labim regulär an der Reihe. Man werde prüfen, ob nicht zu viel brenn­bares Mate­rial dazu­ge­kommen sei und die Not­ausgänge funk­tio­nieren, sagt Uwe Vogel. Für ihn ist der wich­tigste Ansatz in Indoor-Spiel­parks nach wie vor, dass die Men­schen "so schnell wie möglich aus der Halle kommen".

Pizza-Alarm

Fahri Ger­valla, Besitzer des Kin­der­er­leb­nis­parks Croco Island in Großbot­twar, war "geschockt", als er vom Unglück in Heil­bronn hörte. Auch das Croco Island war zuvor eine Ten­nis­halle. Um die Sicher­heit seiner Anlage ist Ger­valla jedoch "nicht besorgt". Sein Alarm sei direkt mit der Leit­stelle der Feu­er­wehr ver­netzt. Wenn der Rauch­melder anspringe, rücke die Feu­er­wehr aus. Auch bei Fehl­alarmen: "Vor kurzem ist in der Küche eine Pizza ver­brannt", erzählt er. "Vier Minuten später stand die Feu­er­wehr auf unserem Park­platz." Das gebe ihm ein beru­hi­gendes Gefühl.

Dass im Croco Island ein direkter Draht zur Feu­er­wehr besteht, sei in Abstim­mung mit dem pla­nenden Archi­tekten erfolgt, erklärt Hans-Diet­rich Heinz, Brand­schutz-Zuständiger im Land­ratsamt Lud­wigs­burg. Auch er ver­weist auf Ein­zel­fall­ent­schei­dungen. "Man kann Gebäude nicht direkt ver­glei­chen." Ein Grund für den Draht zur Feu­er­wehr könnte in Großbot­twar auch sein, dass die Anlage etwas abseits liege.

Im Frei­berger Jum­pinn sind die Regeln anders: Hier ertönt die Brand­mel­de­an­lage nur in der Halle.