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Die Standortfrage für das neue Feuerwehrhaus Bad Rappenau ist geklärt

Bad Rappenauvon Falk-Stéphane Dezort, Rhein-Neckar Zeitung

Die Stand­ort­frage für das neue Feu­er­wehr­haus ist geklärt

Es soll auf einem 7400 Qua­drat­meter großen Areal neben dem bestehenden Gebäude ent­stehen

Bad Rap­penau. Schon seit Längerem ist der Neubau einer Wache für die Frei­wil­lige Feu­er­wehr in der Kern­stadt ein heiß dis­ku­tiertes Thema. Vor allem die Stand­ort­frage stand häufig im Mit­tel­punkt. Nun scheint diese aber geklärt. Auf einem rund 7400 Meter großen Areal neben dem bestehenden Gerätehaus in der Raiff­ei­sen­straße soll das neue Herz der kurstädti­schen Wehr ent­stehen. In einer nicht-öffent­li­chen Sit­zung hat sich der Gemein­derat mit einer Gegen­stimme und einer Ent­hal­tung für die Über­nahme der Anwesen in der Raiff­ei­sen­straße 10/1 und 12 im Erb­bau­recht aus­ge­spro­chen. Dieses soll vom Besitzer für 99 Jahre eingeräumt werden. Als jährli­cher Erb­bau­zins werden 40.000 Euro fällig. Doch in tro­ckenen Tüchern ist das ganze Vor­haben noch nicht. Wie Oberbürger­meister Sebas­tian Frei im Gespräch mit der RNZ betont, steht der Notar­termin noch aus.

Nachdem der Ver­trag unter­zeichnet ist, muss die Stadt die Gespräche mit den Bestands­mie­tern auf­nehmen und ihnen Ange­bote zur Umsied­lung unter­breiten. Denn auf dem vor­ge­se­henen Areal befinden sich unter anderem ein Autohändler und die Zen­trale eines Getränke­markts.

Nichts­des­to­trotz freut sich der Rat­haus­chef, nun einen Standort gefunden zu haben, der sowohl tech­nisch als auch städte­bau­lich Sinn ergebe. Auch die Feu­er­wehr kann mit dem künftigen Standort in unmit­tel­barer Nähe zur bis­he­rigen Lie­gen­schaft gut leben, erklärt Kom­man­dant Felix Mann auf Nach­frage. Zwar gebe es in der Theorie Stand­orte, an denen die Ein­satz- und Ausrücke­zeit noch besser wären: „Aber dann befinden wir uns auf einem Kreis­ver­kehr oder einer bebauten Fläche.“ Daher sei das nun gefun­dene Areal „die beste Lösung“.

Bei der Suche wurde die Feu­er­wehr mit­ein­be­zogen, sagt Mann. So haben die Brandbekämpfer vor­ge­schla­gene Flächen bewertet. Für Mann ist die geklärte Stand­ort­frage ein „Mei­len­stein“. Er wisse zwar auch, dass das ganze Vor­haben noch einige Zeit für die Pla­nung benötigt und es „nicht billig“ wird, jedoch ist es für ihn „ein Bekenntnis zur Feu­er­wehr, dass sich die Stadt­ver­wal­tung der Pro­bleme annimmt“.

Damit spielt der Feu­er­wehr­kom­man­dant auf das Bestandsgebäude an, das in die Jahre gekommen ist und den gestie­genen Anfor­de­rungen nicht mehr ent­spricht. „Es gibt viele Fak­toren, die auf einen Neubau drängen.“ So gebe es bei­spiels­weise nicht genügend Unter­richtsräume, keine getrennten Umkleiden und gene­relle Umstände, die nicht zur Ein­hal­tung der Arbeitsstätten­ver­ord­nung bei­tragen würden, von Stell­platz­pro­blemen in der Fahr­zeug­halle ganz zu schweigen. Und auch einen Jugend­raum gibt es bisher nicht. Das soll sich im Neubau unbe­dingt ändern, aber auch den erwach­senen Wehr­leuten wolle man ein „attrak­tives Haus bieten“. Denn das Hobby Feu­er­wehr solle auch Spaß machen.

Wie das künftige Feu­er­wehr­haus genau aus­sehen und vor allem, was es vor­aus­sicht­lich kosten wird, ist zum jet­zigen Zeit­punkt noch völlig offen. Zusammen mit einem Sach­verständigen erar­beitet die Feu­er­wehr momentan einen Bedarfs­plan, der als Grund­lage für die Aus­ge­stal­tung und anschließend auch für die Kos­ten­pla­nung dienen soll. „Wir müssen das noch durch­fi­nan­zieren. Bisher gibt es keine Größenord­nung“, erklärt OB Frei. Und eine Aus­sage über den Zeit­punkt der Fer­tig­stel­lung zu treffen, sei unseriös.

Kom­man­dant Mann ist „sehr glücklich und positiv gestimmt“, dass das Thema offenbar nicht auf „die ganz lange Bank geschoben wird. Wenn die Zusam­men­ar­beit zwi­schen Feu­er­wehr, Gemein­derat und Stadt­ver­wal­tung wei­terhin so gut funk­tio­niert, bin ich zuver­sicht­lich. Hier wird für das Ehrenamt ein rich­tiger Mehr­wert erreicht“.

Möglich ist auch, dass das Areal nicht nur mit einem Feu­er­wehrgerätehaus bebaut wird. Nach RNZ-Infor­ma­tionen sollen auch Woh­nungen für Wehr­leute ent­stehen. „Das ist denkbar. Dafür braucht’s aber ein gutes Kon­zept“, sagt Frei, der zugleich betont: „Unser primäres Ziel ist ein funk­tio­nie­rendes Feu­er­wehr­haus.“

Abge­rissen werden soll das bis­he­rige Feu­er­wehr­haus im Übrigen nicht. Geplant ist, dass der Bauhof die frei wer­denden Flächen über­nimmt.