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"Der Typ Mensch, der helfen will"

Möckmühlvon David Binnig, HSt

Ansporn, als Feu­er­wehr­mann wei­ter­zu­ma­chen braucht Uwe Zip­per­lein eigent­lich nicht. Trotzdem ist er stolz auf die rote Pla­kette, die er in der Hand hält. „Für mich ist das eine Ehre." Drei Betriebe dürfen sich fortan mit den roten Tafeln schmücken: Holzbau Zip­per­lein, die Schrei­nerei Stammer und die Metz­gerei Bären. Sie, bezie­hungs­weise deren Inhaber, wurden im Rahmen des 5. Herbst­fests der Flo­ri­ansjünger in Möckmühl als „Partner der Feu­er­wehr" aus­ge­zeichnet. Der Präsident der Hand­werks­kammer Heil­bronn-Franken, Ulrich Bopp, über­nahm die Pla­ketten-Übergabe. Die stell­ver­tre­tende Bürger­meis­terin Marie-Anna Traub dankte den Geehrten.

Ansturm Es sieht so aus, als würde das Gesetz der Serie heute gebro­chen. Gott sei Dank. Sie mussten noch nicht ausrücken. Im Gegen­satz zu den vier Tagen zuvor. Im Ein­satz sind sie trotzdem alle. Nur werden sie heute woan­ders gebraucht: im Feu­er­wehr­haus, beim Fest. Der Not­fall­plan ist erstellt, man ist auf alles vor­be­reitet. Auch auf den Ansturm der Besu­cher. Über 500 Leute sind da. Mehr passen in die Fahr­zeug­halle beim besten Willen nicht hinein. Ein volles Haus ist hier nichts Beson­deres. „Wir sind immer gut besucht. Was ich auf das Essen zurückführe." Ein Lob des Kom­man­danten Uwe Thoma für seinen Chef­koch. Dieser hat sich gerade umge­zogen. Zum dritten Mal heute.

Mor­gens arbei­tete Markus Boos in seiner Metz­gerei, mit­tags in Feu­er­wehr­kluft auf dem Fest, jetzt ist er in Zivil.

Seine beiden Kame­raden haben die Feu­er­wehr- mit der Arbeits­klei­dung ver­tauscht. Alle drei sind sie Hand­werker. Alle drei sind sie Fir­men­chefs. Sie ver­eint, immer da zu sein, wenn's brennt. Auch während der Arbeits­zeit. In diese fallen etwas weniger als die Hälfte aller Einsätze der Feu­er­wehr Möckmühl: Etwa 30 pro Jahr. Oft müssen sie alles stehen und liegen lassen. Sie tun es gern, mit Lei­den­schaft. Sie werden es auch wei­terhin tun. Jeder von ihnen ist seit über 20 Jahren dabei. Keiner hat jemals ans Aufhören gedacht.

„Ist das das Hel­fer­syn­drom? Ich weiß es nicht." Hans-Jörg Stammer wiegt den Kopf. Bedächtig. Die Frage nach dem Warum ist nicht ein­fach zu beant­worten. „Zur Feu­er­wehr geht der Typ Mensch, der der All­ge­mein­heit helfen will", sagt Uwe Zip­per­lein. Und: „Da geht es nicht um Geld, da geht es um Kame­rad­schaft." Für Markus Boos ist sein Enga­ge­ment etwas ganz Natürli­ches. Seit er 15 ist, ist er Feu­er­wehr­mann. Denn für ihn gibt es nur: „Ent­weder richtig oder gar nicht."

Opfer Sie inves­tieren Zeit und Arbeits­kraft, die sie aus­schließlich in ihren Betrieb ste­cken könnten. Noch nie hat die Arbeit gelitten, nie gab es nega­tive Reak­tionen von Kunden. „Die Leute haben Verständnis. Jeder braucht irgend­wann die Feu­er­wehr." Viel Zeit zum Feiern bleibt nicht. Markus Boos ver­schwindet in der Küche. Er wird heute Nacht einer der Letzten sein, die gehen. Und morgen früh, wenn das Herbst­fest wei­ter­geht, einer der Ersten, die kommen. Genau wie viele der Kame­raden. Zip­per­lein bringt es auf den Punkt: „Feu­er­wehr­dienst geht nur in der Gemein­schaft."

Bild: Marie-Anna Traub mit den drei Aus­ge­zeich­neten Hans-Jörg Stammer, Uwe Zip­per­lein und Markus Boos, sowie Ulrich Bopp und Uwe Thoma. (Foto: David Binnig)

Fotos 2-5: Her­bert Darilek, FF Möckmühl