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Der Blick in fremde Schornsteine

Schwaigernvon Susanne Walter, HSt

Hof­fest der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr in Mas­sen­bach ist eigent­lich ein Mekka nicht nur für Kame­raden in blauen Uni­formen, son­dern für alle Festgänger, die Bier­zel­tat­mosphäre im kleinen Rahmen lieben. "Draußen an der Bar herrscht zu fort­ge­schrit­tener Stunde nor­ma­ler­weise Hoch­be­trieb", erzählt der Vor­sit­zende Timo Schweizer. Doch in diesem Jahr war das Wochen­ende so voll gestopft mit attrak­tiven Straßenfesten in der Umge­bung, dass der Ansturm auf sich warten ließ.

Befreun­dete Wehren "Zum Hof­fest in Mas­sen­bach kommen befreun­dete Feu­er­wehren aus Mas­sen­bach­hausen, aus Steb­bach, Fran­ken­bach, aus Nie­der­hofen, Stetten und Schwai­gern", zählte Schweizer auf und machte dabei schon wieder ein freu­di­geres Gesicht. Auch Abge­sandte der Wehr aus Kirch­hausen seien gekommen, obwohl bei ihnen zuhause zeit­gleich das Fest im Schloss­graben auf Hoch­touren lief. Doch auch wenn die Wehren im enormen Ver­an­stal­tungs­reigen zusam­men­stehen: "Beim Bar­be­trieb am Sams­tag­abend merkte man deut­lich die Kon­kur­renz", bedau­erte Schweizer. Schließlich sei das Hof­fest doch die ein­zige Ein­nah­me­quelle der Mas­sen­ba­cher Wehr.

Am Sonn­tag­vor­mittag im Fest­zelt dagegen waren die Bänke voll besetzt mit Feu­er­wehr­leuten, die hier gemeinsam ihren Frühschoppen nahmen. Unge­duldig fuhren die Mas­sen­ba­cher Kinder die Straße auf und ab und war­teten auf die große Dreh­leiter, die aus Heil­bronn kommen sollte. End­lich um 14 Uhr rollte das große Feu­er­wehr­fahr­zeug mit der Him­mels­leiter an und gab dem Hof­fest einen ganz beson­deren Kick. "Sonst bauen wir hier auf der abge­sperrten Straße einen Spie­le­par­cours auf, aber der war diesmal hinfällig", lachte Timo Schweizer. Bürger­meister Johannes Hauser war der erste, der seinen Ort aus der Vogel­per­spek­tive sehen sollte. "Ob ich wirk­lich schwin­del­frei bin, das weiß ich jetzt gleich", schmun­zelte er, und los ging die Reise in die Ver­ti­kale begleitet von zwei Feu­er­wehr­leuten. Inzwi­schen standen nicht nur die Kinder Schlange und freuten sich auf den freien Blick von oben in fremde Gärten und Schorn­steine.

Leichtes Lüftchen Immer mit drei Per­sonen ging die Reise in die Höhe von rund 40 Metern. Obwohl ein leichtes Lüftchen wehte, kam der Korb in keinem Moment ins Schwingen. "Die große Dreh­leiter hat ein auto­ma­ti­sches Siche­rungs­system. Das heißt, der Korb muss erst an allen vier Seiten geschlossen sein, bevor es in die Luft geht", betonte Timo Schweizer.

Spie­le­risch ver­sucht die Abtei­lung durch solche Aktionen vor allem das Inter­esse von Kin­dern und Jugend­li­chen für ihre Arbeit zu wecken. "In Schwai­gern haben wir eine Art Pilot­pro­jekt", so der Vor­sit­zende. "Dort gibt es eine Kin­der­feu­er­wehr, und die wollen wir unterstützen, indem wir etwas für den Nach­wuchs anbieten."

Bild: Die große Dreh­leiter ersetzte beim Hof­fest den Spiel­par­cours. Auch Bürger­meister Johannes Hauser (links) stieg in die Lüfte. Foto: Susanne Walter