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Das Hohelied des Ehrenamts

Stadt- und Landkreis Heilbronnvon Ulrike Plapp-Schirmer, HSt

Der Weg­fall der Zivil­dienst­leis­tenden für den DRK-Kreis­ver­band Heil­bronn war das nicht nur das bestim­mende Thema des zurücklie­genden Jahres. Es zog sich wie ein roter Faden auch durch die Jah­res­haupt­ver­samm­lung, die am Frei­tag­abend im Eppinger Stadt­teil Richen über die Bühne ging.

Keine Hoff­nung machen sich die Aktiven im DRK-Kreis­ver­band, dass die Bufdis, die Bun­des­frei­wil­ligen, die Lücke schließen, die die Aus­set­zung des Wehr- und Zivil­dienstes etwa bei der Ver­sor­gung alter Men­schen gerissen hat. Und doch hatte Landrat Detlef Pie­pen­burg eine gute Nach­richt dabei: "Wir haben eine Unter­schrift eines Bufdis bekommen", verkündete er in Richen.

Ver­teue­rung

Der Weg­fall des ver­pflich­tenden Wehr- und Zivil­dienstes habe "erheb­liche Aus­wir­kungen auf unsere Gesell­schaft", erklärte der Landrat in seiner Funk­tion als DRK-Kreis­vor­sit­zender. Für die jungen Men­schen gingen damit auch wert­volle "Erfah­rungen fürs Leben" ver­loren. "Und man­cher hat nach seinem Zivil­dienst viel­leicht einen sozialen oder medi­zi­ni­schen Beruf ergriffen: Das wird es so nicht mehr geben. Wer wird diese Arbeit in Zukunft tun? Die Bufdis", so Detlef Pie­pen­burg, "jeden­falls nicht. Der Zulauf ist ver­schwin­dend gering." Soziale Dienste würden teurer oder ganz ein­ge­stellt. Auch das DRK werde seine Ange­bote ver­teuern oder ein­schränken müssen: "Das sind keine guten Aus­sichten."

Um so mehr weiß der Kreis­vor­sit­zende die Leis­tung der ehren­amt­li­chen Rot­kreuz-Mit­glieder zu schätzen. Nicht nur, dass Erna Lange, Josef Nicklas, Melanie Rose, Jürgen Schneider und in Abwe­sen­heit Jürgen Schäfer mit der DRK-Ehren­ur­kunde, einem Blu­men­strauß und Ein­tritts­karten für die "Blues Brot­hers" bei den Jagst­hau­sener Frei­licht­spielen gedankt wurde. Das Lob für die vielen Helfer fiel an diesem Abend auch beson­ders üppig aus: "Ohne Ehrenamt", so Detlef Pie­pen­burg, "könnte unsere Gesell­schaft gar nicht das alles bewirken, was wir haben."

Migranten

Als tatkräftige Orga­ni­sa­tion mit der­zeit 1362 Mit­glie­dern (minus 60) und 37 Orts­ver­einen präsen­tierte sich der Heil­bronner Kreis­ver­band einmal mehr. Die unter­schied­li­chen Ange­bote rei­chen vom Ret­tungs­dienst über die DRK-Resi­denz in Bad Fried­richs­hall bis hin zu zahl­rei­chen ambu­lanten All­tags­hilfen, Bil­dungs­reisen, Gym­nas­tik­gruppen und einer starken Jugend­ar­beit. Undenkbar wären die vielen Ver­an­stal­tungen im Stadt- und Land­kreis ohne die Unterstützung des DRKs. "Man sucht manchmal schon hände­rin­gend nach Hel­fern, weil die jedes Wochen­ende im Ein­satz sind", erklärte Bereit­schafts­lei­terin Karin Laible.

"Wir alle wissen, was wir am Roten Kreuz haben", meinte die CDU-Land­tags­ab­ge­ord­nete Fried­linde Gurr-Hirsch in ihrem Grußwort. Um bei rückläufigen Kin­der­zahlen im Wett­be­werb um Jugend­li­chen bestehen zu können, müssten mehr und mehr junge Migranten eine Ziel­gruppe für Hilfs­or­ga­ni­sa­tionen werden. Ob DRK, DLRG oder Feu­er­wehr: Die Orga­ni­sa­tionen müssten sich noch stärker für Men­schen mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund öffnen.