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Das fast vergessene Jubiläum

Oedheimvon Ute Plückthun, HSt

Zum Schutz von Hab und Gut ist die Frei­wil­lige Feu­er­wehr im damals noch selbständigen Degmarn gegründet worden: 125 Jahre wird sie in diesem Jahr alt und blickt stolz auf ihr Jubiläum, das am Sonntag aus­giebig gefeiert wird. Zudem steht mit dem Zusam­men­schluss der Frei­wil­ligen Feu­er­wehren Oed­heim und Degmarn im Rahmen der Gemein­de­re­form ein wei­terer 40-jähriger Geburtstag an.

Fast wäre das große Jubiläum aller­dings über­sehen worden. "Das Degmarner Rat­haus ist in den letzten Kriegs­tagen 1945 abge­brannt", erklärt Gesamt­kom­man­dant Franz Schuster. Und mit dem Gebäude auch die kom­pletten Unter­lagen, die die Gründung im Jahr 1886 nach einem Erlass des württem­ber­gi­schen Königs belegen.

Gut, wer einen recher­chefreu­digen und dazu noch älteren Nach­barn hat: Im Rahmen der Erfor­schung der 150-jährigen Geschichte der Neuenstädter Feu­er­wehr war der dor­tige Kom­man­dant Hartmut Schaf­froth im Stutt­garter Lan­des­ar­chiv unter­wegs und stieß in den his­to­ri­schen Doku­menten auch auf die Gründung der Feu­er­wehr in Degmarn. Kurze Aus­tausch­wege während der Neuenstädter Jubiläums­fei­er­lich­keiten akti­vierten die Degmarner.

Großbrände

Von einigen auf­re­genden und auch tra­gi­schen Ereig­nissen berichtet die Geschichte der Degmarner Feu­er­wehr: Ein Großbrand nahe der Kirche legt 1904 sechs Wohnhäuser und ebenso viele Scheunen in Schutt und Asche. 1912 brennt es dort noch einmal, 1920 ver­mutet man sogar Brand­stif­tung. 1929 und 1935 gab es wei­tere Brände. "In den Nach­kriegs­jahren ist nur ein größerer Scheu­nen­brand am 27. Juli 1962 bekannt", berichtet Feu­er­wehr-Pres­se­wart Heinz Schmierer.

Seit 1971 bildet die Degmarner Feu­er­wehr den dritten Zug der Oed­heimer Gesamt­wehr, damals mit Zugführer Ger­hard Riegg. 1975 wurde die gemein­same Alters­ab­tei­lung gegründet und seit 1978 ver­an­staltet die Feu­er­wehr ihren inzwi­schen legendären Fasching, wenn es heißt: "Auf zum Schmut­ziche Dun­ner­stich nach Degmarn".

Ihren schlimmsten Ein­satz hatte die Feu­er­wehr am 30. Oktober 1983 bei einem Brand in der Degmarner Rat­haus­straße mit Toten und Ver­letzten. Am 24. Mai 1986 erhielt die Abtei­lung Degmarn ein neues Trag­kraft­sprit­zen­fahr­zeug. Mitt­ler­weile 25 Jahre alt, soll das TSF in Ruhe­stand gehen, wenn Oed­heim even­tuell noch 2012 ein Hil­fe­leis­tungslöschfahr­zeug HLF10/6 erhält und ihr 20 Jahre altes LF8/TS an Degmarn abgeben kann.

Heinz Schmierer erin­nert sich an einen wei­teren Höhepunkt im Jahr 2000: Von 6. bis 8. Juli nahmen in Degmarn am Leis­tungs­ab­zei­chen der Feu­er­wehren des Land­kreises Heil­bronn 52 Mann­schaften teil: "Zwei Gruppen unserer Wehr errangen unter der Lei­tung von Grup­penführer Ger­hard Last beim Heim­spiel das Gol­dene Leis­tungs­ab­zei­chen."

2002 wurde das moderne Degmarner Gerätehaus beim alten Rat­haus in Betrieb genommen, das fast aus­schließlich in Eigen­leis­tung meh­rere Monate lang umge­baut worden war. Seit 2001 wird die Abtei­lung, die aus 15 Männern und einer Frau besteht, von Uli Mann als Abtei­lungs­kom­man­dant und Marco Mann als dessen Stell­ver­treter geführt, nachdem Rolf Weiss die Funk­tion des Zugführers in der Alters­ab­tei­lung über­nommen hat.

Bild: Degmarns Abtei­lungs­kom­man­dant Uli Mann (links) und Rolf Weiss als Zugführer der Alters­ab­tei­lung mit dem lie­be­voll restau­rierten Hydran­ten­wagen aus Vor­kriegs­zeiten, den es am Sonntag zu sehen gibt. (Foto: Ute Plückthun)