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Brennende Mülltonne verursacht Riesenschaden

Schwaigernvon Rainer Kury, HSt

Offene Schultüren während der Som­mer­fe­rien und rausch­ge­schwängerte Luft rund um das Gebäude. Was sich dem Besu­cher der Grund­schule in Schwai­gern-Stetten heute am späten Vor­mittag aus einiger Ent­fer­nung offen­barte, zeugte vom Brand wenige Stunden zuvor.

Nach Erkennt­nissen der Polizei ging in den frühen Mor­gen­stunden zunächst eine Mülltonne aus Kunst­stoff an der Südseite des Schulgebäudes in Flammen auf. Durch die ent­stan­dene Hitze zer­platzten anschließend Scheiben der Glas­front, sodass sich das Feuer in die Aula im Unter­ge­schoss aus­breiten konnte. Eine Anwoh­nerin alar­mierte um 4.45 Uhr die Feu­er­wehr, die wenige Minuten später mit 25 Per­sonen und drei Fahr­zeugen vor Ort war. Auf­grund der starken Rauch­ent­wick­lung - der Brand hatte sich einige Meter weit in die Holz­decke der Aula aus­ge­breitet - betraten die Feu­er­wehrmänner das Gebäue nur mit Atem­schutz­masken. „Der Brand war inner­halb weniger Minuten gelöscht", sagt Volker Lang, Pres­se­spre­cher der Schwai­gerner Feu­er­wehr. Um wei­tere Glut­nester aus­schließen zu können, rissen die Ein­satzkräfte einen wei­teren Teil der Decke auf.

Zusätzlich zur Beschädigung des Ein­gangs­be­reichs kam es zu Abla­ge­rungen von Rußpar­ti­keln im gesamten Gebäude. Trep­pen­haus, Fußböden, Decken und Inventar der Klas­sen­zimmer wurden in Mit­lei­den­schaft gezogen.

Zwei Sach­verständige schätzten nach einer Bege­hung am Nach­mittag die Schäden an Gebäude und Ein­rich­tungs­ge­genständen auf rund 450.000 Euro. „Das Gebäude muss kom­plett dekon­ta­mi­niert und gerei­nigt werden. Die Holz- und Akus­tik­de­cken werden ersetzt und die Möbel zur Rei­ni­gung aus dem Gebäude gebracht", sagte der Schwai­gerner Bau­amts­leiter Claus Rehder. Die bereits von einer Sanie­rungs­firma begon­nenen Arbeiten werden sich laut Rehder etwa bis Ende dieses Jahres erstre­cken. Damit kann der Schul­be­trieb nach Ende der Som­mer­fe­rien in zwei Wochen nicht auf­ge­nommen werden. „Der Stadtkämmerer wird sich mit der Schul­rek­torin zusam­men­setzen, um die Aus­la­ge­rung der Klassen andere Schulen zu regeln." Laut Polizei liegen der­zeit keine Hin­weise auf vorsätzliche Brand­stif­tung vor.

„Mögli­cher­weise haben Jugend­liche, die im Laufe der Nacht auf dem Schulgelände beob­achtet wurden, ihre Ziga­retten im Müllcon­tainer ent­sorgt, wodurch der Inhalt dann Feuer fing", sagt Pres­se­spre­cher Peter Lechner. Ob dies mit dem Ver­brennen von Zei­tungen vor dem Bahn­hofsgebäude in Stetten in der selben Nacht in Zusam­men­hang stehe, werde ebenso geprüft wie ein Stein­wurf in der Nacht vom Mitt­woch auf Don­nerstag.

Unbe­kannte hatten zwei große Steine gegen ein Fenster im Unter­ge­schos der Grund­schule geschleu­dert, wodurch diese zu Bruch ging. „Und zwar mit einer sol­chen Wucht, dass die gegenüber­lie­gende Wand eine Macke auf­wies", sagte der Haus­meister der Schule Martin Krieg. Die Wand liegt rund acht Meter ent­fernt.

Zeugen gesucht

Die Brand­er­mitt­lungen der Polizei dauern der­zeit noch an. Hin­weise an das Poli­zei­re­vier Lauffen, Telefon 07133/2090, oder den Poli­zei­posten Leintal, Telefon 07138/810630.

Bild: Der Brand­herd vor der Südseite des Schulgebäudes. (Foto: Rainer Kury)