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Brandbekämpfung im Wandel der Zeit

Bad Friedrichshallvon Anton Zuber, HSt

Handbetätigte Feu­er­spritzen waren über Jahr­hun­derte die ein­zigen Geräte zur Bekämpfung von Bränden. Die mit dem Frei­heits­be­wusst­sein des 19. Jahr­hun­derts ein­her­ge­hende Erkenntnis, dass Frei­heit ohne frei­wil­lige Leis­tung nicht zu errei­chen ist, förderte die Gründung der Frei­wil­ligen Feu­er­wehren und die Ver­brei­tung der Hoch­druck­spritzen. Sie wurden zum Symbol für bürger­li­chen Gemein­sinn.

Aus­stel­lung Diese bedeu­tungsträchtigen Hand­druck-Feu­er­spritzen waren, neben vielen anderen Old­ti­mern der Brandbekämpfung anlässlich des 150-jährigen Bestehens der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr Bad Fried­richs­hall rund um Schloss Lehen, dem Gre­cken­schloss und der Sebas­ti­ans­kirche im Kochen­dorfer Orts­kern zu sehen. "Mussten die ältesten Modelle noch getragen werden, kamen später auch von Pferden gezo­gene, ein- und mehr­ach­sige Wagen mit auf­ge­bauten Spritzen hinzu", weiß Kurt Semen, seit fast drei Jahr­zehnten Kom­man­dant der Fried­richs­haller Wehr. Im Zuge der Moder­ni­sie­rung im letzten Jahr­hun­dert ver­loren die Geräte jedoch zuneh­mend an Bedeu­tung. Tech­nisch hoch­wer­tige Feuerlöschfahr­zeuge, auf­wen­dige Aus­stat­tungen und jede Menge prak­ti­sches Zubehör gehören heute zur Brandbekämpfung.

Einmal in einem rich­tigen Feu­er­wehr­auto zu sitzen, das begeis­terte den neunjährigen Patrick, der mit seinem Papa zum Jubiläums­fest gekommen war. "Ich will auch mal Feu­er­wehr­mann werden", bekräftigte der Steppke. Als dann das Signal­horn zur Probe ertönte, strahlte er übers ganze Gesicht.

Dass die Feu­er­wehrgeräte nicht ledig­lich Aus­stel­lungsstücke sind, zeigte sich am Sonn­tag­nach­mittag: Simu­lierte Löschvorgänge zeigten, was eine Feu­er­wehr alles leisten muss. Auch die 29-köpfige Jugend­feu­er­wehr demons­trierte ver­schie­dene Brand­schutz­me­thoden im Wandel von 150 Jahren. Die inter­es­sierten Besu­cher staunten: "Ich war selbst mehr als 40 Jahre bei der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr", erzählte der 83-jährige Arthur Günther begeis­tert. Dann nahm er einen kräftigen Schluck aus seinem Bier­krug und schmun­zelte: "Das Löschen habe ich nicht ver­lernt."

Action Musik, Gemütlich­keit und Action prägten das Fest im his­to­ri­schen Kochen­dorfer Orts­kern. Das Inter­esse der Bevölke­rung war groß, die zahl­rei­chen Pro­gramm­punkte gut besucht. Einen tol­leren Abschluss der Fei­er­lich­keiten zum 150-jährigen Bestehen hätten sich die aktiven Brandschützer nicht wünschen können. Bei opti­malen Tem­pe­ra­turen wurde das Spek­takel rund um die his­to­ri­sche Kelter zum großen Fest aller Salzstädter. Auch zahl­reiche befreun­dete Feu­er­wehren mit ihren Mit­glie­dern nutzten die Gele­gen­heit, den Kame­raden aus Bad Fried­richs­hall zum großen Jubiläum zu gra­tu­lieren.

Bild: Die erste noch voll funk­ti­onsfähige Kochen­dorfer Hand­druck­spritze aus dem Jahre 1860 war die Attrak­tion der Vorführungen. (Foto: Anton Zuber)