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Bäcker Betz lässt sich nicht unterkriegen

Bad Rappenauvon Steffan Maurhoff, HSt

Diese Urlaubs­reise wird Jürgen Betz aus Bon­feld sicher unver­gess­lich bleiben: Kaum war er am 12. März mit seiner Part­nerin Diana Albus am Ziel ihres Ski­ur­laubs in Öster­reich ange­kommen, mussten sie umkehren – in Bon­feld brannte die Back­stube des hei­mi­schen Betriebs. Feuer, Rauch und Ruß zerstörten sie total, ledig­lich die Außenmauern und ein Teil des Dachs waren zu retten. Der Betrieb mit seinen 36 Beschäftigten in Pro­duk­tion und Ver­kauf war von jetzt auf gleich völlig lahm­ge­legt.

Kol­legen helfen Doch Jürgen Betz ließ sich nicht unter­kriegen. Noch am Abend des Brands begannen er und sein Team mit den Aufräumar­beiten. Sechs Kol­legen sprangen ein, um die fünf Filialen der Bon­felder Bäckerei und diverse Geschäfte, die Betz belie­fert, mit Back­waren zu bestücken. „Inner­halb von zwei Tagen konnten wir wieder alle Läden mit einem redu­zierten Sor­ti­ment belie­fern“, freut sich der Bon­felder, der dem Vor­stand der Bäcker­innung und dem Gesel­lenprüfungs­aus­schuss angehört, über die Unterstützung durch seine Kol­legen.

Maschinen unbrauchbar Der Brand hat für den Betrieb schwer­wie­gende Folgen: selbst Maschinen, die noch intakt waren und womöglich nur geputzt hätten werden müssen, kamen für die Lebens­mit­tel­pro­duk­tion nicht mehr in Frage. „Wir dürfen die Maschinen nicht mehr ver­wenden“, berichtet Betz. Und das alles nur, weil Brötchen, die getrocknet und zu Weck­mehl ver­ar­beitet werden sollten, im Back­ofen verglüht waren. Ein Bäcker wollte die Situa­tion noch retten, öffnete die Ofentür – der einströmende Sau­er­stoff entzündete eine Stich­flamme, und das Unglück nahm seinen Lauf.

Nach der Brand­ur­sache – womöglich war’s ein defekter Ther­mo­stat – wird noch geforscht. Wie es aus­sieht, führte ein­fach die Ver­ket­tung unglückli­cher Umstände zu dem Brand. In der Folge musste der Betrieb nicht nur die Maschinen, son­dern auch die gesamten Lager­bestände raus­werfen. „Sogar die Obst­kon­serven mussten weg“, stellt Kon­di­torin Diana Albus fest, die bei der erzwun­genen Räumungs­ak­tion gerade noch ihre Rezeptbücher aus dem Müllcon­tainer retten konnte.

Trotzdem lässt sich Jürgen Betz nicht ent­mu­tigen: „Wir hoffen, dass wir bis Pfingsten wieder selbst backen können. Dazu muss aber alles per­fekt laufen.“ Schließlich müssen rund 30 neue Maschinen ter­min­ge­recht gelie­fert werden. Dafür, dass der Betrieb Glück im Unglück hatte, ist der Bon­felder dankbar: „Unsere Woh­nung ist unver­sehrt geblieben. Und es wurde nie­mand ver­letzt.“

Bild 1: Hier, im Flur der Back­stube, war der Brand aus­ge­bro­chen. Feuer, Rauch…Bild 2: …und Ruß ver­nich­teten alles bis auf die Mauern und einen Teil des Dachs. Jetzt muss Bäcker Jürgen Betz (rechts, im Gespräch mit Hand­wer­kern) alles neu auf­bauen. Bis Pfingsten, so hofft er, soll die Pro­duk­tion wieder anlaufen. (Fotos: Steffan Maurhoff)