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Ausbildungsstau angegangen

Stadt- und Landkreis Heilbronnvon Nicole Theuer, HSt

Erster kreis­weiter Lehr­gang der Feu­er­wehr unter Pan­de­mie­be­din­gungen fand in Eppingen statt

50 Feu­er­wehr­leute aus dem Stadt- und Land­kreis nahmen am Atem­schutzgeräteträger­lehr­gang teil.

Zwei Tage lang büffelten 50 Nach­wuchskräfte der Feu­er­wehr das Ein­mal­eins des Atem­schutzes. Unter der Lei­tung der Aus­bilder der Berufs­feu­er­wehr Heil­bronn (BF) fand in Eppingen der erste Atem­schutzgeräteträger­lehr­gang während der Coro­na­virus-Pan­demie statt. „Wir schieben eine Bug­welle vor uns her“, erläuterte Kreis­brand­meister Bernd Halter, „denn im ver­gan­genen Jahr fanden so gut wie keine Aus­bil­dung oder Lehrgänge statt.“

100 bis 120 neue Atem­schutzgeräteträger brau­chen die Feu­er­wehren im Land­kreis jährlich, so dass der Lehr­gang in Eppingen erst der Beginn des Abbaus des Aus­bil­dungs­staus ist. „Wir hatten die Wahl, ent­weder den Kopf in den Sand zu ste­cken, oder pro­aktiv die Situa­tion anzu­gehen“, so Halter. Gefragt seien krea­tive Kon­zepte, um eine sinn­volle und effek­tive Aus­bil­dung anbieten zu können. Die fanden sich in Eppingen mit der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr und der Stadt.

Denn die Anfor­de­rungen waren hoch. Zum Bei­spiel mussten die sanitären Ein­rich­tungen mehr­mals täglich gerei­nigt werden. „Wir führen diesen Lehr­gang nicht zum Selbst­zweck durch, son­dern, um die Ein­satzfähig­keit der Wehren zu erhalten“, sagt Halter, „wir halten uns an die Vor­schriften und treffen Maßnahmen, um das Risiko aus­zu­schalten.“ So saßen die Teil­nehmer des Lehr­gangs während der theo­re­ti­schen Aus­bil­dung in der Hard­wald­halle weit von­ein­ander ent­fernt, jeder musste sich mor­gens einem Schnell­test unter­ziehen und aus­rei­chend FFP2-Masken zur Hand haben.

Bereit für Neues „Wir machen in Sachen Hygiene mehr als wir müssen“, so Halter. „Wir haben einen Corona-Schieds­richter in der Halle, der die große Dis­zi­plin der Teil­nehmer unter­stri­chen hat, und wir haben jeden Teil­nehmer fünf Tage vor und fünf Tage nach dem Lehr­gang aus seiner jewei­ligen Ein­satz­ab­tei­lung her­aus­ge­nommen.“ Während der prak­ti­schen Aus­bil­dungs­teile wurden Klein­gruppen gebildet, jede Gruppe hatte ihre eigenen Aus­bilder. Der Orga­ni­sa­ti­ons­auf­wand sei sehr hoch. „Doch wir sind bereit, neue Wege zu gehen.“

Die Anfor­de­rungen, die an die Atem­schutzgeräteträger gestellt werden, sind hoch. Der Eppinger Tim Kümmerle musste sich wie die anderen 49 Lehr­gangs­teil­nehmer vorab einer Taug­lich­keits­un­ter­su­chung unter­ziehen. Deren Bedeu­tung hebt Halter hervor: „Atem­schutz ist eine der anspruchs­vollsten Tätig­keiten, da müssen Kon­di­tion und die körper­li­chen Vor­aus­set­zungen stimmen.“

Aus­ge­stattet mit dem Wissen aus dem zweitägigen Lehr­gang in der Fach­werk­stadt mussten die Nach­wuchskräfte zum Abschluss noch die Atem­schutz­strecke bei der BF Heil­bronn absol­vieren.

Übungs­strecke „Das ist die Abschlussprüfung“, erzählt Bernd Halter, „und sozu­sagen die Lebens­ver­si­che­rung des Feu­er­wehr­mannes.“ Erst seit dem Frühjahr ist die Übungs­strecke der Berufs­feu­er­wehr in Heil­bronn wieder geöffnet. Pan­de­mie­be­dingt musste sie im ver­gan­genen Jahr geschlossen und danach etwas umge­baut werden, wie der stell­ver­tre­tende Kom­man­dant der Feu­er­wehr Heil­bronn Frank Zim­mer­mann erzählt.