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Aufräumarbeiten nach dem Sturm

Landkreis Heilbronnvon Adrian Hoffmann und Carsten Friese, HSt

Die Schäden des Sturms Emma beschäftigen viele Men­schen in der Region noch immer. Beson­ders hart getroffen hatte es Neu­denau im Jagsttal, wo ges­tern einige Haus­be­sitzer den Schlamm ent­sorgten, der ihnen aufs Grundstück gespült wurde. Die schlam­mige Brühe sei den Hang her­un­ter­ge­don­nert „wie der reinste Was­ser­fall“, sagt eine Anwoh­nerin.

Beson­ders stark vom Sturm betroffen war die Sig­linger Straße in Neu­denau. Wie hoch der gesamte Schaden in der Region ist, weiß nie­mand.Fotos: Büchte/Friese/Hoff­mann Die Nach­barn Willi Som­mer­rock und Nor­bert Eier­mann pumpen den Vor­mittag über ihre Gar­ten­teiche aus und retten die Gold­fi­sche in die Bade­wannen. Mit Gum­mi­stie­feln stehen sie knöchel­tief im Matsch. Ein paar Straßen weiter kümmern sich Bauhof-Mit­ar­beiter darum, den ganzen Dreck aus den Schächten zu holen – damit das Regen­wasser bald wieder richtig abfließen kann. Das größte Pro­blem in Neu­denau war nicht der ange­stie­gene Pegel der Jagst, son­dern das viele Regen­wasser, das sich auf den Fel­dern ober­halb gesam­melt hat und wild durch den Ort nach unten geschossen ist. Selbst Erd­rut­sche hat es gegeben.

Wasser durchs ganze Haus Bauhof-Mit­ar­beiter Manuel Jaksch war am Samstag bei Familie Oßner zugange, die es mit am härtesten erwischt hat. „Da muss alles raus“, sagt Jaksch. Vorm Haus liegen feuchte Tep­piche und ein paar Möbel, die gesamte Garage ist mit Ein­rich­tungs­ge­genständen zuge­packt. Das Regen­wasser ist ihnen zu den Kel­ler­fens­tern her­ein­ge­laufen und hat sich in Wäsche-, Hobby- und Arbeits­raum gestaut. „Da war alles zu mit Schlamm, es war total dre­ckig“, sagt Claudia Oßner. Wel­cher Schaden durch die Sturm­folgen ent­stand, ist noch unklar. Ein Ver­treter der Gebäude­ver­si­che­rung hat sich bereits angekündigt. Rund 15 Helfer waren am Samstag bei Oßners im Ein­satz, neben Feu­er­wehr­leuten auch Freunde und Nach­barn.

Beim Netto-Markt und an der Tank­stelle Lott in Neu­denau stand zeit­weise alles unter Wasser. „Das kann man sich gar nicht vor­stellen“, sagt Sabrina Lott. Ges­tern hat eine Spe­zi­al­firma die Auto­wasch­an­lage vom Schlamm befreit. Ein Lkw der Firma Söhner ist vom herabstürzenden Wasser beschädigt worden. Die Netto-Kunden haben ihre Autos schnell vom Park­platz gefahren.

Zu 100 Einsätzen rückten die Feu­er­wehren im Stadt- und Land­kreis mit rund 350 Ein­satzkräften aus. Den­noch: Die Aus­wir­kungen waren für die Region „noch glimpf­lich“, stuft Heil­bronns Vize-Kom­man­dant Achim Gruber „Emma“ ein. Kein Ver­gleich mit den Orkanen Lothar, Wiebke oder Kyrill.

Wenig Sturm­holz Auf­atmen im Kreis­forstamt: Rund 2000 Fest­meter Holz, etwa 2500 bis 3000 Bäume, warf Emma in den Wäldern um – ein Zehntel des Sturm­holzes, das „Kyrill“ vor einem Jahr hin­terließ. „Das war harmlos“, stuft Kreis­forst­amts­leiter Karl-Heinz Lieber diese Emma-Folgen ein. Vor allem die Flach­wurzler Fichten hat es wieder getroffen. Stürme mit Wind­spitzen bis zu 120 Stun­den­ki­lo­me­tern bereiten dem Wald keine großen Pro­bleme mehr, weil die früheren Orkane die stur­manfälligen Hölzer „bereits eli­mi­niert haben“, erklärt Lieber. Der Fich­ten­an­teil ist von 20 auf unter zehn Pro­zent gesunken.

Was­serschäden an Wald­wegen in Hang­lagen treiben den Förstern größere Sor­gen­falten auf die Stirn. Die Was­ser­massen haben Rinnen in die Wege gezogen, bei Auf­last sacken Teile weg. Auf 50 000 bis 100 000 Euro Repa­ra­tur­kosten schätzt Lieber den Fol­ge­auf­wand im Land­kreis ein: „Das ist nicht wenig.“

Aufräumar­beiten laufen in den Forst­re­vieren nun beim Sturm­holz an. Die Förster warnen: Bis min­des­tens Ende der Woche sollten die Wälder nicht betreten werden.