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Abläufe müssen passen

Lauffen a.N.von Marc Thorwartl, HSt

Feu­er­alarm! Dichter Rauch dringt aus der Dach­gaube. Im zweiten Ober­ge­schoss der Herzog-Ulrich-Grund­schule in Lauffen steht eine Person am offenen Fenster und ruft laut­stark nach Hilfe. Auf dem Pau­senhof liegen Ver­letzte. Es ist ein Schre­ckens­sze­nario, das sich dem Betrachter am Sams­tag­nach­mittag in der Hölder­lin­stadt bietet. Zum Glück ist es nur gestellt: Die Großübung der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr und der Rot­kreuz- Orts­gruppe hat begonnen.

Schau­lus­tige

Nicht von ungefähr wurde die Grund­schule als Schau­platz ausgewählt. „Hier wurde umge­baut, es gibt neue Zu- und Ver­bin­dungsgänge. Unsere Wehr soll sich mit den veränderten Verhältnissen ver­traut machen“, erklärt Kom­man­dant Heiner Schiefer, der die Übung mit Argus­augen beob­achtet. Er ist nicht der Ein­zige. Knapp 300 Lauf­fener Bürger wohnen dem Spek­takel bei. „Die Bevölke­rung soll sich ruhig ein Bild von der Ein­satzfähig­keit unserer Wehr machen“, sagt Bürger­meister Klaus-Peter Wal­den­berger. Er ist als Schultes quasi orga­ni­sa­to­ri­scher Leiter der Feu­er­wehr. „Das ist selbst­verständlich, dass ich vor Ort dabei bin.“

Von weitem ist das Mar­tins­horn zu hören. Der Ein­satz­leit­wagen ist gerade einmal vier Minuten nach Abset­zung des Not­rufs vor Ort. Armin Winkler und Thomas Maier erkun­digen sich beim Haus­meister, ob und wie viele Per­sonen sich noch im Gebäude befinden. Während­dessen ist der erste Löschzug ein­ge­troffen. Schnel­lig­keit ist gefragt - aber keine Hektik. Jeder Hand­griff sitzt.

Im Pau­senhof werden die ersten Ver­letzten ver­sorgt, das Sprung­kissen auf­ge­blasen, die neue Dreh­leiter aus­ge­richtet. „Das Beson­dere an dem Fahr­zeug ist, dass die Leiter auch abge­knickt und somit auch ver­win­kelt ein­ge­setzt werden kann“,weiß Wal­den­berger. Oberste Priorität genießt die Ret­tung der Men­schen. „Erst wenn das Gebäude kom­plett eva­ku­iert ist, beginnen die eigent­li­chen Löschar­beiten“, berichtet Feu­er­wehr­mann René Irion, der mit einem Mega­phon die Zuschauer über Sinn und Ablauf der Übung unter­richtet.

Sprung­kissen

Die ein­ge­schlos­sene Person im Nordflügel der Schule würde im Ernst­fall im bereit gestellten Sprung­kissen landen. Das Dreh­lei­ter­fahr­zeug rettet den Ver­letzten aus der Dach­gaube in schwin­del­erre­gender Höhe. Die Eva­ku­ie­rung der Per­sonen aus dem ersten Stock erfolgt über eine Leiter. Danach kommen die Löschtrupps zum Ein­satz. Mit Schläuchen bewaffnet, rücken sie in Zwei­er­gruppen vor.

Andreas Hem­mer­lein ist beein­druckt. Sicher­heits­fragen inter­es­sieren ihn sehr. „Mein Sohn wird nächste Woche hier ein­ge­schult.“ Aus Böckingen ist Familie Rodio ange­reist. „Wir haben früher in Lauffen gewohnt und uns die Übungen immer ange­sehen“, erklärt Vater Sal­va­tore. Gefallen hat die Übung auch Kom­man­dant Schiefer. „Alles ist gut koor­di­niert abge­laufen, auch mit dem DRK. Klei­nig­keiten können immer noch ver­bes­sert werden.“

Es ist 16.27 Uhr. Der „Brand“ ist gelöscht, die Ver­missten sind gerettet. Und die Wehr hat ihre Ein­satz­be­reit­schaft unter Beweis gestellt.

Bild: Men­schen retten, Feuer löschen: Auch viele Schüler schauten sich den Übungs­ein­satz der Wehr­leute in ihrer Grund­schule an. (Foto: Marc Thor­wartl)