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70.000 Hühner bei Brand auf Hühnerhof getötet

Bad Rappenauvon Sara Furtwängler, HSt

Bei einem Großbrand auf dem Wagen­ba­cher Hof in Bad Rap­penau-Ober­gim­pern wurden in der Nacht auf Samstag rund 70.000 Hühner Opfer der Flammen. Gegen 1.50 Uhr bemerkte ein auf dem Hof woh­nender Mit­ar­beiter des Geflügel­hofs das Feuer in der mitt­leren von drei Hallen, in denen Lege­hennen gehalten werden. Er weckte dar­aufhin seine Kol­legen und verständigte die Feu­er­wehr. Als wir auf dem Anwesen ankamen, stand die mitt­lere Halle bereits im Voll­brand, berichtet Kreis­brand­meister Uwe Vogel. Für rund 70.000 Hühner sei jede Hilfe zu spät gekommen, so der Feu­er­wehr­mann. Etwa 100 Ein­satzkräfte der Feu­er­wehren der umlie­genden Gemeinden sowie der Heil­bronner Berufs­feu­er­wehr waren meh­rere Stunden damit beschäftigt, zu ver­hin­dern, dass die Flammen auch auf die beiden anderen Hallen überg­riffen.Fas­sungslos

Die in Wal­den­burg woh­nende Besit­zer­fa­milie des Geflügel­hofs war in der Brand­nacht noch fas­sungslos. Durch eine auf das Telefon gelei­tete Gefah­ren­mel­de­an­lage sei er alar­miert worden, berichtet Seni­or­chef Klaus Riehle. Als wir hier ankamen, stand die Halle in Flammen. Für die Brand­ur­sache, hat er keine Erklärung. Vor einem Jahr habe er alles neu gemacht. Erst ges­tern habe ich noch fünf Eimer Farbe gekauft, um zu strei­chen, so Riehle. Den Hühnern in den Stal­lungen rechts und links der bren­nenden Halle gehe es erstaun­lich gut. Die sind ruhig und haben nicht einmal ihre Sitz­stangen ver­lassen. Solange es in den nicht betrof­fenen Hallen dunkel ist, bleiben die Hühner ruhig. Kon­stant kühlten Feu­er­wehrkräfte die Stal­lungen mit Wasser. Per­sonen wurden nicht ver­letzt. Die auf dem Hof woh­nenden Arbeiter der Geflügel­farm standen in einigen Metern Abstand zum Geschehen und beob­ach­teten die Sze­nerie. Inner­halb von etwa zwei Stunden brannte die Halle nieder. Den Sach­schaden schätzt die Polizei auf meh­rere Mil­lionen Euro. Die Ermitt­lungen zur Brand­ur­sache dauern noch an. Der Bad Rap­pen­auer Feu­er­wehr­kom­man­dant Felix Mann berichtet am Sams­tag­morgen nach dem Brand, dass es örtli­chen Fachkräften noch in der Nacht gelungen sei, die durch das Feuer aus­ge­fal­lene Elek­trik und Was­ser­ver­sor­gung wieder her­zu­stellen. Das war äußerst kri­tisch, da die Tiere in den unbeschädigten Ställen ohne Lüftung und Was­ser­ver­sor­gung den heu­tigen Tag wahr­schein­lich nicht über­leben würden, erklärt Mann.Noch immer seien Ein­satzkräfte mit Nachlöschar­beiten beschäftigt. Ein­sturzgefährdete Teile des Holz­da­ches werde man nun ent­fernen. Am Nach­mittag wird ein Hub­schrauber erwartet, der für die Brand­ur­sa­chen-Ermitt­lung Auf­nahmen mit einer Wärme­bild­ka­mera macht.700 GradÜber den Anblick in den ver­kohlten Resten der Halle sagt der Feu­er­wehr­kom­man­dant: Es hatte über 700 Grad während des Brandes. Da ist nicht viel übrig. Nur ver­ein­zelt sehe man noch Über­reste der Tiere. Der 32-jährige Juni­or­chef Tobias Riehl berichtet am Morgen, dass alle Tiere, die in Boden­hal­tungs­an­lage in der mitt­leren Halle gewesen seien, ver­brannt sind. Die wenigen Über­reste wird eine Tier­ent­sor­gungs­an­stalt über­nehmen. Nachdem Wasser und Strom wieder vor­handen sind, stehe nun im Vor­der­grund, die vom Brand zerstörten Förderbänder für die Ent­mis­tung wieder zu repa­rieren. Nach einem ersten Über­blick, schätzt der junge Unter­nehmer, dass etwa ein Drittel seines Hofes zerstört wurde.

Foto: Stefan Maurhoff