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40 Menschen wegen Gasleck evakuiert

Heilbronnvon Adrian Hoffmann, HSt

Spek­takulärer Großein­satz für die Feu­er­wehr: In Neckar­gartach ist am Frei­tag­mittag bei Bag­ger­ar­beiten eine Gas­lei­tung gerissen - 40 Men­schen mussten aus ihren Häusern eva­ku­iert werden. Die Polizei sicherte die Straße Im Fleisch­beil großräumig ab. Überall standen ver­dutzte Anwohner und beob­ach­teten das Geschehen.

„Das war schon ein Schreck“, sagt Werner Merz, 81-jähriger Rentner. „So etwas habe ich noch nicht erlebt.“ Sanitäter holten seine im Roll­stuhl sit­zende Frau aus dem Haus. Sie brachten das Ehe­paar und elf wei­tere Anwohner in die nahe gele­gene Römer­halle, beru­higten sie und ver­sorgten sie mit Getränken. Ins­ge­samt wurden zwölf Häuser, die direkt an der Bau­stellen-Kreu­zung liegen, geräumt.

Aus der Lei­tung strömten etliche Kubik­meter Methangas aus. „Es hat ziem­lich stark gero­chen“, sagt Heil­bronns Feu­er­wehr­chef Eber­hard Jochim. Mit Atem­schutz­masken aus­ge­stat­tete Feu­er­wehr­leute gruben die Lei­tung frei und deckten sie pro­vi­so­risch ab, ein Mit­ar­beiter der Heil­bronner Ver­sor­gungs GmbH (HVG) brachte kurz später eine Man­schette an der undichten Stelle an.

Spröde Lei­tung

„Man kann das Gas nicht ohne wei­teres kom­plett abstellen“, erklärt Poli­zei­spre­cher Harald Schu­ma­cher. Die Gas­lei­tung sei schon älter und ent­spre­chend spröde. Nach Angaben des Bag­ger­fah­rers ist nicht durch das Berühren der Schaufel ein Leck in die Lei­tung gerissen worden, son­dern weil beim Graben Erd- und Stein­bro­cken auf sie gerutscht sind.

„So etwas kann pas­sieren“, sagt Harald Schu­ma­cher. „Eine Schuld­zu­wei­sung ist nicht ange­bracht.“ Sicher­heits­halber legten Feu­er­wehrmänner vor dem Anbringen der Man­schette Schläuche an die Bau­stelle. „Wenn es eine Zündung gegeben hätte, hätten wir sofort löschen müssen“, sagt ein Feu­er­wehr­mann.

Kom­plett abge­sperrt

Bet­tina Schwarzer, 43, war mit ihrer Mutter im Haus, als die Lei­tung riss. „Meine Mutter ist schlecht zu Fuß“, sagt Schwarzer. Auch sie wurde von Sanitätern mit einem Roll­stuhl abge­holt. Ehe­mann Marius Schwarzer, 45, kam ein paar Minuten später von der Arbeit, nie­mand war zu Hause. „Das ist schon unan­ge­nehm“, sagt er, „man kommt heim und überall blinken Blau­lichter.“

Die Polizei sperrte den Bereich kom­plett ab. „Wir wollen kein Risiko ein­gehen“, erklärt Schu­ma­cher. Um 14.04 Uhr ging der Alarm bei der Feu­er­wehr ein, die mit 14 Fahr­zeugen und 45 Mann anrückte. Nach ein­ein­halb Stunden gaben HVG-Mit­ar­beiter Ent­war­nung: Aus dem Leck trete kein Gas mehr aus. Vor­aus­sicht­lich am Montag wird das kaputte Lei­tungsstück aus­ge­tauscht.

Bild: Adrian Hoff­mann, HSt