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125 Jahre Gemeinsinn bewiesen

Oedheimvon Ute Plückthun, HSt

Einen ganz beson­deren Geburtstag gab es in der Mehr­zweck­halle mit zahl­rei­chen Gästen zu feiern: Die Degmarner Abtei­lung der Oed­heimer Feu­er­wehr wurde 125 Jahre alt. Bürger­meister Ulrich Ruoff würdigte die 16 Feu­er­wehr­leute für ihre Ein­satz­be­reit­schaft und ihren gelebten Gemein­sinn.

Kame­rad­schaft Die Feu­er­wehr sei unver­zichtbar für die Gesamt­ge­meinde. Um die gute Kame­rad­schaft auch wei­terhin zu fördern, übergab der Rat­haus­chef einen Gut­schein für eine Bier­tisch­gar­nitur. Für das leib­liche Wohl hatten die Feu­er­wehr­leute mit def­tigem Mit­tags­tisch und süßen Kuchen bes­tens gesorgt.

1886 war die Degmarner Feu­er­wehr nach einem Erlass des württem­ber­gi­schen Königs gegründet worden. "Damals musste jeder, der dazu befähigt war, zur Feu­er­wehr", berich­tete Rolf Weiss, bis 2001 Abtei­lungs­kom­man­dant in Degmarn und heu­tiger Zugführer der Alters­ab­tei­lung: Bei einer Gesamtbevölke­rung von 300 Men­schen in der damals noch selbständigen Gemeinde traten 60 Männer zur Brandbekämpfung bei der Feu­er­wehr an. Mit Hand­pum­pen­spritzen wurde zu Anfangs­zeiten gelöscht. 1920 erhielten die Degmarner die ersten moto­ri­sierten Pumpen. Die Alar­mie­rung erfolgte über die Kir­chen­glocke. "Im Krieg wurde 80 Pro­zent von Degmarn zerstört, dar­unter auch das Rat­haus", erklärte Weiss feh­lende Akten aus der Gründungs­zeit. Als die Gemeinden Oed­heim und Degmarn 1971 im Rahmen der Kom­mu­nal­re­form ver­ei­nigt wurden, schlossen sich auch die Wehren zusammen.

Mit vier Zügen war die Bad Fried­richs­haller Feu­er­wehr bei der Geburts­tags­feier zu Gast. Kom­man­dant Kurt Semen übergab seinem Degmarner Kol­legen Uli Mann sym­bo­lisch eine Fla­sche Wein vom eigenen 150-jährigen Jubiläum, das erst vor wenigen Wochen gefeiert wurde.

Vor der Halle gab es einige Feu­er­wehr­fahr­zeuge zu bestaunen. Dar­unter das erste moto­ri­sierte Feu­er­wehr­auto von Oed­heim aus dem Jahr 1961, das sich mit einem Tacho­stand von 47 000 Kilo­me­tern heute in Pri­vat­be­sitz befindet. Außerdem ein Trag­kraftspit­zen­fahr­zeug aus dem Jahr 1985 mit einer Pum­pen­leis­tung von 800 Litern in der Minute, das zeitnah in Rente gehen soll, wenn Oed­heim ein Hil­fe­leis­tungslöschfahr­zeug HLF10/6 erhält und ihr 20jähriges LF8/TS an Degmarn abgeben kann.

Reich­lich Applaus Jede Menge Applaus von den Zuschauern erhielt die enga­gierte Jugend­feu­er­wehr. Sie stellte ihr Können mit einer Lage­er­kun­dung, der Ein­tei­lung der Mann­schaft oder dem Saug­schlauch setzen unter Beweis und löschte gekonnt in wenigen Minuten einen simu­lierten Con­tai­ner­brand.

Bild: Dunst von Rauch und Löschwasser: Im Rahmen des Degmarner Jubiläums zeigte die Jugend­feu­er­wehr ihr Können. Foto: Ute Plückthun