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Wo Gemeinschaft großgeschrieben wird

Zaberfeldvon Harald Schmidt, HSt

Der halbe Ort feiert mit: Die Frei­wil­lige Feu­er­wehr im Zaber­felder Orts­teil Och­sen­burg startet ihr zweitägiges Fest mit Sire­nen­ge­heul und einer Schauübung.

Lautes Sire­nen­ge­heul schallt am frühen Sams­tag­abend durch Och­sen­burg. Für die Bevölke­rung ist dies kein Grund zur Beun­ru­hi­gung, son­dern das Start­si­gnal für das zweitägige Feu­er­wehr­fest. Wer nicht schon längst auf dem Platz beim Feu­er­wehrgebäude ist, macht sich spätes­tens jetzt auf den Weg in die Orts­mitte.

Abtei­lungs­kom­man­dant Holger Häußer und seine Feu­er­wehr­frauen und -männer der Ein­satz­ab­tei­lung haben neben dem Fest­platz eine Schauübung vor­be­reitet. „Mit der Übung kur­beln wir quasi das Fest an. Da weiß dann jeder im Ort, bei der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr geht was“, erzählt Werner Bauer, ein alt­ge­dienter Feu­er­wehr­mann.

Unter einem Baum ein­ge­klemmt

Kom­man­dant Häußer erklärt den zahl­rei­chen Schau­lus­tigen die ange­nom­mene Ein­satz­lage. Bei Baumfällar­beiten im Wald wurde ein Arbeiter von einem Baum begraben. Dieses Sze­nario ist anschau­lich nach­ge­stellt. Am Boden liegt eine als Wald­ar­beiter geklei­dete Puppe, und quer darüber ist ein dicker Baum­stamm abge­legt.

Wenige Minuten nach der Alar­mie­rung fährt eine Ein­satz­gruppe in ihrem Grup­penlöschfahr­zeug vor. Der erst­mals als Grup­penführer ein­ge­setzte Sebas­tian Mayer begut­achtet die Lage und leitet die erfor­der­li­chen Maßnahmen ein. Neben der im Fahr­zeug befind­li­chen Ausrüstung stehen keine wei­teren Hilfs­mittel zur Verfügung.

Die Schauübung stellt mögli­ches Sze­na­rium nach

Schnell ist die Stra­tegie fest­ge­legt. Ein Schlauch wird unter dem Baum­stamm durchgeführt und mit Wasser befüllt. So wird der Stamm ange­hoben und unter­baut. Über die Unterbauung wird erneut ein Schlauch gelegt und der Stamm weiter ange­hoben. Dies wie­der­holt sich so oft, bis die ver­letzte Person unter dem Stamm her­vor­ge­zogen werden kann. Nach weniger als zehn Minuten ist die Übung erfolg­reich beendet.

Auch junge Leute enga­gieren sich

Anne­rose Berkau hat genau zuge­schaut, schließlich sind ihre beiden Söhne bei der Feu­er­wehr. „Natürlich hofft man immer, die Feu­er­wehr nie selbst zu brau­chen. Aber es beru­higt sehr, wenn man ihre Leis­tungsfähig­keit sieht“, meint sie. Bürger­meister Thomas Csaszar ist sehr zufrieden und sagt: „Mich freut beson­ders die große Anzahl junger Bürger, die sich hier ehren­amt­lich enga­gieren. Das Fest selbst ist ein Beleg für die gelebte Gemein­schaft im Ort.“

Auf dem Fest­platz sind die meisten Plätze schon besetzt, die Helfer haben alle Hände voll zu tun. „Wir haben rund 50 Leute an den beiden Tagen ver­plant. Bei nur 27 Aktiven sind wir auf die Mit­hilfe anderer Ver­eine ange­wiesen“, sagt Häußer. „Das ist aber alles kein Pro­blem, im Ort hilft man sich“, ergänzt er.

Andreas Bauer (42) und Sieg­fried Hei­dinger (60) sitzen mit Freunden an einem Tisch und lassen sich ein „Feu­er­wehr­ge­deck“ schme­cken. In Och­sen­burg bedeutet dies Wurst und Halbe.

Nicht nur Wehr­leute sind im Ein­satz

„Wenn bei uns ein Fest ist, helfen alle gerne mit. Ich bin nicht bei der Wehr, stelle mich aber nachher hinter den Grill“, sagt Bauer. Auch Hei­dinger über­nimmt am Sonntag eine Arbeits­schicht. „Morgen ist dann richtig was los. Das beginnt schon mit dem Feu­er­wehr-Frühschoppen. Da besu­chen uns befreun­dete Wehren aus dem Badi­schen und den Nach­bar­ge­meinden“, ist sich Häußer sicher. „Am Nach­mittag kommen dann noch die Leute mit ihren Kin­dern, da ist bei uns Hoch­be­trieb“, berichtet Werner Bauer.

Das alle zwei Jahre statt­fin­dende Fest ist ein Selbstläufer, extra Pro­gramm­punkte braucht es nicht. „Wir bieten aber immer ein Schätzspiel an“, sagt Bauer und zeigt auf einen mit Wasser gefüllten Schlauch an der Decke des Gerätehauses. „Wer dem Gewicht des Schlau­ches samt Armatur am nächsten kommt, gewinnt einen Preis.“

Kame­rad­schaft in Zahlen

Die Feu­er­wehr in Och­sen­burg gehört als zweite Abtei­lung der Gesamt­feu­er­wehr Zaber­feld an. Holger Häußer (46) ist seit 13 Jahren Abtei­lungs­kom­man­dant und seit seinem 18. Lebens­jahr Mit­glied der Feu­er­wehr. Zur Och­sen­burger Abtei­lung zählen ins­ge­samt 27 aktive Feu­er­wehr­leute - dar­unter auch drei Frauen. Acht Och­sen­burger Kinder gehören außerdem der gemein­samen Kin­der­feu­er­wehr an. Im Feu­er­wehrgerätehaus im Orts­teil Och­sen­burg stehen aktuell ein Löschgrup­pen­fahr­zeug (LF) vom Typ 8/6 und ein Trag­kraft­sprit­zen­fahr­zeug (TSF) zum Ein­satz bereit.