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Weniger Platz für die Feuerwehr

Leingartenvon Claudia Kostner, HSt

CDU-Antrag auf Redu­zie­rung des Raum­pro­gramms beim neuen Feu­er­wehr­haus findet knappe Mehr­heit. Archi­tek­ten­wett­be­werb wird aus­ge­lobt.

Thilo Klar (CDU) brachte es in einer persönli­chen Erklärung als Sohn des Ehren­kom­man­danten auf den Punkt: „Die letzten Wochen und Monate waren nicht so ganz ein­fach zwi­schen Gemein­derat, Ver­wal­tung und Feu­er­wehr.“ Und in der Sit­zung am Don­ners­tag­abend wurde deut­lich, dass auch nach Abschluss der Stand­ort­dis­kus­sion jeder Funke die Emo­tionen wieder auf­lo­dern lässt. Anlass war dieses Mal der Tages­ord­nungs­punkt „Neubau Feu­er­wehr­haus, Archi­tek­ten­aus­wahl­ver­fahren, Zustim­mung zur Aus­lo­bung“. Die CDU-Frak­tion bean­tragte kurz­fristig die Redu­zie­rung des Raum­pro­gramms um 110 Qua­drat­meter und erhielt dafür eine knappe Mehr­heit.

Kon­tro­verse Dis­kus­sion

Zehn Räte stimmten für, acht gegen den Antrag. Bürger­meister Ralf Stein­brenner ent­hielt sich. Ent­spre­chend kon­tro­vers war die Debatte. „Das vor­ge­schla­gene Raum­pro­gramm beruht auf Vor­gaben der Feu­er­wehr, die weit in die Zukunft rei­chen“, verlas Bernd Stahl den CDU-Antrag. Die aktive Feu­er­wehr habe der­zeit 69 Mit­glieder. Die Pla­nung gehe von 110 aus. Ebenso sei es bei der Jugend mit jetzt 14 Mit­glie­dern, gerechnet werde mit 56. „Wir bean­tragen, der Pla­nung 100 aktive Mit­glieder und 35 Kinder/Jugend­liche zu Grunde zu legen.“ Dadurch könnten die Umkleiden und der Schu­lungs­raum ver­klei­nert werden, so Stahl. Auch an den Lagerflächen sah er Ein­sparmöglich­keiten, zumal der Nach­weis dafür von der Feu­er­wehr nicht erbracht worden sei.

Einem künftigen Ausbau ver­schloss sich der Antrag aber nicht: Im Wett­be­werbs­text sollten Erwei­te­rungsmöglich­keiten für ins­ge­samt bis zu 170 Aktive, Kinder und Jugend­liche gefor­dert werden.

CDU will Geld sparen

Die CDU erhofft sich ein Ein­spar­po­ten­zial von fünf bis sechs Pro­zent der Gesamt­kosten. Im Etat 2019 hatte der Gemein­derat noch 5,5 Mil­lionen Euro für das neue Feu­er­wehr­haus am Nord­heimer Kreisel geneh­migt. Momentan gehen die Ver­wal­tung und Arne Fentz­loff von Archi­tektur 109 - dem Büro, das für den Wett­be­werb zuständig ist - von Kosten in Höhe von 6,5 Mil­lionen Euro aus. Auch dieser Betrag werde wohl wegen der stei­genden Bau­kosten nicht zu halten sein, fürch­tete Stahl. „Ich halte es für das ehr­li­chere Vor­gehen, jetzt zu sagen, was man für richtig und ver­ant­wortbar hält und nicht erst nach der Kom­mu­nal­wahl den Rot­stift anzu­setzen.“

Thilo Klar wandte sich gegen den Antrag seiner Frak­tion. Das vor­lie­gende Raum­pro­gramm sei bereits ein Kom­pro­miss. „Diesen sollte man nicht gleich tor­pe­dieren.“ Auch der Zeit­punkt sei unglücklich. Wenn die Entwürfe vorlägen, könne immer noch modi­fi­ziert werden. So sah es auch Wolf­gang Kret­sch­mann. „Wir haben diesen Pro­zess der Ein­schränkungen ja schon hinter uns“, ging der SPD-Spre­cher auf vor­aus­ge­gan­gene Bespre­chungen aller Betei­ligten ein. „Alle, die hier sitzen, werden die Kosten sehr wohl im Auge haben“, betonte er. „Lassen wir den Aus­lo­bungs­text jetzt mal so durch­gehen.“ Das wie­derum bezeich­nete Mat­thias Layer (CDU) als „Wahl­kampf­ge­schwätz“. Den Archi­tekten falle auch bei weniger Fläche etwas ein, war er sich sicher.

André Göbl (SPD), Vorgänger von Kom­man­dant Rouven Leib­brand, ver­deut­lichte: „Bei anderen Wehren ist fest­zu­stellen, dass ein neues Feu­er­wehr­haus einen Zuwachs an Per­sonal gene­riert hat.“ Die Lein­gar­tener würden sich „noch mehr hinter das Thema klemmen müssen, Nach­wuchs zu werben“. Er sei gegen den CDU-Antrag, sagte Göbl. „Das jet­zige Raum­pro­gramm ist aus­rei­chend und optimal“, befand auch Jürgen Brame (Grüne).

Syn­er­gie­ef­fekte nutzen

Unterstützung erfuhren die Christ­de­mo­kraten dagegen von der Mehr­heit der Freien Wähler. „Als Frak­tion haben wir heiß dis­ku­tiert. Das Gebäude hat eine etwas großzügige Pla­nung“, so Man­fred Eitel. Nina Adel­helm (FWV) schlug zusätzlich vor, Syn­er­gie­ef­fekte zwi­schen Schu­lungs- und Jugend­raum zu prüfen. Diese Anre­gung wird nun in die Aus­lo­bung auf­ge­nommen.

Rouven Leib­brand ärgerte sich über die Aus­sage der CDU, die Wehr habe den Lagerflächen-Bedarf nicht begründet: „Das ist eine Frech­heit.“ Die For­de­rung des Kreis­brand­meis­ters sei am Vor­abend der nicht-öffent­li­chen Sit­zung ein­ge­gangen, in der es abschließend um die Pla­nungen ging. „Dass ich das bis zum nächsten Tag nicht hin­kriege, ist klar.“

Preis­ge­richt tagt am 5. Sep­tember

15 Archi­tek­turbüros werden ein­ge­laden, am nicht offenen Wett­be­werb für das neue Feu­er­wehr­haus am Standort Nord­heimer Kreisel teil­zu­nehmen. Das Preis­ge­richt tagt am 5. Sep­tember. Anschließend werden die Modelle von 6. bis 12. Sep­tember aus­ge­stellt. Die Entwürfe sollen „funk­tional und wirt­schaft­lich ange­messen sein“ sowie „städte­bau­lich passen“, erklärte der Wett­be­werbs­be­treuer, Archi­tekt Arne Fentz­loff aus Stutt­gart.

Bedenken von Gemeinderäten, sie könnten nach Vor­liegen des Sie­ger­ent­wurfs nichts mehr verändern, räumte er aus: „Sie sind frei in Ihrer Mei­nung und in der Dis­kus­sion während der gesamten Pla­nungs­phase.“