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Weißer Rauch im Krankenhaus

Brackenheimvon Christian Gleichauf, HSt

Pünkt­lich: Um 13.30 Uhr erkennt man die ersten Rauch­schwaden über den Garagen des Kran­ken­hauses Bra­cken­heim. Wie geplant hat an diesem Sams­tag­nach­mittag die große Übung der Feu­er­wehr Bra­cken­heim begonnen.

Fünf Minuten später treffen die ersten roten Fahr­zeuge ein, gefolgt vom Roten Kreuz. Alex­ander Krapf hat Dienst in der Technik des Kran­ken­hauses und wartet bereits an der Pforte mit den Schlüsseln und den Plänen, die auch im Ernst­fall bereit­zu­stellen wären. Es gilt, zwei Sta­tionen zu eva­ku­ieren.

Rückwärts

Bei Schweißarbeiten ist Feuer im Tech­nik­raum aus­ge­bro­chen. Dort sorgt eine Nebel­ma­schine für weißen Rauch und ein Laut­spre­cher für die pas­sende Schall­ku­lisse. Auf dem Boden liegt ein Mann. „Ist Ihnen kalt“, fragt Feu­er­wehr­mann Markus Winkler den angeb­lich Ver­letzten mit lauter Stimme, um das Prat­zeln und Kra­chen von nebenan zu übertönen. Dann wird Sieg­fried Rein, der Sta­tist vom DRK Lauffen, auf die Trage gehievt. Es muss schnell gehen, die Ner­vosität bei den Betei­ligten ist zu spüren. Und so geht es plötzlich mit den Füßen voraus die Treppen hinauf. „Ich musste mich ganz schön fest­halten“, sagt Rein später.

„Das war schon ein Fehler“, sagt Kreis­brand­meister Uwe Vogel als Beob­achter des Lan­k­reises. „Aber des­halb macht man es ja“, sagt er. Denn für die Ein­satzkräfte kam der Alarm über­ra­schend, sie konnten sich nicht auf die Gege­ben­heiten ein­stellen und müssen nun aus der Situa­tion heraus agieren. Der Leiter des DRK-Orts­ver­eins, Dr. Hen­ning Schock, nimmt die Kol­legen den­noch in Schutz. „Sie arbeiten im Gefah­ren­be­reich, da ist es zweit­rangig, ob eine Ret­tung für einen Pati­enten kom­for­tabel oder auch mal schmerz­haft ist.“

Jugend­liche Sta­tisten

Im Lauf­schritt schieben die Feu­er­wehr­leute Betten mit Sta­tisten - die meisten von ihnen von der Jugend­feu­er­wehr in Bra­cken­heim - in einen anderen Rauch­ab­schnitt. Der dienst­ha­bende Arzt, Dr. Alex­ander Wagner, rennt hin­terher, um sofort bei allen Pati­enten den Blut­druck zu messen und auch sonst nach dem Rechten zu schauen. Gleich­zeitig werden Pati­enten aus den darüber­lie­genden Sta­tionen über die Dreh­leiter nach unten gefahren. Stadträtin Jutta Layher, die in Ver­tre­tung für den ver­hin­derten Bürger­meister Rolf Kieser dabei ist, meint: „Ich freue mich, dass wir nur üben.“

Seit einem Vier­tel­jahr haben die Betei­ligten die Übung vor­be­reitet. „Wir lernen alle dabei“, sagt der Tech­nik­leiter des Kran­ken­hauses, Wolfram Köppe. Wie wichtig das ist, wurde gerade erst vor wenigen Wochen wieder einmal deut­lich, als die Feu­er­wehr wegen eines Kabel­brands im Kran­ken­haus ausrücken musste. Dann hilft es, wenn jeder weiß, was zu tun ist.

Gutes Zusam­men­spiel

Erst­mals hat Claus Bau­mann, Zugführer aus Dürren­zim­mern, die Lei­tung bei einem Ein­satz dieser Größenord­nung. Er ist zufrieden, wie gut das Zusam­men­spiel mit dem Kran­ken­haus und den anderen Ein­satzkräften klappt. Auch wenn die Feu­er­wehr Eppingen, die den Bra­cken­hei­mern zu Hilfe kommt, erst nach einer Drei­viertel Stunde ein­trifft. „Das ist durchaus so gewollt“, sagt Bau­mann. So bleibe am Anfang Zeit, den Ein­satz zu struk­tu­rieren, bevor die zusätzli­chen Helfer ein­treffen. „Außerdem gehört es zum Kon­zept des Land­kreises, dass nicht alle Wehren aus dem Zabergäu mit einem Ein­satz gebunden sind.“ So steht nun die Feu­er­wehr Clee­bronn bereit, falls in Bra­cken­heim an anderer Stelle eben­falls die Flo­ri­ansjünger gefragt sind.

Sieg­fried Rein, der Ver­letzte aus dem Tech­nik­raum, liegt auch um kurz vor drei noch im Sanitätszelt. Er ist beein­druckt, wie realitätsnah diese Übung abge­laufen ist. „Aber jetzt hoffe ich doch so langsam auf eine Spon­tan­hei­lung.“

Foto: Chris­tian Gleichauf, HSt