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Unwetterübung im Stadt- und Landkreis

Stadt- und Landkreis Heilbronnvon Volker Lang, Pressesprecher KFV Heilbronn

Am Samstag Vor­mittag wurde eine unwet­ter­be­dingte Großscha­dens­lage im gesamten Stadt- und Land­kreis Heil­bronn geprobt. Ziel der Übung war zum einen das Unwet­ter­modul des Leit­rech­ners der Inte­grierten Leit­stelle (ILS) auf Herz und Nieren zu prüfen, die Lei­stelle selbst einem Stress­test zu unter­ziehen und die Kom­mu­ni­ka­ti­ons­wege sowohl zwi­schen der ILS und den Führungshäuser der Feu­er­wehren als auch zwi­schen den Führungshäusern und den im Ein­satz befind­li­chen Kräften zu testen. Der Heil­bronner Feu­er­wehr­kom­man­dant Eber­hard Jochim betonte vor der Übung, dass solche Ereig­nisse nur gemeinsam durch Stadt- und Land­kreis bewältigt werden können. Ent­spre­chend war der Führungs­raum auch mit Per­sonal aus beiden Berei­chen besetzt.

Um einem Real­fall möglichst nah zu kommen, erfolgten 150 Not­rufe über die „112“ aus den Orts­netzen von Gem­mingen, Schwai­gern, Kirch­hausen und Bad Rap­penau, die inner­halb von 20 Minuten ein­gingen. Diese wurde von 22 zuvor defi­nierten Anru­fern ausgeführt. Da die Ruf­num­mern dieser Per­sonen zuvor im Leit­rechner hin­ter­legt wurden, war sicher­ge­stellt, dass in diesem Zeit­raum ein­ge­hende echte Not­rufe sofort her­aus­ge­fil­tert und mit Vor­rang bear­beitet werden konnten. Nach dem Übungs­start kümmerten sich zwei Dis­po­nenten aus­schließlich um solche Not­rufe. Im Ver­lauf der Übung waren dies dann letzt­end­lich 16 Ret­tungs­dienst- und drei Feu­er­wehr­einsätze sowie diverse Kran­ken­trans­porte.

Bei ent­spre­chenden Lagen kommt in der ILS das soge­nannte „Umwet­ter­modul“ zur Anwen­dung, wel­ches die Ein­satz­aufträge an die Feu­er­wehren nach erfolgter Not­ruf­ab­frage auto­ma­tisch per Fax ver­sendet. Die betrof­fenen Wehren erhalten einen Erst­alarm, alle Ein­satz­aufträge werden danach nur noch per Fax über­mit­telt.

Jede Gemein­de­feu­er­wehr hat ein defi­niertes Führungs­haus. Dieses ist in aller Regel das Feu­er­wehr­haus der Kern­ge­meinde. Von dort aus koor­di­niert ein örtli­cher Führungs­stab die ein­ge­henden Einsätze selbstständig und teilt diese dann seinen Abtei­lungen bzw. den verfügbaren Ein­heiten zu.

Bei der Übung wurde davon aus­ge­gangen, dass es sich um ein durch ent­spre­chende Unwet­ter­war­nungen des Wet­ter­dienstes abseh­bares Ereignis han­delt. D.h. es war aus­rei­chend Vor­lauf, in diesem Fall 30 Minuten, um sowohl die örtli­chen Führungshäuser als auch den Führungs­stab in der ILS zu besetzen. Ebenso wurde das Lei­stel­len­per­sonal hoch­ge­fahren, so dass alle Not­ruf­an­nah­meplätze besetzt waren.

Ab 9 Uhr gingen die ersten Not­rufe aus Gem­mingen ein. Kurze Zeit späten kamen dann die Not­rufe aus Schwai­gern, dann zog des Unwetter in Rich­tung Kirch­hausen und Bad Rap­penau, was dazu führte, dass mit etwas Verzögerung schließlich auch Anrufe aus diesen beiden Orts­netzen ein­gingen. Ab 9:20 Uhr wurden wei­tere rund 300 Einsätze manuell erfasst und allen übrigen Land­kreis­wehren zuge­teilt.

Letzt­end­lich wurden aus diesen knapp 500 Not­rufen etwa 1.000 Einsätze. Wie in der Realität bei sol­chen Ereig­nissen, wurden die örtli­chen Feu­er­wehren von geschädigten Bürgern auch direkt ange­for­dert oder eine z.B. zum Aus­pumpen eines Kel­lers ein­ge­setzte Ein­heit wird von einem Nachbar infor­miert, dass auch dort der Keller unter Wasser steht.

Nach dem Übungs­ende um 12 Uhr konnte bereits ein erstes Fazit gezogen werden. Adrian Mehler, zuständiger Dezer­nent im Land­ratsamt Heil­bronn hob vor allem den Lern­ef­fekt in der Leit­stelle und in den Führungshäusern hervor. Kreis­brand­meister Uwe Vogel stellte fest, dass sich das Kon­zept bewährt hat. Natürlich wurden auch Schwach­stellen erkannt. So muss der Fax­ver­sand der Alarm­de­pe­schen an die Führungshäuser ver­bes­sert werden. Auch bei den Abläufen im Führungs­raum gab es Erkennt­nisse über möglich Opti­mie­rungen. Im Laufe der kom­menden Woche müssen die Pro­to­kolle der 22 Not­rufer aus­ge­wertet werden, um Erkennt­nisse über die Erreich­bar­keit der Lei­stelle bei einer sol­chen Extrem­si­tua­tion zu bekommen. Die Zusam­men­ar­beit der beiden Führungsstäbe aus dem Stadt- und Land­kreis im Führungs­raum hat sich bes­tens bewährt.

Fotos: Feu­er­wehr Heil­bronn