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Sauerbraten und Sketche

Schwaigernvon Stefanie Pfäffle, HSt

Der Sau­er­braten ist das Mar­ken­zei­chen des Kel­ter­gas­sen­fests der Feu­er­wehr in Stetten. Der kam bisher immer von der örtli­chen Metz­gerei Bälz, doch die hat inzwi­schen geschlossen. „Manche Leute haben sogar vorher gefragt, ob es ihn trotzdem gibt“, erzählt Kom­man­dant Jürgen Kachel. Weg­lassen geht nicht. Also machten sich die Feu­er­wehrmänner auf die Suche und aßen Probe.

Lösung „Glückli­cher­weise wurden wir bereits beim zweiten Metzger fündig“, freut sich Abtei­lungs­kom­man­dant Maik Widowski. Bei der Metz­gerei Pfen­ninger in Gem­mingen nämlich, gleich in der Nähe, was gut war, denn wegen des großen Andrangs brauchte man am Sonn­tag­nach­mittag noch Nach­schub beim Grillgut.

Tagsüber war bereits richtig viel los beim Kel­ter­gas­sen­fest. Diverse befreun­dete Wehren waren bereits zum Frühschoppen erschienen, und auch die Bevölke­rung tru­delte spätes­tens zum Mit­tag­essen in der alten Kelter ein. Vor allem die Älteren genießen es, dass bei diesem Fest noch bedient wird und sie gemütlich auf ihr Essen warten können. „Man braucht natürlich die Leute dazu, aber inzwi­schen ist auch der Nach­wuchs unserer Leute alt genug, um in die Fußstapfen der Mütter zu treten“, weiß Kachel. Da störte es wohl auch nie­manden, dass der Preis beim Sau­er­braten etwas erhöht werden musste.

Während die meisten dieser Feste nach der Kaffee- und Kuchen-Zeit aus­klingen, ist die Kelter auch am Abend noch gut gefüllt. Das selbst gestrickte Pro­gramm der Flo­ri­ansjünger kommt an. „Wir hatten schon immer Leute, die gerne auf der Bühne stehen, dann gab es mal einen Sketch, und daraus wurde mehr“, erin­nert sich Kachel. Vor allem die Dar­bie­tung der Männer­tanz­gruppe ist der Höhepunkt zum Schluss. Doch erst mal kommen die Kleinsten dran. Sie spielen zackige Luft­gi­tarre zu David Has­sel­hoffs „Loo­king for Freedom“ und schwingen Wun­der­kerzen zu „Time to say good-bye“. Die Jugend hat sich einen nicht ganz jugend­freien Sketch aus­ge­sucht, in dem Fragen wie „Was ist hart, wenn man es in den Mund nimmt und weich, wenn es wieder her­aus­kommt?“, beant­wortet werden – Kau­gummi natürlich.

Amüsant Witzig auch der Auf­tritt der Nonne und des Pries­ters, die sich bei Schnee­sturm in eine Hütte retten. Großzügig überlässt er ihr das ein­zige Bett und wickelt sich in den Schlaf­sack am Boden. Doch der Nonne ist immer wieder kalt, und so bringt ihr der Priester eine Decke nach der anderen, bis es ihm zu bunt wird. „Wollen wir nicht eine Nacht so tun, als wären wir ver­hei­ratet?“ fragt er und sie stimmt verzückt zu. „Dann hol dir deine ver­dammten Decken gefälligst selber!“

Bild: Das unter­halt­same Abend­pro­gramm – hier ein Sketch mit Nonne und Priester – zog auch am Abend Gäste in die Kelter. (Foto: Ste­fanie Pfäffle)