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Ruhiges Einsatzjahr mit dramatischem Ende - Abteilungsversammlung in Obereisesheim

Einsätze und Übungs­dienste standen für die Ober­ei­sesheimer Feu­er­wehr­ab­tei­lung im Mit­tel­punkt der ver­gan­genen zwölf Monate. Bei der Jah­res­ver­samm­lung ließ Abtei­lungs­kom­man­dant Werner Seufer das Jahr 2012 Revue pas­sieren. Die 70 Mann starke Truppe - 38 davon in der aktiven Ein­satz­ab­tei­lung, 17 in der Alters­ab­tei­lung und 15 Jugend­feu­er­wehr­mit­glieder - musste im Berichts­zeit­raum elf Mal ausrücken, zu drei Brandfällen, zwei Hil­fe­leis­tungen, einem Ver­kehrs­un­fall und fünf Umwelt­einsätzen.

Vor allem der dra­ma­ti­sche Wohn­haus­brand im Dezember blieb allen Ein­satzkräften im Gedächtnis. "Nur durch das rasche und beherzte Ein­greifen aller Neckar­sulmer Feu­er­wehr­ab­tei­lungen wurden vier Men­schen­leben gerettet. Der Fluchtweg war abge­schnitten, das nahezu kom­plette Haus aus­ge­brannt und der Dach­stuhl stand kurz vor der Durchzündung." Die kluge Auf­stel­lung des Dreh­lei­ter­fahr­zeugs durch Ein­satz­leiter Wolf­gang Rauh, relativ nah am bren­nenden Gebäude, war aus Sicht von Werner Seufer eine der ein­satz­ent­schei­denden Maßnahmen. Eine aktive Auf­ar­bei­tung des körper­lich wie psy­chisch belas­tenden Ein­satzes in den eigenen Reihen aber auch mit Unterstützung des Not­fall­seel­sorge-Teams der Feu­er­wehr Neckar­sulm war mehr als hilf­reich. Kom­man­dant Wolf­gang Rauh sprach ebenso die her­vor­ra­gende Zusam­men­ar­beit und große Ein­satz­be­reit­schaft bei diesem Brand an. "Wir sind hier alle an die Leis­tungs­grenzen gegangen. Sechs unserer Feu­er­wehr­leute mussten mit Rauch­ver­gif­tungen, Ver­bren­nungen oder mit Kreis­lauf­kol­laps ins Kran­ken­haus ein­ge­lie­fert werden. Sie sind mitt­ler­weile alle genesen."

Um für den Ernst­fall gewappnet zu sein, gab es für die Aktiven 24 Übungs­dienste. Son­der­dienste für die His­to­ri­sche Übung zum 150. Jubiläum der Feu­er­wehr Neckar­sulm sowie drei Zug- und Grup­penführer­be­spre­chungen run­deten das Dienst­ge­schehen ab. Eine Atem­schutz­aus­bil­dung erhielten Frank Heiss, Rene Ranger, Vin­cenz Lang und David Selb­mann. Dass es um den Nach­wuchs gut bestellt ist, zeigte Jugend­grup­pen­leiter Wolf­gang Kühne in seinem Bericht auf: 20 Mal trafen sich die Aus­bilder Sven Scheu­er­mann, Michael Knob­loch, Jan Seufer, Michael Klo­pottek, Timo Freyer, Denis Ranger und Rene Ranger mit den 15 Kin­dern und Jugend­li­chen. Michael Knob­loch und Timo Freyer wurden zu Jugend­grup­pen­lei­tern wei­ter­ge­bildet. Neben der feu­er­wehr­tech­ni­schen Aus­bil­dung standen aber auch ein Zelt­lager, ein Aus­flug und eine Mar­kungs­putzete auf dem Plan. Für 2013 ist unter anderem ein Berufs­feu­er­wehrtag geplant. Auch die Alters­ab­tei­lung war aktiv. So nahmen die "Oldies" unter anderem am Aus­flug des Kreis­feu­er­wehr­ver­bandes teil und halfen bei zahl­rei­chen Ver­an­stal­tungen mit.

Eine ganz und gar nicht alltägliche Ehrung erfuhr Rudolf Fuchs: Der 84-Jährige wurde für 70 Jahre Feu­er­wehr­zugehörig­keit aus­ge­zeichnet. 60 Jahre dabei ist Karl Guldi, der aus gesund­heit­li­chen Gründen nicht anwe­send war. Für eine tadel­lose Kas­senführung wurde Kas­sier Rainer Gurr ein­stimmig ent­lastet. Einen Wechsel gibt es bei den Gerätewarten. Heiko Lilier gab diese Auf­gabe nach knapp zehn Jahren beruf­lich bedingt ab. Jonas Hammer und Michael Klo­pottek halten künftig Fahr­zeuge, Gerätschaften und das Gerätehaus in Schuss. Philipp Gurr wurde aus der Jugend­feu­er­wehr, Kai Hude­mann aus Heil­bronn-Fran­ken­bach in die aktive Abtei­lung auf­ge­nommen. Der fertig aus­ge­bil­dete Oberlösch­meister arbeitet in Ober­ei­sesheim und ergänzt die Tages­be­reit­schaft. Zu Feu­er­wehrmännern wurden Daniel Gurr, Vin­cenz Lang, Rene Ranger und David Selb­mann befördert. Feu­er­wehr­kom­man­dant Wolf­gang Rauh ist mit der Abtei­lung sehr zufrieden: "Sie ist ein Garant dafür, der Bevölke­rung zu helfen, wenn es gilt." Zudem sprach er die im städti­schen Haus­halt erneut ein­ge­stellte Summe zur Beschaf­fung eines neuen Löschfahr­zeugs an, für das im ver­gan­genen Jahr der not­wen­dige Lan­des­zu­schuss nicht gewährt wurde. Mitte 2013 soll erneut darüber ent­schieden werden. In seinem Aus­blick betonte er, dass das Haupt­au­gen­merk auch in Zukunft auf die Jugend­ar­beit und die Aus­bil­dung junger Feu­er­wehr­leute gelegt werde. Gute Zusam­men­ar­beit. Stell­ver­tre­tend für den ver­hin­derten Orts­vor­steher Andreas Gastgeb hob Heike Loose das große Enga­ge­ment, die hohe Kom­pe­tenz sowie die sehr posi­tive Zusam­men­ar­beit mit Ort­schaftsrat und Orts­ver­wal­tung hervor. "Die Feu­er­wehr Ober­ei­sesheim ist eine feste und nicht weg­zu­den­kende Insti­tu­tion im Ort."

Bild 1: Kom­man­dant Werner Seufer ehrt Rudolf Fuchs (links) für 70 Jahre Treue.

Bild 2: Beförde­rungen bei der Ober­ei­sesheimer Feu­er­wehr: (von links) Abtei­lungs­kom­man­dant Werner Seufer, Vin­cenz Lang, David Selb­mann und Kom­man­dant Wolf­gang Rauh.

Bild 3: Werner Seufer mit Neu­auf­nahme Philipp Gurr