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Neue mobile Schaumdesinfektionsanlage

Landkreis Heilbronnvon Claudia Costner, HSt

Ein­satz bei Tier­seu­chen oder für Men­schen gefährliche bio­lo­gi­sche und che­mi­sche Gefahren: Der Land­kreis Heil­bronn hat eine Schaum­des­in­fek­ti­ons­an­lage für Fahr­zeuge ange­schafft. Im Kri­sen­fall zuständig ist die Feu­er­wehr Weins­berg.

Ange­nommen, ein Lkw-Fahrer aus Ost­eu­ropa oder Bel­gien wirft an der A 6 oder der A 81 sein Wurstbrötchen auf den Rast­platz und ein Wild­schwein frisst es: Was für den Men­schen ungefährlich ist, löst bei Tieren womöglich eine Seuche aus. Die afri­ka­ni­sche Schwei­ne­pest könnte auch in der Region Heil­bronn aus­bre­chen. „Dieses Sze­nario ist durchaus denkbar“, sagt der Dezer­nent für Gesund­heit, Recht und Straßen im Land­ratsamt Heil­bronn, Thomas Maier. Der Land­kreis will gewappnet sein und hat eine mobile Schaum­des­in­fek­ti­ons­an­lage für die Dekon­ta­mi­na­tion von Fahr­zeugen ange­schafft.

Zusätzliche Spe­zi­al­auf­gabe für Weins­berger Wehr­leute

Zum ersten Mal auf­ge­baut wurde die neue Ausrüstung am Samstag unter Anlei­tung der Her­stel­ler­firma in der Straßenmeis­terei Neu­en­stadt. Sta­tio­niert werden die ins­ge­samt sechs Roll­wagen bei der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr Weins­berg. „Die Anfor­de­rungen sind sehr kom­plex“, zieht Kom­man­dant Andreas Riekher nach der Schu­lung Bilanz. „Es ist eine zusätzliche Spe­zi­al­auf­gabe.“ Mit ihrem Gefahr­gutzug sei die Weins­berger Wehr für den halben Land­kreis Heil­bronn zuständig - auch wegen ihrer Nähe zur Auto­bahn. Die andere Hälfte über­nimmt Bad Rap­penau. „Und mit unserem Dekon-Zug fahren wir für den ganzen Land­kreis“, erklärt Riekher.

Schneller, sicherer und effek­tiver Aufbau

„Die Weins­berger hatten schon bisher eine Dekon­ta­mi­na­ti­ons­ausrüstung“, erläutert Thomas Maier. „Aber das war Stand der Technik von vor 20 Jahren.“ Bernd Halter, Mit­ar­beiter von Kreis­brand­meister Uwe Vogel, kennt die Vor­teile der Neu­an­schaf­fung: Statt aus Teich­folie und Balken selbst ein Auf­fang­be­cken „bas­teln“ zu müssen, ist die 25 mal fünf Meter große Wanne jetzt per Gene­rator auf­blasbar. Statt 375 wiegt sie nur 73 Kilo­gramm. „Sie lässt sich schnell, effektiv und sicher auf­bauen“, so Halter. Und das mit sechs statt 20 Feu­er­wehr­leuten. Ein­ge­setzt wird die 35 000 Euro teure Anlage zum Bei­spiel dann, wenn die afri­ka­ni­sche Schwei­ne­pest auf einem Bau­ernhof aus­bricht. Aber auch, wenn Men­schen durch che­mi­sche oder bak­te­ri­elle Stoffe gefährdet sind. Im Falle der Schwei­ne­pest müssen die Tiere gekeult, alle Fahr­zeuge, die den Hof ver­lassen, des­in­fi­ziert werden. Wichtig ist auch die Menge des Des­in­fek­ti­ons­mit­tels. „Die Zumisch-Ein­rich­tung dosiert exakt und doku­men­tiert alles“, erklärt Dezer­nent Maier. Das Abwasser wird in der Wanne gesam­melt und kann anschließend sicher ent­sorgt werden.

Lkw wird ein­geschäumt

Nach rund 90 Minuten Arbeit bei 30 Grad Cel­sius haben es die 15 Feu­er­wehr­leute geschafft: Die Anlage steht zum ersten Mal. Jetzt fährt Lukas Hampel von der Straßenmeis­terei Neu­en­stadt, die die Aktion am Samstag mit vier Leuten unterstützt, mit dem Lkw in die Wanne. Feu­er­wehr­mann Daniel Bächtle schäumt das Fahr­zeug rundum ein. „Ich gehe davon aus, dass wir das jetzt einmal im Jahr üben“, sagt Kom­man­dant Andreas Riekher. Auch Thomas Maier vom Land­ratsamt ist zufrieden und betont: „Das läuft alles im Ehrenamt.“