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Neckarsulmer Feuerwehr rückte 2018 zu 364 Einsätzen aus

Neckarsulmvon Simon Gajer, HSt

Der Kom­man­dant der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr Neckar­sulm ist mit der Mann­schaftsstärke der Feu­er­wehr zufrieden, auch den Rückhalt des Gemein­de­rats und der Stadt­ver­wal­tung lobt er. Manchmal kommt die Wehr trotzdem an ihre Schmerz­grenze.

Die Ein­satzkräfte der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr sind im abge­lau­fenen Jahr zu 364 Einsätzen ausgerückt. Mit 60 Alar­mie­rungen weniger als im Vor­jahr sank die Anzahl wieder unter die 400er-Grenze. Mit der Mann­schaftsstärke ist die Führung sehr zufrieden.

Beim Unwetter ist jeder volle Keller ein Ein­satz

Das Wetter wirkt sich auf die Sta­tistik aus. Davon berichten Kom­man­dant Wolf­gang Rauh und sein Stell­ver­treter Ludwig Zoll im Gespräch mit unserer Redak­tion; zur Führung der Wehr gehört noch ein zweiter Stell­ver­treter, Markus Kiy.

Jeder Keller, der aus­ge­pumpt wird, wird als ein­zelner Ein­satz gezählt. Ver­gan­genes Jahr blieb Neckar­sulm von größeren Gewit­tern ver­schont. Im Ver­gleich dazu hatte es im Jahr 2017 ins­ge­samt 89 Einsätze wegen des Wet­ters gegeben.

Die Wehr erreicht die Schmerz­grenze

Den­noch: 458 Alar­mie­rungen wie im Jahr 2017 müssen es nicht immer sein, selbst wenn nicht jedes Feu­er­wehr­mit­glied auto­ma­tisch zu allen Einsätzen ausrücke, sagt Ludwig Zoll. „Das ist schon an der Schmerz­grenze“, betont Wolf­gang Rauh. Die Mit­glieder murren trotzdem nicht. Vom „Phänomen Feu­er­wehr“ spricht der Kom­man­dant. „Es läuft irgendwie.“

Einen Teil der Einsätze decken die vier haupt­amt­li­chen Feu­er­wehr-Mit­glieder ab. Muss eine Tür geöffnet oder eine Ölspur besei­tigt werden, machen das die Ange­stellten der Stadt. „Da fahren wir raus“, sagt der Kom­man­dant. „Auch des­halb, um die Frei­wil­ligen zu ent­lasten.“ Im Jahr 1963 sei der erste haupt­amt­liche Gerätewart ein­ge­stellt worden. Doch mit vier Per­sonen kommt die Wehr ver­mut­lich nicht mehr lange aus. „Jetzt sind wir am Limit“, sagt Wolf­gang Rauh.

Feu­er­wehr denkt über fünfte haupt­amt­liche Kraft nach

Die Bürokratie macht der Wehr-Führung zu schaffen. Viele Geräte müsse sehr häufig geprüft werden. Hydrau­li­sche Schneidgeräte, die Sicher­heits­ausrüstung der ein­zelnen Feu­er­wehr-Mit­glieder werden in Augen­schein genommen. „Für alles muss ein Prüfpro­to­koll erstellt werden“, betont der Kom­man­dant.

Ein Bei­spiel, das die Fülle an For­mu­laren ver­deut­licht: Allein die Ein­satz­ab­tei­lung hat kommt auf 184 Mit­glieder, und jeder hat einen Helm, der regelmäßig ange­schaut werden muss.

Tagsüber stehen aus­rei­chen Ein­satzkräfte zur Verfügung

„Mit der Mit­glie­der­zahl sind wir zufrieden“, sagt der Kom­man­dant. Während es andern­orts im Land­kreis manchmal schon schwer ist, tagsüber aus­rei­chend Ein­satzkräfte zur Verfügung zu haben, spielt dieses Thema in Neckar­sulm keine Rolle.

Zwar merke auch die Führung, dass ein­zelne Mit­glieder bei­spiels­weise wegen Dienst­reisen nicht immer bereit­stehen. Dafür spielt der Indus­trie­standort den drei Abtei­lungen in die Hände. „Wir pro­fi­tieren von den Schicht­ar­bei­tern“, sagt Wolf­gang Rauh.

Zum Nach­wuchs gehören 45 Kinder und Jugend­liche

Bei der diesjährigen Haupt­ver­samm­lung Ende April werden wieder zehn Mit­glieder über­nommen, die aus der eigenen Jugend­ab­tei­lung stammen. „Beim Nach­wuchs haben wir keine Pro­bleme“, betont der Kom­man­dant. Wegen der Technik sei die große Wehr für viele inter­es­sant, weiß Ludwig Zoll. 45 Kinder und Jugend­liche üben der­zeit regelmäßig. Dieses Anzahl ist aus Sicht der Ver­ant­wort­li­chen aus­rei­chend.

„Lieber haben wir weniger als zu viel“, betont Kom­man­dant Rauh. Man müsse dem Nach­wuchs ja auch etwas bieten und die Arbeit mit ihm „attraktiv gestalten“.

Meh­rere Fahr­zeuge sollen dieses Jahr gekauft werden

Die Unterstützung durch die Stadt­ver­wal­tung und den Gemein­derat ist da. Im lau­fenden Haus­halts­jahr stellt Neckar­sulm ins­ge­samt 825.000 Euro für Inves­ti­tionen zur Verfügung, meh­rere Fahr­zeuge sollen gekauft werden - sofern es mit den Zuschüssen wie erhofft klappt. „Wir haben die volle Unterstützung durch den Gemein­derat und die Stadt­ver­wal­tung“, sagt der Kom­man­dant.