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Kommandowagen bringt wichtigen Zeitvorteil

Leingartenvon Claudia Kostner, HSt

Die Frei­wil­lige Feu­er­wehr Lein­garten bekommt einen Kom­man­do­wagen. Statt des von ihr gewünschten Audi A4 Avant der Werk­feu­er­wehr Neckar­sulm für rund 44.000 Euro wird es jedoch ein VW Passat Kombi 2,0 TDI für rund 32.000 Euro - ein rück- und umge­bautes Lea­sing­fahr­zeug der Polizei. Mit seinem Votum folgte der Gemein­derat dem Beschluss­vor­schlag der Ver­wal­tung. Der Preis war für die knappe Mehr­heit der Bürger­ver­treter das schla­gende Argu­ment.

Kon­zept Bereits im Jahr 2009 hatte der Gemein­derat im Rahmen des Feu­er­wehr­kon­zepts beschlossen, dass die Lein­gar­tener Wehr im Jahr 2013 mit einem Kom­man­do­wagen aus­ge­stattet wird. In der jüngsten Sit­zung des Gre­miums machte Kom­man­dant Rouven Leib­brand noch einmal deut­lich, wie wichtig das Fahr­zeug in einem Not­fall sein kann: Bei einem Woh­nungs­brand im ersten Ober­ge­schoss habe die Feu­er­wehr höchs­tens 17 Minuten Zeit für die Ret­tung von Men­schen. "Der Zugführer kann sofort nach der Alar­mie­rung mit dem Kom­man­do­wagen los­fahren, um die Lage zu erkunden. Er muss nicht warten, bis wei­tere neun Leute ins Tanklöschfahr­zeug ein­steigen", so Leib­brand - zwei bis drei Minuten, die Leben retten könnten.

55.000 Euro waren im Haus­halts­plan 2013 für die Anschaf­fung eines Neu­wa­gens inklu­sive Ausbau sowie funk- und feu­er­wehr­tech­ni­scher Bela­dung ver­an­schlagt. Weil das Land Baden-Württem­berg aber nur Neu­fahr­zeuge für Kom­munen mit mehr als 15.000 Ein­woh­nern bezu­schusst, hatten sich Ver­wal­tung und Feu­er­wehr im Vor­feld für einen Gebraucht­wagen aus­ge­spro­chen.

Wel­cher von drei in Frage kom­menden es aller­dings sein soll, daran schieden sich die Geister. "Aus wirt­schaft­li­chen Gesichts­punkten, mit Blick auf die zu erwar­tende jährliche Kilo­me­ter­leis­tung und ver­gleich­bare Fahr­zeuge anderer Feu­er­wehren", hielt die Ver­wal­tung einen Passat der Polizei mit einem Kilo­me­ter­stand zwi­schen 60.000 und 80.000 für aus­rei­chend.

Anders die Feu­er­wehr­ver­treter: "Ich war 15 Jahre Kom­man­dant, und mein Bestreben war immer, nicht aufs Höchste zu setzen, son­dern im Gegen­teil Kosten zu sparen", betonte Gemein­derat André Göbl (SPD). In diesem Falle solle es der teu­rere Audi mit 18.000 Kilo­me­tern sein, "weil wir den schon gesehen und mit dem Kom­man­danten gespro­chen haben". Den Zustand eines rückge­bauten Lea­sing­fahr­zeugs dagegen könne man nicht einschätzen, ebenso wenig die Nachrüstkosten, so die Begründung der Wehr­leute.

Schwarzer Peter "Mir wäre es lieb gewesen, wenn sich Feu­er­wehr und Ver­wal­tung geei­nigt hätten, jetzt wird der Schwarze Peter dem Gemein­derat zuge­schoben", ärgerte sich Wolf­gang Kret­sch­mann (SPD) über die Dis­kus­sion. "Die Lea­sing­fahr­zeuge der Polizei sind stark bean­sprucht", machte sich CDU-Frak­ti­ons­chef und Poli­zei­haupt­kom­missar Thomas Lan­des­vatter für den Audi stark und stellte einen ent­spre­chenden Antrag. Dieser wurde jedoch mit 10:8 Stimmen abge­lehnt.