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Jeder weiß, was zu tun ist

Neckarwestheimvon Harald Schmidt, HSt

Lautes und durch­drin­gendes Sire­nen­ge­heul schallt am Sams­tag­nach­mittag durch Neckar­west­heim. Der zweimal unter­bro­chene einminütige Dau­erton ist für die Frei­wil­lige Feu­er­wehr das Zei­chen zum Ein­satz. Frei­lich: Es han­delt sich um keinen Ernst­fall. Der wird in diesem Fall nur geprobt – bei der jährli­chen Hauptübung der örtli­chen Wehr.

In der Tief­ga­rage einer neuen Wohn­an­lage in der Orts­mitte ist – so das Sze­nario – ein Pkw in Flammen auf­ge­gangen. Ein Bewohner eines der Mehr­fa­mi­lienhäuser bemerkt starke Rauch­ent­wick­lung, die sich, aus der Garage kom­mend, im Flur aus­breitet. Über die Ruf­nummer 112 infor­miert er die Feu­er­wehr­leit­stelle in Heil­bronn. Von dort erfolgt die Alar­mie­rung der Ein­satzkräfte der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr (FFW) über Funk­mel­de­empfänger.

Diese Funkalar­mie­rung enthält stich­wort­ar­tige Hin­weise zum Ort und zur Art des Ein­satzes. Da im vor­lie­genden Fall von einer mögli­chen Gefahr für Per­sonen aus­ge­gangen wird, werden zeit­gleich die Frei­wil­lige Feu­er­wehr Lauffen und die Schnell­ein­satz­gruppe des DRK Lauffen infor­miert.

Such­trupp Knapp fünfzehn Minuten nach der Alar­mie­rung treffen der Ein­satz­leiter und Männer des Such­trupps als Erste am Ein­satzort ein. „Im Nor­mall­fall dauert es nach der Alar­mie­rung und dem Ein­satz­be­ginn am Feu­er­wehr­haus sechs bis acht Minuten, bis das erste Fahr­zeug am Ein­satzort ist“, erklärt Kom­man­dant Marc Wei­nert den inter­es­sierten Beob­ach­tern.

Ein­satz­leiter Flo­rian Panzer ver­schafft sich umge­hend einen Über­blick vor Ort und koor­di­niert die wei­teren anfah­renden Fahr­zeuge und Ein­satzkräfte. Wie er fest­ge­stellt hat, hatte sich in der Tief­ga­rage ein Fahr­zeug wegen eines tech­ni­schen Defekts entzündet. Da die eigent­lich selbst­schließende Brand­schutztür von der Garage ins Wohngebäude offen­stand und ver­keilt war, konnte der hoch­gif­tige Rauch ins Trep­pen­haus ein­dringen.

Einige Bewohner können des­halb das Haus nicht mehr ver­lassen und flüchten auf ihre Bal­kone. Zudem gibt es Hin­weise, dass sich noch Per­sonen in der Garage und im Unter­ge­schoss des Hauses auf­halten sollen. Mit Ein­treffen des ersten Löschgrup­pen­fahr­zeugs aus Neckar­west­heim beginnt das ziel­ge­rich­tete Vor­gehen der Wehr­leute. Männer der Atem­schutz­gruppe gelangen über einen Sei­ten­ein­gang in die Kel­lerräume und durch­su­chen diese nach Per­sonen. Gleich­zeitig wird von Ein­satzkräften des zweiten Löschfahr­zeugs über die eigent­liche Gara­gen­zu­fahrt die Was­ser­ver­sor­gung auf­ge­baut und mit der Brandbekämpfung begonnen.

Dreh­leiter Die Feu­er­wehr Lauffen hat mitt­ler­weile den Dreh­lei­ter­wagen im Außenbe­reich posi­tio­niert und bringt die Bewohner der oberen Etage mit dem Korb sicher nach unten. Die Per­sonen der mitt­leren Etage werden über Stell­lei­tern gerettet. Ein wei­terer Trupp belüftet das Trep­pen­haus. Zwei im Gebäude auf­ge­grif­fene Bewohner werden mit Flucht­hauben aus­ge­stattet und jeweils mit dem Atem­schutzgerät eines Feu­er­wehr­mannes gekop­pelt. So können sie nach draußen begleitet und den Ret­tungs­sanitätern überg­eben werden.

Nach knapp 30 Minuten erklärt Flo­rian Panzer den Ein­satz für beendet. „Der Ein­satz­er­folg spricht für sich“, meint Kom­man­dant Wei­nert. „Der Pkw-Brand ist gelöscht, die Bewohner wurden gerettet, alle Feu­er­wehr­leute sind wohlauf“, ergänzt er.

Anke Ihle ist vom Gese­henen beein­druckt. „Die Ein­satz­lage war für mich rea­lis­tisch dar­ge­stellt und der Ablauf des Ein­satzes aus meiner Sicht struk­tu­riert und nach­voll­ziehbar“, sagt die Zuschauerin aner­ken­nend.