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In drei Minuten vom Polo zum Cabrio

Bad Wimpfenvon Alexandra Berk, HSt

Langsam macht sich Span­nung breit. "Wann kommt denn die Feu­er­wehr?", fragt ein Knirps unge­duldig. Doch schon im nächsten Moment dröhnt das Mar­tins­horn los, und das 14,5 Tonnen schwere Hil­fe­leis­tungslöschgrup­pen­fahr­zeug (HLF 20/16) biegt mit Blau­licht um die Ecke. Dicht gefolgt vom Ret­tungs­wagen des Deut­schen Roten Kreuzes. Ein impo­santer Anblick, den die Zuschauer mit Bei­fall begrüßen. Beim Tag der offenen Tür, den die Frei­wil­lige Feu­er­wehr Bad Wimpfen alle zwei Jahre ver­an­staltet, kann die Wehr auch ihre Leis­tungsfähig­keit bei Übungen vor Publikum unter Beweis stellen.

Zuvor hatten die Mit­glieder der Jugend­feu­er­wehr bei einem Löschein­satz mit Men­schen­ret­tung an einem Modell gezeigt, dass auch der Nach­wuchs beacht­liche Fähig­keiten hat. Rei­bungslos klappt das Zusam­men­spiel, und am Ende bleibt nur ein Häufchen ver­kohlter Bretter übrig. Jetzt schauen sie fachmännisch den aktiven Kame­raden zu. Die setzen an dem alten VW Polo die hydrau­li­schen Scheren an und kna­cken in Win­des­eile die Dachsäulen. "So eine Schere wiegt um die 20 Kilo", weiß Joris Bon­gers von der Jugend­feu­er­wehr. Im Wagen­in­neren sind schon die Sanitäter am Werk, die den Ver­letzten, der bei dieser Übung durch einen Dummy dar­ge­stellt wird, vor Glas­split­tern schützen und die Erst­ver­sor­gung leisten. Dann ein paar Hand­griffe der Feu­er­wehr­mann­schaft, schnell die Anschnall­gurte gekappt, und schon lässt sich das Dach des Wagens abheben - wie bei einer Kon­ser­ven­dose der Deckel. Nicht einmal drei Minuten hat es gedauert, und der Polo steht als Cabrio da. Was hier so lustig aus­sieht, kann im Ernst­fall Leben retten. "Da zählt jede Minute, und die Teams müssen Hand in Hand arbeiten", erklärt Kom­man­dant Martin Ram­s­perger. Erst jetzt kann der Ver­letzte aus dem Fahr­zeug gerettet werden. Neben sol­chen tech­ni­schen Hil­fe­leis­tungen zeigen die Flo­ri­ansjünger aber auch ein­drucks­voll, was so alles im Haus­halt pas­sieren kann.

Wie sieht es aus, wenn eine Fri­teuse Feuer fängt oder eine Spray­dose zu warm wird? Gut, dass auf dem großen Platz am Feu­er­wehr­ma­gazin nichts Brenn­bares in der Nähe ist, wenn die Spray­dose zur Rakete wird.

Bild: Müde, aber guter Dinge sind die Feu­er­wehr­leute Ivan Cha­mayou (2.v.l.) und Ber­nerd Bllanc (3.v.l.) nach 1050 Kilo­me­tern zu Fuß in Bad Wimpfen ein­ge­troffen. (Foto: Berk)