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Große oder kleine Lösung - alles ist denkbar

Cleebronnvon Claudia Kostner, HSt

Im Clee­bronner Feu­er­wehr­ma­gazin geht es jetzt schon eng zu. Für neue, größere Fahr­zeuge ist gar kein Platz. Ein Archi­tekt hat sich mit Erwei­te­rungs- und Neu­baumöglich­keiten befasst.

Ein Neubau für geschätzt drei Mil­lionen Euro oder nur der Anbau einer Fahr­zeugbox für 140 000 Euro? Zwi­schen der größten und der kleinsten Lösung für die Erwei­te­rung des Clee­bronner Feu­er­wehr­hauses hat der Besig­heimer Archi­tekt Jochen Fey­er­abend vom Büro fps in seiner Mach­bar­keits­studie wei­tere Vari­anten erar­beitet und dem Gemein­derat vor­ge­stellt. In der Okto­ber­sit­zung soll eine Ent­schei­dung fallen.

Zwei Gründe gibt es für die Über­le­gungen: die Raum­si­tua­tion und die Frage, ob die Aus­stat­tung noch zeitgemäß ist. Laut Feu­er­wehr­be­darfs­plan muss für das vor­han­dene Tanklöschfahr­zeug als Ersatz kurz­fristig ein Hil­fe­leis­tungs-Löschgrup­pen­fahr­zeug beschafft werden. 2025 soll das bis­he­rige Löschgrup­pen­fahr­zeug durch ein neues ersetzt werden. Beide schwerer und größer als die bis­he­rigen. „Der Sta­tiker hat fest­ge­stellt, dass die Tragfähig­keit des Bodens für die neuen Fahr­zeuge nicht aus­reicht“, erklärte Jochen Fey­er­abend.

Tra­fo­sta­tion ist im Weg

Den Anbau einer Fahr­zeugbox rechts oder links des Gebäudes halte er nicht für zukunftsfähig, schickte der Planer seinen Ausführungen voraus. Links gestaltet sich der Weg der Ein­satzkräfte zum Fahr­zeug als schwierig. Ein Anbau rechts wäre machbar, aber die Box müsste nach vorne geschoben werden, weil sonst der Min­dest­ab­stand zum angren­zenden Grundstück nicht ein­ge­halten werden kann. Auch eine Tra­fo­sta­tion ist im Weg.

Den Bau einer neuen Fahr­zeug­halle mit fünf Stellplätzen und daran anschließend den Umbau des Sozi­al­trakts hat Fey­er­abend eben­falls unter­sucht. „Während der Bau­zeit könnte der Betrieb so auf­recht erhalten werden“, lautet seine Schluss­fol­ge­rung. Bei einem kom­pletten Neubau, so der Archi­tekt, sei eine Inte­rims­un­ter­brin­gung der Feu­er­wehr unab­dingbar. Eine eben­falls in Erwägung gezo­gene Kombi-Lösung Neubau samt Unter­brin­gung des Bau­hofs schei­tert an den Platz­verhältnissen. „Das Nach­bar­grundstück steht nicht zur Verfügung“, erklärte Fey­er­abend. Für den Bau einer Halle mit fünf Stellplätzen gibt es auf jeden Fall 275 000 Euro Lan­des­mittel, stellte Kämmerer Pascal Hirsch in Aus­sicht.

Wei­terhin zu eng

„Ein Boxen­anbau bringt uns nicht weiter“, erklärte Andreas Schüdi (CDU). „Mit den Sanitäran­lagen und der Schwarz-Weiß-Tren­nung liegen wir momentan total daneben.“ Ähnlich sah es Steffen Burrer: „Die Platz­si­tua­tion würde sich nicht ent­spannen.“ Dieser Ansicht war auch Richard Fabi­siak (FWV): „Ein pro­vi­so­ri­scher Anbau wäre völlig nutzlos.“ Er sprach sich dafür aus, eine Fahr­zeug­halle zu bauen und im zweiten Schritt den Sozi­al­trakt zu sanieren. Das könnte sich auch Gerald Seidler (AGU) vor­stellen und bat Fey­er­abend um eine grobe Kos­tenschätzung.

Bürger­meister Thomas Vogl mahnte, den Anbau einer ein­zelnen Box nicht ad acta zu legen. „Am Ende des Tages geht es darum, was wir uns leisten können und wollen.“

Kein anderes Grundstück in petto

Wil­helm Spei­tels­bach (Pro Clee­bronn) regte die Suche nach einem anderen Standort an, etwa im Gewer­be­ge­biet im Westen von Clee­bronn. Im Gegenzug solle der Bauhof ins jet­zige Feu­er­wehr­haus umziehen. „Da hätte man zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen“, so Spei­tels­bach. „Das ist eine poli­ti­sche Ent­schei­dung des Gemein­de­rats“, sagte Thomas Vogl. Ihm falle aller­dings kein Grundstück ein, das in Frage käme. Man könne zum Bei­spiel nicht ins Indus­trie­ge­biet Lang­wiesen gehen, „weil die gesetz­lich vor­ge­schrie­benen Ret­tungs­fristen dort nicht ein­zu­halten wären“. Gerald Seidler gab zu bedenken, dass dann der Grundstücks­er­werb zu den Bau­kosten hinzu käme.

Ein Neubau an einem anderen Platz darf nicht zu nah an der Wohn­be­bauung sein, betone Jochen Fey­er­abend. „Sonst kommt die Gewer­be­auf­sicht und fragt nach dem Übungs­be­trieb und dem Ein­satz von Aggre­gaten.“ Am jet­zigen Standort gelte Bestands­schutz.

36 Aktive

Das Feu­er­wehr­haus war früher ein Auto­haus und wurde 1991 von der Gemeinde gekauft und umge­baut. Das Bau­jahr schätzt Bürger­meister Thomas Vogl auf Ende der 1970er-/Anfang der 1980er-Jahre. Die Frei­wil­lige Feu­er­wehr Clee­bronn hat zur­zeit 36 aktive Mit­glieder.