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Gasverpuffung in Stebbach - mehrere verletzte Personen

Hauptübung der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr Gem­mingen

Jede Menge Blau­licht und viel zu tun am Sport­platz in Steb­bach. Am Sonntag, 14. Juli 2019 fand die diesjährige Hauptübung der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr Gem­mingen und des DRK Orts­verein Gem­mingen im Kiosk des 1. FC Steb­bach statt. Kurz nach neun Uhr wurden die Ein­satzkräfte durch Übungs­leiter Michael Bayer mit dem Alarm­stich­wort „Explo­sion im Bereich Club­haus Steb­bach“ alar­miert. Es wurde ange­nommen, dass die Bewir­tung einer Ver­an­stal­tung in den Räumen des Kiosks statt­fand, welche durch eine Pro­pan­gas­ver­puf­fung eska­liert ist.

Durch den Grup­penführer des erst ein­tref­fenden Fahr­zeugs LF 2/42 der Abt. Steb­bach wurde die Lage erkundet. Dabei wurde eine Viel­zahl an ver­letzten Per­sonen mit unter­schied­li­chen Ver­let­zungs­mus­tern (offene Brüche, Ampu­ta­tionen, Pfählungs­ver­let­zungen und reani­ma­ti­ons­pflich­tige Per­sonen) erkannt. Gleich­zeitig drang dichter Qualm aus dem Inneren des Kiosks des 1.FC Steb­bach. Durch eine ansprech­bare Person konnte in Erfah­rung gebracht werden, dass es im Bereich des Gebäudes in Folge der Bewir­tung zu einer Ver­puf­fung von Propan-Gas durch eine undichte Gas­fla­sche gekommen war und die Betei­ligten von umher­flie­genden Trümmern ver­letzt wurden.

Der Grup­penführer des ersten Fahr­zeugs sah sich dadurch mit einer abso­luten Man­gel­ver­wal­tung kon­fron­tiert. Denn mit drei Trupps stellte sich ein Lösch­an­griff mit gleich­zei­tiger Ber­gung der vielen Ver­letzten als unmöglich heraus. Zusätzlich musste die Was­ser­ent­nahme durch einen Unter­flur­hy­drant in den Raingärten sicher­ge­stellt werden – ca. 200 Meter von der Brand­stelle ent­fernt. Das heißt, dass jede Menge Schläuche ver­legt werden mussten. Den­noch rüstete sich der Angriffs­trupp schnell aus und ging zur Brandbekämpfung und Ber­gung von nicht betrof­fenen Druck­gasbehältern ins Innere des Kiosks vor.

Nach dem Ein­treffen wei­terer Kräfte ent­spannte sich die Lage etwas. Die Besat­zung des TLF 1/23 unterstütze bei der Was­ser­ent­nahme und –beförde­rung, die Kräfte des LF 1/42 kümmerten sich gleich­zeitig um die Ver­letzten. Im MTW 2/19 wurde die gemein­same örtliche Ein­satz­lei­tung mit dem DRK gebildet, wo Infor­ma­tionen gebündelt und aus­ge­tauscht wurden. Der DRK Orts­verein Gem­mingen hatte in der Zwi­schen­zeit auf dem Park­platz vor dem Club­haus des 1.FC Steb­bach einen Behand­lungs­platz mit Zelt auf­ge­baut. Nach einer Erst­ver­sor­gung durch die Sanitäter und die Feu­er­wehrkräfte an der Unfallörtlich­keit wurden die Ver­letzten zur wei­teren Behand­lung hierhin trans­por­tiert.

Zügig konnten sechs (schwer-)ver­letzte Per­sonen, welche auf­grund der Explo­sion im Umfeld des Kiosks ver­teilt lagen, geborgen, gerettet und den „Hel­fern vor Ort“ des DRK überg­eben werden. Damit die Ver­let­zungen möglichst real aus­sahen, wurden die Sta­tisten mit Tapes und Auf­ziehbändern präpariert. Somit konnten Fleisch­wunden, Blu­tungen oder offene Brüche dar­ge­stellt werden. Eine wei­tere Person erlitt darüber hinaus eine Pfählungs­ver­let­zung, sie wurde also quasi in Folge der Explo­sion von einem Stab durch­bohrt bzw. auf­ge­spießt. Die Person war nicht ansprechbar und ohne Atem, wes­halb sofort eine Reani­ma­tion gestartet wurde. Mit­tels Pedal­schere wurde der Pfahl ober­halb der Ver­let­zung abge­trennt, wodurch der Patient unter lau­fender notärzt­li­cher Betreuung und Reani­ma­ti­onsmaßnahmen besser trans­por­tiert werden konnte. Durch den Angriffs­trupp konnte kurz darauf im Gebäude­inneren „Feuer aus“ gemeldet werden. Umge­hend erfolgte die Ent­rau­chung des Gebäudes durch eine Über­druckbelüftung. Wei­tere ver­letzte Per­sonen wurden im Inneren nicht auf­ge­funden. Gegen 10:15 Uhr wurde durch Michael Bayer die Übung beendet.

Übungs­leiter Bayer, Gesamt­kom­man­dant Steffen Ebert und Ver­treter der Ret­tungskräfte lobten bei der anschließenden Bespre­chung die zügige, aber kon­zen­trierte Arbeit. Nachdem die Fahr­zeuge wieder für den nächsten Ein­satz bestückt wurden, gab es abschließend für alle Betei­ligten eine kleine Stärkung im Feu­er­wehr­haus in Gem­mingen.

Ins­ge­samt waren bei der Übung rund 55 Ein­satzkräfte mit 8 Fahr­zeugen betei­ligt.

Die Feu­er­wehr Gem­mingen bedankt sich ausdrücklich für die gute Zusam­men­ar­beit mit dem DRK Orts­verein Gem­mingen und bei den Jugend­li­chen der Jugend­feu­er­wehr, die die ver­letzten Per­sonen mimten.

Erneut bitten wir von hie­siger Seite um Verständnis in der Bevölke­rung, dass unsere Ein­satz­fahr­zeuge während einer Übung oder eines Ein­satzes mit ein­ge­schal­tetem Motor laufen müssen, damit die Was­serbeförde­rung und die Ein­satzfähig­keit jeder Zeit gewährleistet ist. Sicher sind auch Sie froh, dass Sie jede Hilfe in jeg­li­cher Form erfahren, wenn Sie oder Ihre Angehörigen ver­unglücken.