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Fortbildung zu Einsätzen mit verunfallten LKW

Stadt- und Landkreis Heilbronnvon Mediateam Feuerwehr Weinsberg

Am Mitt­woch, dem 29. Mai 2019, stand eine beson­dere Wei­ter­bil­dung im Dienst­plan der Abtei­lung Weins­berg: Unter dem Titel „Ket­ten­ret­tung LKW“ zeigte Rolf Zöller, Mit­glied der Berufs­feu­er­wehr Frank­furt und Aus­bilder an der dor­tigen Feu­er­wehr­aka­demie, den Ein­satzkräften aus Weins­berg Möglich­keiten auf, wie die Ret­tung von Per­sonen bei Unfällen mit Last­kraft­wagen durchgeführt werden kann. Rolf Zöller kann als Eigengewächs bezeichnet werden, liegen die Wur­zeln seiner Feu­er­wehr­kar­riere doch bei der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr Weins­berg.

Zu Beginn stellte Rolf Zöller anhand einer Präsen­ta­tion den Aufbau von Last­kraft­wagen vor. Spe­ziell die für den Ein­satz­er­folg wich­tigen Berei­chen, wie etwa die Orte an denen Bat­te­rien oder Kraft­stoff­tanks ver­baut sein können, waren Inhalt. Auch die Möglich­keiten zur Befreiung von Per­sonen mit­hilfe der hydrau­li­schen Ret­tungsgeräte beinhal­tete die Präsen­ta­tion. Manche Ein­satzkräfte staunten, dass bei neuen Euro 6 LKW auf­grund ihrer Bau­weise andere Schnitt­punkte für die Ret­tung ver­wendet werden müssen.

Im Anschluss erfolgte die Aus­bil­dung in der Praxis: an einem LKW-Führer­haus konnten die Theo­rie­in­halte getestet werden. Die Her­aus­for­de­rungen bei der Ret­tung von Per­sonen aus einem Last­kraft­wagen, im Ver­gleich zu eine PKW, sind vor allem die außergewöhnliche Arbeitshöhe und das enorme Gewicht der zu ent­fer­nenden Bau­teile des Fahr­zeugs (z.B. Türen). Wichtig ist es des­halb, die Teile vor dem Ent­fernen mit­hilfe von Arbeits­leinen zu sichern.

Der Höhepunkt des Abends zeigte, wie wichtig es ist, die rich­tigen Schnitt­tech­niken an den rich­tigen Punkten zu kennen: V- Schnitt im Bereich des Schwel­lers oder unten an der A-Säule, schräge Schnitte an der A- Säule oben. Diese Schnitte sind wichtig, damit sich über­haupt eine Öffnung bilden kann, um ver­un­fallte Per­sonen möglichst scho­nend retten zu können. So kann dann ent­weder klas­sisch, mit dem Ein­satz von Ret­tungs­zy­lin­dern, eine Befrei­ungsöffnung geschaffen werden, oder wie als alter­na­tive auf­ge­zeigt, mit der maschi­nellen Zug­ein­rich­tung des Rüstwagen und Zug­ketten. Um das das Führer­haus des LKW gegen ein unbe­ab­sich­tigtes Weg­ziehen oder Her­un­ter­fallen zu sichern, kam in der Übung ein Mehr­zweckzug zum Ein­satz. Am Führer­haus wurden rechts und links an der A-Säule unter­schied­liche Schnitt­tech­niken ein­ge­setzt um diese ver­glei­chen zu können. Inter­es­sant für die Ein­satzkräfte war das Ver­halten des Kabi­nen­bo­dens, der sich bei einem Ent­las­tungs­schnitt an der A-Säule nicht bewegte, im Gegen­satz zum klas­si­schen Ent­las­tungs­schnitt am Schweller.

Nachdem sich die Fahr­zeuge wieder ein­satz­be­reit im Feu­er­wehr­haus befanden, bestand, nach einem Abschluss­gespräch, noch die Möglich­keit sich mit dem Aus­bilder über neue Erkennt­nisse der Unfall­ret­tung aus­zu­tau­schen. Alle waren sich einig, es war ein sehr infor­ma­tiver Abend, bei dem das Fach­wissen der Feu­er­wehr­leute erwei­tert werden konnte.

Wir danken Rolf Zöller für seinen Ein­satz!