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Floriansjünger sind gut aufgestellt

Brackenheimvon Wolfgang Müller, HSt

Frei­wil­lige Feu­er­wehr mit längster Tra­di­tion im Zabergäu feiert 160-jähriges Bestehen

Ein großes Fest ist nicht geplant. Dabei feiert die Frei­wil­lige Feu­er­wehr Bra­cken­heim in diesem Jahr ihr 160-jähriges Bestehen. „Das ist ja kein Jubiläum“, sagt Feu­er­wehr­kom­man­dant Peter Hügle. Ein stolzer Geburtstag ist es allemal. Denn die Feu­er­wehr in der Heuss-Stadt gehört zu den ältesten im Land­kreis Heil­bronn, und sie hat die längste Tra­di­tion im Zabergäu.

„Acht Teile, ein Ganzes“, lautet die Formel der Stadt Bra­cken­heim mit Blick auf die Stadt­teile. „Dieses Motto trifft auch auf uns zu“, sagt der Kom­man­dant. 175 Feu­er­wehr­leute aus allen Orts­teilen sind aktiv. „Das ist sehr gut. Trotzdem wären mehr Aktive noch besser“, sagt Hügle und fügt hinzu: „Viel­leicht noch 20 zusätzlich.“ Der Haupt­grund sei die Verfügbar­keit. Vor allem tagsüber. Die Kame­raden sind berufstätig. Viele arbeiten nicht in Bra­cken­heim direkt. Beschäftigte im Schicht­be­trieb wären ideal. „Die Mischung macht’s“, sagt Hügle.

Feu­er­wehr­frauen Das gilt auch für die Frauen. Zwölf sind in der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr aktiv. „Sie sind eine echte Verstärkung“, sagt der Kom­man­dant. Weil viele nicht Voll­zeit arbeiten, so der Kom­man­dant. Marion Thiel ist mitt­ler­weile Grup­penführerin. Er wünscht sich mehr Feu­er­wehr­frauen in der Heuss-Stadt.

Wie die meisten Sport- und Kul­tur­ver­eine landauf landab ver­zeichnet auch die Bra­cken­heimer Feu­er­wehr einen Rückgang beim Nach­wuchs. „Wir haben aber noch keine Pro­bleme“, sagt Jugend­feu­er­wehr­wart Michael Mayer. „Die Jugend­li­chen sind moti­viert dabei.“ 48 sind es der­zeit an der Zahl.

Einer davon ist Philipp Scheerer. Der Elfjährige macht seit drei Jahren mit. „Das ist voll mein Ding“, sagt er. „Es ist jedes Mal etwas anderes und macht Spaß.“ Die Ein­tritts­al­ter­grenze liegt bei etwa acht Jahren. „Wichtig ist ein­fach, dass die Kinder gelernt haben, still­zu­sitzen und schon ein biss­chen lesen können“, sagt der Jugend­wart.

Die Bra­cken­heimer Wehr ist stolze Besit­zerin einer Dreh­leiter. Über­haupt sind die Flo­ri­ansjünger gut aus­ge­stattet. 16 Fahr­zeuge zählt der Fuhr­park. Im nächsten Frühjahr kommt ein neuer Gerätewagen Trans­port (GW-T) dazu. „Die Stadt und der Gemein­derat ziehen voll mit“, sagt der Gesamt­kom­man­dant. „Darüber sind wir sehr froh“, betont der 46-Jährige. Digi­talen Funk gibt’s wohl erst zum 161-jährigen Bestehen. „Ob uns das wirk­lich Vor­teile bringen wird, kann ich jetzt noch nicht sagen“, sagt Hügle.

Die Feu­er­wehrmänner der ersten Bürger­initia­tive anno 1859 waren in erster Linie Brandbekämpfer. Das Spek­trum hat sich längst erwei­tert. „Wir leisten viel tech­ni­sche Hilfe“, berichtet der Kom­man­dant. 154 Mal mussten die Flo­ri­ansjünger im ver­gan­genen Jahr ausrücken. Nur in rund einem Drittel der Fälle wegen Brand­alarms.

Fehl­alarme Die Fehl­alarme hatten sich in den ver­gan­genen Jahren gehäuft. 39 waren es 2018. Ein Grund sei die Ein­rich­tung der Asyl­be­wer­ber­un­ter­kunft im ehe­ma­ligen Schwes­tern­heim beim Kran­ken­haus gewesen. Aber nicht, weil dort etwa leicht­sinnig mit Feuer umge­gangen worden wäre. Die neue Brand­schutz­technik sei man­gel­haft ein­ge­baut worden. Da sei es öfter mal pas­siert, dass der Dampf aus der Dusche Alarm ausgelöst hat. Oder, wenn sich jemand in der Küche etwas zu essen gekocht hat. Laut Land­ratsamt sei das Pro­blem inzwi­schen behoben. „Dann wird es wieder etwas ruhiger“, sagt Hügle.