QR-Code zur Seite

Feuerwehr Lauffen besichtigt MANV-Konzept auf der Filderwache Stuttgart

Lauffen a.N.von Michael Kenngott, Feuerwehr Lauffen a.N.

Im monat­li­chen Gesamt­dienst Sep­tember der Feu­er­wehr Lauffen, wurde das Thema Mas­sen­an­fall von Ver­letzten (MANV), anhand des MANV-Kon­zept Baden-Württem­berg bei der Feu­er­wehr Stutt­gart theo­re­tisch vor­ge­stellt. Für den Gesamt­dienst Oktober wurde des­halb gerne die Möglich­keit genutzt, jetzt die­prak­ti­schen Seg­mente des MANV-Kon­zeptes auf der Feuer- und Ret­tungs­wache 5 Filder in Stutt­gart-Deger­loch zu besich­tigen.

Von Jürgen Rem­bold (Brand­ober­amtsrat), wel­cher als Dienst­stel­len­leiter der Feu­er­wache 1-Süd, bei der Brand­di­rek­tion Stutt­gart beschäftigt ist und in seiner Frei­zeit auch der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr Lauffen angehört, wurde der Besich­ti­gungs­termin orga­ni­siert.

Die Feuer- und Ret­tungs­wache 5 Filder, ist mit drei Wach­ab­tei­lungen mit rund 97 Ein­satz­be­amten und 7 Lei­tungs­diensten in einem 24 Stunden Wech­sel­dienst besetzt. Im Ein­zugs­ge­biet der Fil­der­wache liegen unter anderem der Flug­hafen Stutt­gart, die Messe Stutt­gart, ver­schie­dene Uni­versitäten, die Auto­bahn A 8, das SI-Erleb­nis­center und ein Auto­mo­bil­her­steller.

Neben den eigent­li­chen Feu­er­wehr­fahr­zeugen, beher­bergt die Wache 5 auch noch Kom­po­nenten des Ret­tungs­dienstes, welche es bei diesem Besuch zu besich­tigen galt.

Zwei Not­arzt­ein­satz­fahr­zeuge (NEF) und zwei Ret­tungs­wagen (RTW) unterstützen den Regel­ret­tungs­dienst in Stutt­gart. Sollte es in Stutt­gart auf­grund einer Scha­dens­la­gemit meh­reren ver­letzten Per­sonen zu einer Über­las­tung des Regel­ret­tungs­dienstes kommen, tritt das MANV-Kon­zept in Kraft. Für diesen Fall stehen auf der Wache ein Großraum-Ret­tungs­trans­port­wagen (GRTW), ein Abrollbehälter Medi­zin­technik (AB-Med­Tech) und ein Abrollbehälter Mas­sen­an­fall von Ver­letzten (AB MANV), welche aus Mit­teln des Landes Baden-Württem­berg finan­ziert wurden, zum Ein­satz bereit.

Der GRTW kann zum einen als Trans­port­kom­po­nente bei einem Mas­sen­an­fall von Ver­letzten oder bei einer Eva­ku­ie­rung eines Kli­ni­kums ein­ge­setzt werden. Zum anderen dient der GRTW bei einer MANV-Stufe 1 (fünf bis 10 Ver­letzte) auch als mobile Behand­lungs­ein­heit mit fünf Behand­lungsplätzen für Schwer­ver­letzte und zehn Sitzplätzen für Leicht­ver­letzte. Die fünf Behand­lungsplätze sind nach dem übli­chen RTW-Niveau aus­ge­stattet. Da es leider auch immer wieder vor­kommt, dass adipöse, also extrem schwer­ge­wich­tige Pati­enten,einem Kli­nikum zugeführt werden müssen, dient auch hier, der mit einer Schwer­last­fahr­trage aus­ge­stat­tete GRTW als Trans­port­mittel.

Bei einem Mas­sen­an­fall von Ver­letzten kommen dann auch der AB-MANV und der AB-Med­Tech zum Ein­satz.Beim AB-MANV han­delt es sich um einen von vier bau­glei­chen Behältern, die im Rahmen des MANV-Kon­zeptes mit Lan­des­mit­teln finan­ziert , in Stutt­gart, Karls­ruhe, Mann­heim und Ravens­burg zum Ein­satz in Baden Württem­berg abge­rufen werden können.

Der AB-MANV verfügt über eine umfang­reiche tech­ni­sche und medi­zi­ni­sche Bela­dung, dieden Aufbau und Betrieb eines Behand­lungs­platzes für bis zu 50 Pati­enten, inklu­sive von vier Inten­sivplätzen, ermöglicht.

Als „Nach­schub­lager“ steht hier auch noch der AB-Med­Tech zum Ein­satz bereit, wel­cher eine große Menge an medi­zi­ni­schen Geräten und Ver­brauchsgütern vorhält und die War­tung, Rei­ni­gung und Des­in­fek­tion der medi­zi­ni­schen Gerätschaften ermöglicht.

Die drei Kom­po­nenten des MANV-Kon­zeptes wurden unter anderem auch bei der Fußball WM in Deutsch­land und beim Nato-Gipfel ein­ge­setzt.

Nach einem sehr inter­es­santen Besich­ti­gungs­vortag durch Ralf Reihing und Mathias Gen­gen­bach von der Fil­der­wache, war dann schließlich noch genügend Zeit, die Wache selbst und die wei­teren Ein­satz­fahr­zeuge, ins­be­son­dere das LUF 60 der SSB zu besich­tigen. Bei dem LUF 60 han­delt es sich um ein Löschun­terstützungs­fahr­zeug, wel­ches über eine Fern­steue­rung betrieben wird und so ein Vor­dringen unter schwie­rigen Bedin­gungen bis hin zum Brand­herd möglich macht. Aus bis zu 2.400 Liter Wasser/Min. erzeugt ein „ver­ne­belter Was­ser­strahl“ Mil­li­arden kleinste Was­sertröpfchen auf eine Distanz von über 60 Meter. Die Wurf­weite bei einem Schaum­mit­tel­ein­satz beträgt rund 35 m. Das Rau­pen­fahr­werk erlaubt präzise Fahr- und Wen­demanöver, eine beson­ders hohe Stand­fes­tig­keit, kann beweg­liche Hin­der­nisse not­falls besei­tigen sowie Stiegen und Rampen, wie zum Bei­spiel an den Treppen der unter­ir­di­schen Bahn­sta­tionen, bis zu einem Nei­gungs­winkel von ca. 30° über­winden.